Schlaf und Wachen im Lichte der vorangegangenen Betrachtungen

GA 26/l26/p004 · original (original)

Indem der Mensch in diesem Zustande die Umwelt erlebt, ist sein inneres Erfühlen durchdrungen von außerirdischen, von kosmischen Impulsen, die aus urferner kosmischer Vergangenheit in die Gegenwart hereinragen. Er wird sich dessen nicht bewußt. Ein Wesen kann sich nur dessen bewußt werden, an dem es mit eigenen ersterbenden Kräften teilnimmt, nicht mit wachsenden Kräften, die das Wesen selbst beleben. So erlebt sich der Mensch, indem er das seinem innern Wesen zugrunde Liegende aus dem Geistesauge verliert. Gerade dadurch aber ist er in der Lage, während des Wachzustandes ganz in den Gedankenschatten sich zu fühlen. Kein Aufleben hindert das innere Dasein an der Teilnahme am Erstorbenen. Aber diesem «Leben in dem Erstorbenen» verschließt sich das Wesenhafte des Irdischen, daß es Keim eines neuen Weltalls ist. Der Mensch nimmt im Wachzustande die Erde nicht wahr, wie sie ist; es entgeht ihm ihr beginnendes kosmisches Leben.

Read this passage in another edition
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/26/l26/p004.json
Cite: GA 26/l26/p004 · edition original