Der Hüter der Schwelle
Aber er verlangt mehr. Voller Fehler, wie er ist, darf der Esoteriker nicht die schlechten Wünsche und Begierden in die geistige Welt mit hereinnehmen. Jedes Mal, wenn der Esoteriker meditiert, kommt er mit den höheren Welten in Verbindung. Aber dann darf er seine niedere Natur nicht mitnehmen; er verunreinigt die andere Welt, wenn er persönliche, egoistische Gedanken in seine Meditation hereinflicht, und die Folge wird, dass sie als finster und leer gefühlt wird. Er kann dann nach der Meditation von dort weder etwas schen, hören oder erleben. Die geistige Welt bleibt geschlossen, solange der Esoteriker selber während der Meditation nicht aufhören kann, in sich selber und in seinen egoistischen Begierden herumzuschwirren. Die wenigen Minuten, die er meditiert, soll er sich über das Alltagsleben hinausheben und sich von seinem niederen Ich loslösen (freimachen) und sich stattdessen ganz dem Geistigen hingeben. Wenn er dies nicht kann, wird die geistige Welt trotz aller Meditation doch finster und leer für ihn bleiben. Alles wird ja dort 25000 Mal verstärkt; deshalb darf nichts Disharmonisches hereingelassen werden, und aus diesem Grunde steht der Hüter da, um aufzupassen, dass das niedere Ich zurückbleibt diesseits der Schwelle.
Cite:
GA 265a/1923-05-21/p042 · edition original