{"corpus":"steiner","locus":"GA 266a/1908-02-26/p002-p004","extent":"range","passage_number":2,"through":4,"paragraph_count":3,"first_locus":"GA 266a/1908-02-26/p002","last_locus":"GA 266a/1908-02-26/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1908-02-26","date":"1908-02-26","location":null,"alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. 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Februar 1908 \nDas in dieser Stunde an der Tafel entwickelte Schema weicht in den verschiedenen Aufzeichnungen gering voneinander ab. In Rudolf Steiners \nNotizbuch Archiv-Nr. 536 findet es sich wie folgt: \nAufzeichnung A \nIhr erinnert Euch an den esoterischen Spruch, der auf einer unserer Säulen beim Münchner Kongreß stand: «Im reinen Gedanken findest du das Selbst, das sich halten kann.» - Ihr müßt bedenken, daß die Wahrheit dieses Spruches einen großen Teil des \nesoterischen Lebens ausmacht. \nAlles dasjenige, was der Mensch heute denkt und fühlt, läßt \nsich in zwei getrennte Gebiete einteilen. Der weitaus größte Teil \nder Menschheit denkt und fühlt angeregt durch äußere Wahrnehmungen. Die Gedanken und Gefühle entzünden sich an den Dingen. Glaubt nicht, wenn Ihr wissenschaftliche, populäre Bücher \nlest, zum Beispiel über die Entstehung der Erde, die Entwicklung \ndes Planetensystems, über Chemie und dergleichen, daß dasjenige, \nwas darinnen enthalten ist, auf einem anderen Wege entstanden ist \nals durch die Anregung von außen durch Wahrnehmung. Im Prinzip ist es vollkommen dasselbe, wenn Ihr einen Tramwaywagen \nauf der Straße seht und durch diesen zu einem Gedanken angeregt \nwerdet oder wenn der Astronom durch sein Teleskop die Bahn \neines Sternes beobachtet mit Hilfe des Kreisbogens und auf Grund \ndieser Wahrnehmungen Berechnungen anstellt. \nAlle derartigen Gedanken, die von außen angeregt werden, \nwirken hemmend ein auf die Weiterentwicklung des Astralkörpers. Wenn der Mensch schläft, so liegen sein physischer und \nätherischer Körper im Bett, der Astralkörper schwebt darüber. \nEr ist die ganze Nacht hindurch tätig. An ihn kommen heran \nalle die Gedanken, die der Mensch am Tage gedacht hat. Und da \ndies meistens solche Gedanken sind, die durch Anregung von \naußen entstanden sind, so belästigen sie ihn. Nur der Teil des \nAstralleibes, der sich seine Harmonie bewahrt hat dadurch, daß \ner aus höheren Welten heraus geboren ist, arbeitet an der Wiederherstellung des abgenutzten Äther- und physischen Leibes. \nAber nur diejenigen Gedanken, die nicht von außen angeregt sind, \nwirken als Kräfte im Astralleib und fördern und läutern ihn. \nWoher rühren diese Gedanken? Sie stammen von den göttlichschaffenden Geistern. Das Wissen der Gedanken dieser geistigschaffenden Wesenheiten ist von ungeheurer Wichtigkeit für den \nokkulten Schüler. Diese Wesenheiten hatten die heutige Welt zuerst als Gedanken in sich, bevor sie sie schufen. Zuallererst lag in \nihnen der Wille. Die Tat war zuerst da.* Dieser regte sie zu dem \nGefühl an. Und erst aus dem Gefühl entstand der Gedanke, nach \ndem sie die Dinge verfestigten, schufen. Die Welt ist also nach \nGedanken gebaut. - Beim heutigen Menschen vollzieht sich die \n_______________ \n* Gemeint ist: Zuallererst lag in ihnen der Wille. Der Wille zur Tat war zuerst da. \nVgl. Aufzeichnung B. \nVollbringung einer Handlung in der umgekehrten Reihenfolge. \nZuerst ist da der Gedanke - angeregt durch einen äußeren Gegenstand -, dieser ruft das Gefühl hervor, dann erst tritt das Willensprinzip des Menschen auf, um eine Handlung zu vollbringen. \nAlles wahrhaft esoterische Leben kann sich nur entwickeln in \ndem Aufnehmen der Gedanken jener göttlich-schaffenden Geister, der Gedanken vor Erschaffung der Dinge. Das ganze exoterische Leben ist diesem feind. Der größte Teil der Menschen geht \nvöllig in den Gedanken des exoterischen Lebens auf und sucht \njedes esoterische Leben zu unterdrücken. Diese Menschen, derer \neine sehr große Menge ist, halten in Wahrheit, wenn auch unbewußt, den Fortschritt der Menschheit auf. Sie sind Feinde jeglicher Weiterentwicklung - sie bewirken das Erstarren des Menschen. Nur die esoterischen Wahrheiten wirken fördernd auf die \nEntwicklung der Menschheit ein. \nNun ist es ein Gesetz im Okkultismus, daß eine jegliche esoterische Wahrheit sich nach einiger Zeit abnutzt. Und es muß von \nden Führern der Menschheit dafür gesorgt werden, daß eine neue \nverkündet werde. Nun ist aber auch die Zahl derer im Esoterismus groß, die da sagen: was brauchen wir eine neue Wahrheit? -\nDerartige Menschen bewirken ein Stationärmachen der Religionen, jeglichen esoterischen Fortschrittes. Es ist aber die Aufgabe \ndes wahren Esoterikers, dafür Sorge zu tragen, daß das ganze Gedankenleben lebendig im Fluß gehalten wird. Dies wird erreicht \ndurch das Aufnehmen jener Gedanken der göttlich-schaffenden \nWesenheiten. Diese Gedanken arbeiten nachts im Astralleib und \nwirken ein auf den Ätherleib. Und wenn die Arbeit dieser Gedanken im Astralleib immer stärker und wirkungsreicher wird bezüglich des Ätherleibes, dann naht allmählich jener Augenblick heran, \nder für jeden Schüler früher oder später kommen muß, wo er sich \nbewußt wird der geistigen Welten, wo sich die Gedanken im Ätherleib so abdrücken, wie das Siegel im Wachs. \nEiner von jenen Gedanken ist ausgedrückt in dem rosenkreuzerischen Spruch, den wir in voriger Stunde behandelt haben.* \n_______________ \n* Am 12. Februar 1908.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":744,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-02-26/p002"},{"passage_number":3,"locus":"GA 266a/1908-02-26/p003","text":"Heute wollen wir denselben Spruch von einem etwas anderen \nGesichtspunkte aus betrachten. Wir wissen, zuerst war da [der \nSaturn]. \nIm Verlaufe der folgenden Ausführungen wurde offensichtlich an die Tafel \ngeschrieben. In dieser Aufzeichnung (A) ist das wie folgt festgehalten: \nDie Materie des Saturn war nicht einmal luftförmig, es war \neine Wärmematerie. Ein Mensch mit heutigen Sinnesorganen hätte \nden alten Saturn nicht wahrgenommen. Er hätte nur, wenn er \nsich an der Stelle befunden hätte, an der der Saturn stand, Wärme empfunden. Der Saturnmensch bestand aus Wärmematerie. \nDie Atmosphäre des Saturn war feurig-blutig. Der Mensch hatte \nnoch kein Blut, aber in der Atmosphäre um ihn lag der erste \nKeim zu seinem späteren Blute. Vom Menschen selber waren \nseine physischen Glieder erst im Keim vorhanden. \nWenn man mit dem geistigen Blick, der über die Planeten hinstreift, betrachtet, wie nach einem Pralaya der alte Saturn sich zu \nder Sonne hinüberverwandelt, so bemerkt man, wie die Wärmeatmosphäre des Saturn sich zur Luft verdichtet. Der Mensch \nerhält auf der Sonne einen Ätherleib. Er ist ein leuchtendes Wesen. Die geistigen Wesenheiten wirken durch die Astralatmosphäre \nder Sonne ein auf den Ätherleib, entzünden ihn und bringen ihn \nso zum Leuchten. Diesen Prozeß nennt man den sulphurischen \nProzeß. Etwas ganz Ähnliches entsteht heute beim Denken. Dadurch, daß unser feuriges Blut an die Nervenmasse herangeführt \nwird, findet ein Verbrennungsprozeß statt, ein Leuchten entsteht. \nBeim Übergang von der Sonne zum Mond verdichtet sich die \nLuft zum Wasser. Der Mondkörper ist ein Wasserkörper. An diesem Wasserkörper bemerken wir eine große Eigentümlichkeit. An \nvielen Stellen zeigen die einzelnen Wassertropfen die Merkwürdigkeit, daß sie mit ungeheurer Lebhaftigkeit ihre Lage verändern und herumschnellen mit innerer Beweglichkeit. Man kann \ndiese Eigenschaft jener Wassertropfen in gewisser Beziehung mit \ndem Quecksilber vergleichen. Daher nennt man dieses Prinzip, \ndas auf dem Monde neu hinzukommt, das Merkurial-Prinzip. Das \nist aber nicht alles. Ihr wißt, daß jegliche Fortpflanzung dadurch \ngeschieht, daß sich die weibliche Zelle teilt und diese Zellen sich \nabermals teilen und so weiter. Wenn Ihr eine Platte nehmt, auf \nder ein feines Pulver liegt, und mit einem Geigenbogen an dem \nRand der Platte herunterstreicht, dann ordnen sich die Teilchen \ndes Pulvers gemäß der inneren Kraft des Tones an. Etwas Ähnliches fand auf dem alten Monde statt. Ein kosmischer Ton durchdrang den ganzen Mondkörper und ordnete an manchen Stellen \njene Wasserteilchen an. Hierdurch kam das weibliche Prinzip \nhinzu. Ein männliches Prinzip gab es noch nicht. \nBeim Übergang vom Mond zur Erde verdichtete sich das Wasser zur Erde. Auf der Erde fand zum ersten Male statt dasjenige, \nwas man den Salzprozeß nennt, eine Klärung, eine Trennung. -\nFerner hatte die Erde in sich das männliche Prinzip, ohne das keine \nWeiterentwicklung möglich war. Hieraus entstand der Mensch. Auf \nder Erde bekam der Mensch das «Ich», das irrende Ich. \nWenn wir jetzt diese Entwicklungsreihe betrachten, so sehen \nwir zunächst die vier Elemente: Feuer, Luft, Wasser, Erde - gleich \nder dritten Reihe des Spruches. In zweiter Ordnung folgen: Sulphur, Merkur und Salz. In dritter Linie das weibliche und männliche Prinzip, die in vierter Linie den eigentlichen Menschen als \nKrönung haben. So verstanden, gewinnt der alte Rosenkreuzerspruch Bedeutung: \nWer der Zahlen Wirken ... (siehe Seite 309ff.) \nAufzeichnung B \nEs gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Menschen \nund den Göttern. Der Mensch wird zum größten Teil von außen bearbeitet, durch das äußere Universum. Er sieht Gegenstände \nund hat gewisse Vorstellungen und Gedanken über dieselben. \nDiese Gedanken verursachen bei ihm gewisse Gefühle in Beziehung zu den genannten Gegenständen. Und zuletzt wird durch \nseine Gefühle sein Wille angeregt, der ihm den Impuls zum \nHandeln von innen heraus gibt. \nBei den schöpferischen Göttern ist gerade das Umgekehrte der \nFall. Da ist der Wille das erste. Der Wille zum Schaffen (der \nschöpferische Wille) verursacht eine gewisse Empfindung in diesen Göttern, und als Folge dieses Gefühls tritt der schöpferische \nGedanke auf, und dieser Gedanke kristallisiert sich zur Form. \nWährend der Saturnperiode gab es nur ein Element, das Feuer. \nJedoch drückte es sich nicht aus als Feuer, sondern als Wärme, so \nwie wir das Feuer im Blute als Wärme haben. Dagegen gab es \nwährend der Saturnzeit kein Licht. Es konnte kein Licht geben, \nweil der kosmische Äther den Saturn nicht durchdrang (erfüllte), \nund daher war damals derjenige Zustand vorhanden, den wir haben würden, wenn unser Äther außerhalb der Erde wäre. Damals \nkonnten die Sonnenstrahlen unsern Globus nicht erleuchten. \nWährend der Sonnenperiode durchdrang der kosmische Äther \nden Globus. Der Saturn erhellte sich, leuchtete wie die Sonne \nund wurde zur Sonne. Es tritt ein anderes Element hinzu, die \nLuft, und wenn Feuer und Luft verbunden sind, so entsteht Ver-","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":755,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-02-26/p003"},{"passage_number":4,"locus":"GA 266a/1908-02-26/p004","text":"* \n* * \nbrennung, und das verborgene Feuer wird sichtbar als Licht. \nDieser Verbrennungsprozeß wird in den okkulten Schriften symbolisch dargestellt als Sulphur (Schwefel)\n  und liegt allen Gedanken zugrunde. Daher entspricht er dem «Gefühl» in dem göttlichen Entwicklungsprozeß. Man kann sagen: Die Saturnperiode \nwar der Wille; die Sonnenperiode war das Gefühl. \nWährend der Mondperiode durchdringt die kosmische Astralität den Globus, und das dritte Element, das Wasser oder die Feuchtigkeit, wird zu den beiden andern hinzugefügt. In der Atmosphäre erschienen gewisse kleine Wasserkugeln, die sich hin und her \nbewegten mit großer Schnelligkeit und die alles durchsetzten, so \ndaß etwas dem Quecksilber sehr Ähnliches auftrat bei diesem \nVorgang. Daher wird jene Art von Tätigkeit in den okkulten Schriften mit dem Symbol des Merkur bezeichnet:\n  . Diese Art Tätigkeit ist die dritte Stufe bei der göttlichen Entfaltung; es ist die \nStufe des schöpferischen Gedankens, so wie der Saturnzustand \ndie Stufe des Willens darstellt und die Sonnenperiode die Stufe \ndes Fühlens.* Dieser schöpferische Gedanke offenbart sich als \n«Ton»,** und durch diesen Ton werden die Körper der Menschen \nund Tiere gestaltet in dem Wasser des Planeten. \nIn der Saturnperiode war die Anlage zur Körperlichkeit als \nWärme ausgedrückt; in der Sonnenperiode verdichtete sie sich zu \nLuft; doch jetzt, während der Mondperiode, erzeugen die innere \nHitze des Planeten einerseits und die Kälte des äußeren kosmischen Raumes andererseits die Feuchtigkeit; und wir haben da \ndie Stufe des Wassers, während welcher die Anlage zum Körper \nsich bis zum Wasser verdichtet. Diese Tätigkeit ist jedoch negativer Art, und so erscheint während der Mondepoche die erste \nder beiden Polaritäten, das Weibliche. \nWährend der Erdenperiode wird das vierte Element hinzugeAnmerkungen in der Aufzeichnung: \n* «Im reinen Gedanken findest du das Selbst, das sich halten kann.» - Aus dem \nGefühl ist der schöpferische Gedanke entstanden und daraus der Gegenstand. \n** Ein kosmischer Ton wirkt auf diese Teile, hält sie auf und bringt sie in Formen; \ndadurch entstehen menschliche und tierische Formen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":318,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-02-26/p004"}],"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":12,"passage_count":12,"word_count":3758},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":59,"passage_count":59,"word_count":3847,"completeness":{"ratio":1.02,"band":"comparable","note":null}}],"aligned_witness":{"status":"not_aligned","lang":"en","note":"No paragraph alignment is recorded for this unit, so the counterpart of this span in the other language is not established. 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