Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Düsseldorf, 1909-04-19
Aufzeichnung B Im ersten bis dritten Jahrtausend vor Christus hatte die Menschheit ein dumpfes Hellsehen, das jedoch, je klarer das Tagesbewußtsein wurde, immer mehr sich verdunkelte. Das Hellsehen nahm gradweise ab, und der Nachkomme wurde immer weniger hellsehend als der Vorfahre. Starb ein Mensch, der nichts von den Lehren des Zoroaster, Hermes oder Buddha gehört hatte, so war in der geistigen Welt sein hellseherisches Bewußtsein wie mit einer schwarzen Wolke umhüllt, und er mußte den sogenannten Pitriyana (Väterweg) gehen. Er mußte von Hand zu Hand seiner Vorfahren gehen, die die Führung übernahmen, bis er zu dem kam, der am hellsichtigsten gewesen ist. (Die Totenrichter der alten exoterischen ägyptischen Lehre sind nichts anderes als Vorfahren.) Nun konnte es sein, daß der Gestorbene einen solchen Vorfahren gar nicht mehr antraf, sondern dieser schon wiederverkörpert war, daher kam ein solcher Mensch unreif zur Wiedergeburt. Hatte aber der Mensch die Lehren der großen Religionsführer in sich aufgenommen, so konnte er, nachdem er sein persönliches Kamaloka durchgemacht hatte, an der Hand eines solchen Religionsstifters weitergeführt werden, und man nannte dies Devayana (Götterweg). Bis ungefähr 600 nach Christus konnten die großen Kirchenlehrer, zum Beispiel Augustinus, die Erkenntnis der christlichen Wahrheiten nur als Gnadengeschenk ansehen. Das hängt damit zusammen, daß sie Abbilder des Ätherleibes des Jesus von Nazareth ihrem Ätherkörper eingewoben erhielten. Ihr Gehirn war noch nicht so weit entwickelt, daß sie diese Lehren mit dem Verstande begreifen konnten. Später erhielten diese Lehrer Abbilder des Astralleibes des Jesus von Nazareth ihrem Astralkörper eingewoben. Franziskus von Assisi hatte einen solchen Astralleib. Ein solcher Vorgang wie das Einweben ist auch immer mit einer äußeren Naturerscheinung verbunden. Als der kleine Thomas von Aquin in der Wiege lag und neben ihm sein Schwesterchen, schlug der Blitz ein. Er tötete das Schwesterchen, den Astralleib des Thomas aber machte der Blitzstrahl gefügig zur Aufnahme des Abbildes des Astralleibes des Jesus von Nazareth. Vor dem Erscheinen Christi war Michael der Erzengel, der die Befehle des Jehova auszuführen hatte. Ihn löste Oriphiel ab, der zur Zeit Christi die Herrschaft führte. Tiefste Dunkelheit lag damals über der Menschheit, da Mammon und seine Scharen in jener Zeit besonders stark wirkten. Es folgten mehrere andere Erzengel, und im 16. Jahrhundert beginnt die Herrschaft des Geistes Gabriel. Er hat keimhaft vorzubereiten, was später herauskommen soll. Er ist der Leiter der Geburt. Deshalb ist Gabriel auch der Verkünder der Geburt Johannes des Täufers und Jesus von Nazareths. Unter seiner Herrschaft veränderte sich das Vorderhirn, so daß die Menschen nun mit dem Verstande die Wahrheiten des Christentums begreifen können. Im November des Jahres 1879 ging in der Astralwelt etwas Bedeutsames vor sich. Es war der Sieg des Erzengels Michael über den Gott Mammon und seine Scharen, und nun kann wieder spirituelles Leben in die Menschheit einfließen (Theosophie).
Cite:
GA 266a/1909-04-19/p004 · edition original