Der Hüter der Schwelle
Durch sein Gedankenleben erreicht man Verbindung mit der Welt des Geistes, wenn man mit seinen Gedanken in anderer Art umgeht als sonst. Wenn sie ihm ebenso real werden wie äußere Dinge: Bei intensiver Meditation merkt man nämlich, dass in der inneren Stille der Gedankenarbeit sich etwas viel Höheres und Wirklicheres als die Dinge der Außenwelt offenbart. Die Gedanken bekommen Leben, sie werden selber lebend. Sie sind nimmer schattenhaft und abstrakt: Man hört in sich eine Stimme, unerkannte Wesen sprechen durch die Gedanken zu einem in der Stille. Man lauscht einem inneren Wort, einer inneren Sprache.
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GA 265a/1923-05-21/p008 · edition original