{"corpus":"steiner","locus":"GA 266a/1908-08-05","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-08-05","ga":"266a","lecture":"1908-08-05","lecture_number":null,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Stuttgart, 1908-08-05","site_heading":null,"date":"1908-08-05","location":null,"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"passage_count":7,"word_count":1166,"translation_credit":null,"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":7,"passage_count":7,"word_count":1166},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":30,"passage_count":30,"word_count":1222,"completeness":{"ratio":1.05,"band":"comparable","note":null}}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern sowie Notizen von Vorträgen","evidence_translation":"Participants' records written from memory, and notes of lectures","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."},"passages":[{"locus":"GA 266a/1908-08-05/p001","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-08-05/p001","passage_number":1,"word_count":6,"text":"## GA 266/1 — 1908-08-05, Stuttgart"},{"locus":"GA 266a/1908-08-05/p002","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-08-05/p002","passage_number":2,"word_count":273,"text":"Stuttgart, 5. August 1908 \nAufzeichnung A \nJeder Esoteriker, der die innere Entwicklung anstrebt, muß sich \nklar werden über seinen Zusammenhang mit der Umwelt und den \ngeistigen Mächten, die darin leben und mit denen er fortwährend \nin Verbindung steht und die in ihm aus- und einströmen. \nSchauen wir uns den Menschen an, so haben wir zuerst seinen physischen Leib. Daß der physische Leib so zusammengesetzt ist, beruht auf den Wirkungen geistiger Mächte. Die Mächte, welche daran arbeiten in den vier Elementen: Erde, Wasser, \nLuft und Feuer, sind die Archai oder Urkräfte. Die strömen in \nseinem physischen Leibe ein und aus. So arbeiten in seinem \nÄtherleibe die Archangeloi oder Erzengel, im Astralleibe die \nAngeloi oder Engel. Dahinein gliederte sich die Empfindungsseele; an der arbeiten die Mächte [Dynamis]. \nAn der Verstandesseele wirken die Gewalten (Exusiai)* und \nan der Bewußtseinsseele die Herrschaften oder Kyriotetes. Noch \nhöhere Wesenheiten wirken an den höheren Gliedern des Menschen: Die Seraphime an dem Geistselbst (Manas), die Cherubime an dem Lebensgeist (Buddhi), die Throne an dem Geistesmenschen (Atma).** \nWenn der esoterische Schüler der christlichen Schule sein Wesen erkennen wollte, so mußte er auf dieses Bild hinblicken, daß \nder Mensch gestaltet ist gleich einem Baume, der in dem Geistigen wurzelt. Das verstand man mit dem Sitzen unter dem Feigenbaume oder des Buddha unter dem Bodhibaume. Wenn Jesus \nzu Nathanael sagte: «Als du unter dem Feigenbaume saßest, habe \n* Die Vorlage hat hier «Dynamis». Der deutsche Ausdruck «Gewalten» entspricht \njedoch dem griechischen «Exusiai». \n** Es wurde offensichtlich an die Tafel gezeichnet. Doch wurden die Beziehungen \nzwischen den Wesensgliedern und den einzelnen Hierarchien in jeder Aufzeichnung anders festgehalten. Siehe die verschiedenen Versionen auf S. 411 f."},{"locus":"GA 266a/1908-08-05/p003","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-08-05/p003","passage_number":3,"word_count":301,"text":"___________ \nich dich erkannt», so bedeutet das, daß Nathanael in solche Beziehung zur Umwelt sich gesetzt hatte. Auch Yggdrasil, die \nWeltesche in der altnordischen Mythologie, ist eine Darstellung \ndieses Baumes. \nDie Kräfte, die auf den physischen Leib wirken, sind die \nArchai. Sie sind nicht alle gleicher Art, sondern man unterscheidet bei ihnen vier besondere Arten von Wesenheiten. Verkörpert \nsind sie nicht in physischen Leibern, sondern nur bis zum Äther \nhaben sie ihre Körperlichkeit heruntergebracht. Es sind dies die \nvier Könige, die auf den Menschen wirken im Äther. Daß der \nMensch einen physischen Leib hat, verdankt er diesen im Äther \nlebenden Wesenheiten. Wir kommen zu ganz falschen Vorstellungen, wenn wir den Äther so verstehen wollen, daß wir aufsteigend vom Festen zum Flüssigen und Luftförmigen uns immer feinere Substanzen denken. Die Äthernatur ist wesentlich \nverschieden von den physischen Substanzen. \nDie vier Kräfte, welche im Äther auf den Menschen wirken \nund in ihm aus- und einziehen, nach denen sich sein physischer \nLeib gebildet hat, sind aufzufassen als die vier Temperamente. \nDie Substanz der vier Wesenheiten sind die vier Temperamente. \nDarin sind sie verkörpert. Wir haben Wesenheiten, die wirken \nim cholerischen, andere im sanguinischen, andere im phlegmatischen und andere im melancholischen Temperament. Alle haben \nihre besondere Aufgabe. Die Wesenheiten, welche zu ihrer Verkörperung das Cholerische haben, wirken in dem Element der \nWärme im Menschen; die Wesenheiten, welche verkörpert sind \nim Sanguinischen, wirken in dem Luftförmigen im menschlichen \nKörper; die Wesenheiten, welche verkörpert sind im Phlegmatischen, wirken im Flüssigen und die Wesenheiten, welche verkörpert sind im Melancholischen, wirken im Festen oder Erdigen. \nWenn auch gewöhnlich eines der vier Temperamente bei jedem Menschen vorherrscht, so sind die anderen doch auch in \nihm vertreten. Alle haben eine Bedeutung für den Menschen. \nDas melancholische Temperament hat die Bedeutung, daß es \nden physischen Körper so veranlagt, daß der Mensch imstande"},{"locus":"GA 266a/1908-08-05/p004","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-08-05/p004","passage_number":4,"word_count":226,"text":"ist, feste Begriffe zu bilden, die sich gleich bleiben; so daß, wenn \ner heute denkt «Pferd», dies morgen auch denselben Begriff für \nihn enthält. Das phlegmatische Temperament dagegen hat die Bedeutung für ihn, daß die Begriffe trotzdem flüssig bleiben, daß \ner imstande ist, immer Neues aufzunehmen. Wenn ein Mensch \ndenkt, so bildet sich so etwas in seiner Aura: \neine gleichförmige Masse und darin festere Teile, die Gedanken. \nBei manchen Menschen haben diese Gedankenformen die Eigenschaft, fest zu bleiben, bei anderen wechseln sie fortwährend. \nEin Mensch kann versuchen, dem andern etwas zu erklären; \nsie verstehen sich nicht, weil der eine feste Gedankenformen hat \nund die Gedanken des andern nicht aufnehmen kann. Sind aber \nseine Gedankenformen bildsam, so können die neuen Gedanken \neindringen und die beiden verstehen sich ausgezeichnet. Ein Esoteriker muß diese Biegsamkeit der Gedankenformen pflegen. Das \nist von großer Bedeutung für ihn. Daß der Mensch das kann, \nberuht auf dem Phlegma. \nEs ist verkehrt, anzunehmen, daß der Mensch dies oder jenes \nTemperament habe, weil er diesen oder jenen physischen Körper \nhat. Gerade umgekehrt ist es. Aus den Temperamenten heraus \nist der physische Körper gebildet durch die Geister, die in ihm \nwirken. Aus der Haltung, wie er den Fuß aufsetzt, aus der Handbewegung, aus dem Blick des Auges kann man sagen, welches \nTemperament in einem Menschen vorherrscht. \nWichtig ist es, unser Gefühl mit diesen Wahrheiten zu durchdringen."},{"locus":"GA 266a/1908-08-05/p005","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-08-05/p005","passage_number":5,"word_count":335,"text":"* \n* * \nAufzeichnung B \nWenn man den Menschen verstehen will als geistiges Wesen in \nden höheren Welten, so muß man sich freimachen von den Vorstellungen der materialistischen Wissenschaft, die sich den Menschen aus Atomen aufgebaut denkt. Notwendig ist es, daß man \nsich neue Vorstellungen bildet. Mit jedem physischen Atemzug \ndurchströmen auch ätherische Strömungen unsere Leiber, und \ngeistige Wesenheiten ziehen ein und aus und verbinden uns mit \nder geistigen Welt. Eine Anschauung, wobei man sich die höheren menschlichen Wesensglieder nur aus verfeinertem Stoffe gebildet denkt, bleibt immer noch eine materialistische. Für eine \ngeistige Betrachtung kann die menschliche Wesenheit erscheinen \nwie der Weltenbaum, der im Kosmos wurzelt und von übersinnlichen Wesen bei seinem Wachstum begleitet wird. Da gibt es \nvier große Gruppen von ätherischen Wesen, arbeitend und lebend in den Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer. Das Temperament des Menschen wird bestimmt von derjenigen Gruppe \ndieser Wesenheiten, die am stärksten in ihn hineinwirkt. \nIn esoterisch bildhafter Sprache bedeutet das «Sitzen unter dem \nFeigenbaum» oder «unter dem Bodhibaum», daß man den esoterischen Aufbau des Menschen kennt. \nBedeutend ist das Temperament für die Entwicklung des Menschen. Das cholerische Temperament, das für eine äußere Anschauung als ungünstig gilt, dient dazu, den Gedanken Festigkeit \nzu geben; das phlegmatische Temperament behütet vor zu großer Verfestigung, Kristallisation der Gedanken, wofür gerade in \nunserer heutigen Entwicklungsepoche viele Möglichkeiten da sind. \nGedankenformen, durch Jahrhunderte hindurch überliefert, die \nFortschritte der materialistischen Wissenschaft, Vererbung, führen die Gefahr der Kristallisation der menschlichen Gedanken \nherbei. Der Okkultist aber muß bestrebt sein, sein Denken beweglich zu erhalten, damit es neue Impulse aufnehmen kann. \nDer Hellseher sieht in den Vorstellungsgebilden beschränkt \ndenkender Menschen feste, unveränderliche Einschlüsse; im Gesprach mit einem beweglich denkenden Menschen machen diese \nverfestigten Formen ein Verständnis unmöglich. Um so beweglicher, verwandlungsfähiger unsere Gedanken, um so mehr Erkenntnisse nehmen wir auf. Ein scharfes Kritisieren schadet, doch \nist freie Urteilskraft notwendig. \nZu den nachfolgenden Schemas: \nDie Zuordnungen zwischen den Wesensgliedern und den einzelnen Hierarchien sind in jeder Aufzeichnung etwas anders festgehalten worden. Deshalb hier die verschiedenen Versionen zur Übersicht."},{"locus":"GA 266a/1908-08-05/p006","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-08-05/p006","passage_number":6,"word_count":23,"text":"Aus Aufzeichnung Β C (nur Zeichnung ohne Text vorliegend) \nAufzeichnung D \nDer Lebensbaum, wie die Götter auf die einzelnen Körper der \nMenschen wirken:"},{"locus":"GA 266a/1908-08-05/p007","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1908-08-05/p007","passage_number":7,"word_count":2,"text":"ESOTERISCHE STUNDE"}]}