Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — München, 1908-06-14

GA 266a/1908-06-14/p005 ·1908-06-14 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern sowie Notizen von Vorträgen» (Participants' records written from memory, and notes of lectures). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Blick gleitet achtlos über vieles. Ein cholerisches Kind wird zum Beispiel eine Birne, die ihm geboten wird, ganz anders fest pakken als ein phlegmatisches.) Deshalb (wegen des Zusammenwirkens aller vier Temperamente) haben die Menschen für eine Sache eine phlegmatische, für eine andere eine cholerische Empfindung. Diese Temperamente halten sich untereinander das Gleichgewicht. Zum Beispiel sind die Wesen des Phlegmas die Feinde allen Philistertums, alles Kleinlichen, in das die Menschen verfallen würden, wenn sie zu viel von der Melancholie abbekämen. Diese vier astralen Wesenheiten haben wiederum im Physischen ihren Ausdruck: die cholerischen im Feuer, die sanguinischen in der Luft, die phlegmatischen im Wasser, die melancholischen in der Erde. Unsere Erde ist der äußere, physisch gewordene Ausdruck für die Melancholie. Wenn man über alles dieses meditiert, so wird man im Laufe der Zeit in einer stillen Stunde in den Zustand kommen, daß man bei vollem, klarem Bewußtsein doch das Bewußtsein für die äußere Welt verliert, und in diesem Zustande wird man erkennen, was das Ewige ist, daß Geburt und Tod nur Wandlungen sind. Der Ätherleib wird sich von der anderen Seite her durch das Ich erleuchten, und wir werden die ewigen, lebendigen Gedanken, die wir ihm einprägten, in ihrem Wirken erkennen und sehen, daß sie die hellseherischen Organe schufen, deren wir uns nun bedienen können. Wenn wir diesen Prozeß auf irgendeine Weise aus Ungeduld beschleunigen, so wird der Ätherleib durch das Ich erleuchtet, und wir sehen darin nur, was das Leben uns an äußeren Eindrücken hineingab, Zerrbilder, die oft gräßlich sind, oder verführerische, schöne Trugbilder*. Deshalb ist die größte Geduld und Vorsicht geraten, damit wir uns wohlgeformte, richtige Gei___________ * Gemeint sein dürfte: «... so wird der Ätherleib zwar auch durch das Licht erleuchtet, aber wir sehen darin nur ...» stesorgane schaffen; denn wir schaffen damit unsere Zukunft, unsere neue Erde. Unseren jetzigen Planeten haben die Götter meditiert und so weisheitsvoll, wie er ist, soll auch das werden, was wir schaffen. Die Hellseherorgane kräftigt auch jeder Kunstgenuß. Wenn wir zum Beispiel eine Statue ansehen, so ist es gut, in Gedanken die Formen und Linien nachzufühlen. Das stärkt die schöpferischen Fähigkeiten.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/266a/1908-06-14/p005.json
Cite: GA 266a/1908-06-14/p005 · edition original