{"corpus":"steiner","locus":"GA 266a/1908-01-26","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-01-26","ga":"266a","lecture":"1908-01-26","lecture_number":null,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1908-01-26","site_heading":null,"date":"1908-01-26","location":null,"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"passage_count":6,"word_count":1447,"translation_credit":null,"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":6,"passage_count":6,"word_count":1447},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":25,"passage_count":25,"word_count":1509,"completeness":{"ratio":1.04,"band":"comparable","note":null}}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. 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Januar 1908 \nAufzeichnung A \nWas wir im esoterischen Leben anstreben, ist die Erreichung \neines anderen, höheren Bewußtseinszustandes als derjenige ist, in \ndem wir uns jetzt befinden. Wir suchen zu erreichen einen Zustand, der erst eintreten würde - beim gewöhnlichen Verlauf der \nDinge - auf dem Jupiter. Freilich in anderer Weise tritt dieser \nZustand beim okkulten Schüler ein, der im voraus die Entwicklung durchläuft, als beim Jupitermenschen. Der Jupitermensch \nwird einen ganz anderen physischen Körper haben als wir ihn \nheutzutage besitzen. \nEs gibt im Alltagsbewußtsein bei allen Menschen Zustände, \ndie an den Mondzustand erinnern, und andere, in denen der Jupiterzustand hineinragt. Wenn uns die Schamröte ins Gesicht tritt, \ndann wiederholen wir ein Stück Mondzustand. Wieso dies? Auf \ndem Mond besaßen wir noch kein Blut. Wir wissen aber, daß \ndas Blut der Ausdruck unseres Ich ist. Auf dem alten Monde \nnun befanden sich alle Kräfte, die heute in unserem Blute wirken, außerhalb unser. Es war noch kein Ich-Gefühl in uns. Wenn \nwir aus Scham erröten, so möchten wir am liebsten sagen: O wäre \nich nicht, versänke ich in die Erde. - Damit drängen wir das Blut \nnach außen, gleichsam unser Ich abwälzend. \nEin anderer Zustand, der auf den Jupiter hinweist, ist derjenige, der eintritt, wenn wir Schreck, Angst empfinden, indem wir \nerbleichen. Was tritt da ein? Unser Blut drängen wir nach dem \nHerzen, um unser Ich zu verstärken. Wir tun dies instinktiv, um \nuns stark zu machen, eine Gefahr von uns abzuwenden. Auf dem \nJupiter wird das Herz ein willkürlicher Muskel werden - nach \nBelieben können wir unser Ich verstärken. Denn in der Tat werden uns auf dem Jupiter Begebenheiten und Wesenheiten entgegentreten, bei denen wir es durchaus notwendig haben, unser \nIchbewußtsein zu verstärken. Wir müssen aber einen Zustand zu"},{"locus":"GA 266a/1908-01-26/p003","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-01-26/p003","passage_number":3,"word_count":318,"text":"erreichen suchen, wo wir in genau derselben Weise wie beim \nAngstgefühl unser Ich schützen, ohne eine Angstempfindung zu \nhaben. \nWenn wir tief einatmen und den Atem anhalten, so rekapitulieren wir ein Stück Mondzustand. Wenn wir dagegen den Atem \ndraußen lassen, so haben wir darin ein Stück Jupiterzustand. Damit hängt es zusammen, ob der Geheimschüler Übungen bekommt, in denen er den Atem anhalten muß, weil er in gewisser \nWeise den Mondzustand durchmachen muß, oder ob er Übungen erhält, in denen er den Atem draußen lassen muß, weil er so \nden Jupiterzustand erreichen kann. Ein jeder ist da individuell \nzu behandeln. \nWir wissen, daß sich der Strom der Menschheit bereits jetzt \nin zwei Teile spaltet, den einen, der in das Gute, Sittliche übergeht, und den anderen, der in das Schaurige, Böse endet. Solche \nZustände bahnen sich jetzt schon an, die Keime sind schon jetzt \nvorhanden. So wird alles dasjenige, was heute an Maschinen, \nInstrumenten in der Welt ist und in Bewegung gesetzt wird, auf \ndem Jupiter zu furchtbaren, entsetzlichen Dämonen werden. Alles, was nur dem Nützlichkeitsprinzipe dient, wird dereinst zu \nsolchen furchtbaren Mächten erstarken. Paralysiert kann dieses \nwerden, wenn wir die Nützlichkeitsapparate umwandeln in solche, die neben ihrer Nützlichkeit vor allem die Schönheit, das \nGöttliche verkünden. Es ist sehr gut, daß wir dieses wissen. Sonst \nwürden derartige Mächte die Erde einst zerreißen. Wir sehen \nauch, wie ungeheuer wichtig es ist, daß wir bei der Erziehung \ndes Kindes dasselbe umgeben mit künstlerischen Eindrücken. \nKunst macht frei. Auch die Lokomotive muß einst umgewandelt \nwerden in eine Maschine, die schön ist. - Unsere Furcht- und \nAngstgefühle sind Nahrung für andere böse Wesenheiten. Wir \nmüssen derartige Gedanken nicht aufkommen lassen. Denn auf \ndem Jupiter werden uns derartige Dämonen in weit größerer Zahl \numgeben als jetzt. Aber für den steht in dieser Beziehung nichts \nzu fürchten, der wie ein kluger Mensch seine Hülle rein hält, so \ndaß sich keine Fliegen um den Schmutz ansammeln können."},{"locus":"GA 266a/1908-01-26/p004","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-01-26/p004","passage_number":4,"word_count":183,"text":"Der astrale Plan ist eigentlich eine Weisheitsregion; [auch die \nWelt des Physischen]. Erst dadurch, daß mit den individuellen \nIchen der Egoismus in sie hinabgestiegen ist, ist Unordnung in \nsie hineingekommen. Ein gewisses Stück nun im Kosmos hat sich \nin diesem Zeitpunkte hinabgelassen auf den physischen Plan, \ngleichsam als eine Frühgeburt. Dieses sind die Kometen. In ihnen finden wir noch sich betätigend die Gesetze der Weisheit. \nDaher rühren die wunderbaren Bahnen, in denen sie den Himmelsraum durchmessen. Und ein Zusammenstoßen mit unserem \nErdkörper kann daher nur von einer materialistischen Astronomie angenommen werden. \nDer Geheimschüler muß diese Dinge alle wissen - denn ohne \nWissen käme er nicht weiter; er muß dies eines Tages einsehen. \nDer Mensch erhält auf dem Jupiter das Mondbewußtsein zum \nErdenbewußtsein hinzu. Er geht der Vergeistigung entgegen. \nAufzeichnung Β \nEs gibt drei dumpfere Bewußtseinszustände als unser helles Tages-Wachbewußtsein und drei höhere, die normaler Weise auf \nJupiter, Venus und Vulkan erreicht werden. Die Eingeweihten \nerreichen diese Zustände schon auf der Erde (die drei dumpferen \nsind die vom Saturn, der Sonne und dem alten Mond). In einzelnen Erlebnissen tritt atavistisch das alte Mondbewußtsein beim"},{"locus":"GA 266a/1908-01-26/p005","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-01-26/p005","passage_number":5,"word_count":648,"text":"* \n* * \nMenschen auf - im Schamgefühl - und vorwärtsweisend das Jupiterbewußtsein bei Schrecken und Angst. \nAuf dem alten Mond waren die Kräfte des Blutes, die Kräfte \ndes Ich-Gefühls noch draußen um den Menschen herum; erst dadurch, daß das Blut mit seinen Kräften in den Menschen eingetreten ist, ist das Ich-Gefühl ganz im Menschen. Das Schamgefühl ist das Gefühl, der Wunsch, sich vor den andern Menschen \nzu verbergen, des Wegsinken-Wollens, des Verschwinden-Wolfens. Dabei treibt man das Blut gleichsam aus sich heraus, das \nheißt, so weit man jetzt kann, bis an die Oberfläche des Körpers \n- daher die Schamröte. \nAuf dem Jupiter ist das Ich-Gefühl noch viel stärker entwikkelt als hier auf der Erde. Die Gegensätze des Guten und Bösen, \ndes guten Ich und des bösen Ich sind dort viel stärker, wozu \nschon die Erde in der Zukunft die vorbereitende Entwicklung \nzeigen wird. Wir werden dort viel böseren Dämonen gegenüberstehen und die ganze Kraft des Ich brauchen, ihnen zu widerstehen und im Kampf mit ihnen für «das Gute» zu wirken. Ein \nähnlicher Vorgang des Zusammenraffens tritt schon jetzt auf, beim \nAuftreten von Gefahr; nur daß jetzt meistens Angst und Schrekken damit verbunden sind. Das Blut tritt am Herzen zusammen, \nzieht sich nach dem Herzen zurück, dadurch ein Erblassen. Dieses Sammeln des Blutes, das Konzentrierende des Ich am Ich-Zentrum ist eine Jupitererscheinung, die nur ein Zusammenraffen sein wird, ohne Angstgefühl. Dieses Zusammenraffen bei \nGefahr ohne Angstgefühl müssen wir lernen. \nIn unserer Entwicklung steigen wir von der Erde wieder hinauf auf die Höhe des früheren Mondbewußtseins-Zustandes, den \nJupiterbewußtseins-Zustand, nun verbunden mit dem klaren Erdbewußtsein: Auf dem Pfade der Entwicklung wird daher dieser \nJupiterzustand schon jetzt anzubahnen gesucht, und zwar durch \ndie Atemübungen. Beim Anhalten des Atems mit voller Lunge \nwird das Blut gewissermaßen nach außen getrieben; es ist der \nMondenzustand, der zusammen mit dem Erdzustand den Jupiterzustand ergibt. \nBeim Anhalten des Atems mit leerer Lunge wird das Blut \nsozusagen zurückgetrieben, es hängt diese Situation mit einem \nAngstgefühl zusammen (wenn man keine Luft bekommen kann), \nnur daß diese Prozedur ohne Angstgefühl geübt werden muß. \nDiese Übung geht direkt auf den Jupiterzustand hin. \nWelche der beiden Übungen vorgenommen werden muß, hängt \nvon der Individualität des Schülers ab. \nAuf dem Astralplan herrscht Weisheit; auch auf dem physischen \nPlan, als noch keine individuellen Iche da waren, herrschte Weisheit und Ordnung; die Unordnung und das Wirrsal sind erst aufgetreten, als die Menschen auf der Erde mit ihrem individuellen \nIch anfingen, selbständig zu wirken. \nNun gibt es Wesenheiten oder Gebilde im Astralen, die eigentlich früher, als es dem normalen Plan entspricht, sich aus dem \nGeistigen - dem Astralen - zu physischer Existenz verdichtet \nhaben, die aber noch ganz von astralischer Weisheit geleitet \nwerden. Solche Wesen respektive Gebilde sind die Kometen. \nScheinbar ist die Richtung ihres Laufes im Weltall oft gefahrdrohend, zum Beispiel für die Erde, aber immer noch werden sie in \nscheinbar den physischen Gesetzen widersprechenden Bewegungsrichtungen abgelenkt, und die Gefahr geht vorüber. Sie folgen \nweisen astralischen Gesetzen. \nDurch Ausgestaltungen von Ideen, die zum Höheren führen, \nvon Formen der Schönheit - wie Dome, Musikkompositionen \nund so weiter - werden auf dem Jupiter gute Dämonen herangebildet, und die grundlegenden [?] Ideen werden dort in der dann \nsich entfaltenden physischen Natur Form annehmen. Diejenigen \nBestrebungen aber und Gebilde, die nur der Nützlichkeit dienen, werden dort böse, schlimme Dämonen großziehen und zu \nhäßlichen Gebilden führen. Wenn hier auf Erden das reine Nützlichkeitsprinzip ganz die Oberhand bekommen würde, dann käme \neine Zerstörung über die Erde, und sie würde ihr Ziel nicht erreichen. Die «nützlichen» Dinge sind notwendig; entgehen kann \nman dem Verderben nur, wenn bei den Werkzeugen, Maschinen, \nBrücken etc. etc. bei ihrer Ausgestaltung sich dem Nützlichkeitsprinzip das Prinzip der Schönheit zugesellt oder wenn irgendwelche höheren Gedanken - etwa in Symbolen - bei ihrer \nFormung zum Ausdruck gelangen. \nErgänzende Notizen von anderer Hand: \nÜberhaupt jede Arbeit zu vergeistigen suchen. \n* \nWas bewirkt Kontemplation? Durch Devotion sich in das Jupiterbewußtsein hineinzuentwickeln."},{"locus":"GA 266a/1908-01-26/p006","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-01-26/p006","passage_number":6,"word_count":2,"text":"ESOTERISCHE STUNDE"}]}