Der Lebenslauf Des Menschen Im Geisteswissenschaftlichen Sinne

GA 265a/1912-05-09/p007 ·1912-05-09 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Nach Erinnerungsaufzeichnungen von Teilnehmenden» (From participants' records written from memory). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

In den ersten Kindheitsjahren wirken das väterliche und das mütterliche Element ungestört in uns, das väterliche in dem Aufbau unseres Gehirns und unseres Nervensystems, das mütterliche in unserem Herzen und Blutsystem bis zu dem Moment, wo das Ich in uns erwacht, bis wir anfangen, uns als selbstständiges Wesen zu erfühlen. Dann geraten wir in Opposition gegen unseren geistigen Vater, dann wollen wir ihm nicht länger gehorchen, dann wollen wir unsern eigenen Weg gehen, dann verraten wir unsern geistigen Führer. Und dann folgen wir auch dem mütterlichen Element nicht mehr, das uns dazu verhelfen will, zu unserer moralischen Verbesserung zu gelangen, zu höheren Einsichten zu geraten, sondern dann fangen wir an, hinzuhorchen auf die ererbten Eigenschaften unserer physischen Eltern, dann folgen wir unseren niederen Trieben. Damit verursachen wir unserer geistigen Mutter Leid, fortwährenden nagenden Schmerz, wir sind ihr Schmerzenskind im wahrsten Sinne des Wortes.

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Cite: GA 265a/1912-05-09/p007 · edition original