Die geschichtlichen Erschütterungen beim Heraufkommen der Bewußtseinsseele

GA 26/l34/p006 · original (original)

Das Verbunden- und Losgelöstsein von den göttlichgeistigen Wesenheiten, von dem in diesen Betrachtungen so viel die Rede war, vollzieht sich im Laufe der Zeiten mit verschiedener Intensität. In alten Zeiten war es eine mit starkem Geschehen in die Menschheitsentwickelung eingreifende Macht. Im griechischen und römischen Erleben der ersten christlichen Jahrhunderte ist es eine schwächere Macht. Aber es ist vorhanden. Solange er voll in sich die Verstandes- oder Gemütsseele entfaltete, fühlte der Grieche und Römer - unbewußt, aber für die Seele bedeutsam — ein Losgelöst-Werden von der göttlich-geistigen Wesenhaftigkeit, ein Selbständig-Werden des Menschhaften. Das hörte in den ersten christlichen Jahrhunderten auf. Das Hereindämmern der Bewußtseinsseele wurde als ein Verbundensein mit dem Göttlich-Geistigen empfunden. Man entwickelte sich wieder zurück von einer größeren zu einer geringeren Selbständigkeit der Seele. Man konnte den christlichen Inhalt nicht in die menschliche Bewußtseinsseele aufnehmen, weil man diese selbst nicht in die menschliche Wesenheit hereinnehmen konnte.

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