{"corpus":"steiner","locus":"GA 266a/1909-12-05/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"den physischen Leib ein Ich der Geister der Persönlichkeit, die \nauf dem Saturn ihn schufen, in den Ätherleib ein Ich der Erzengel. \nUnser eigenes Ich geht dafür in die Welt der Geister der Persönlichkeit, der Astralleib in die der Erzengel. Unbewußt leben \nsie in diesen Welten, und wir sollen bewußt in unserer Meditation diesen Prozeß durchmachen, bewußt in diese Reiche eingehen mit Ich und Astralleib und den Ätherleib mit hinüberziehen. Wie ein magnetisches Fluidum muß es uns bei unserer \nMeditation in die geistigen Welten hinüberziehen; dann sind wir \nin der richtigen Gedankenverfassung. Aber nicht auf die Worte \nselbst kommt es so sehr an, sondern daß der richtige Sinn aus \nden geistigen Welten in sie hineinströmt; daß sie sinnerfüllt durch \ndie Christus-Kraft sind, darauf kommt es an. \nIn den esoterischen Stunden werden die Worte so gewählt, daß \nsie ganz unpersönlich wirken, sobald sie die Lippen des Lehrenden verlassen haben. Denn sie sollen ein Kleid abgeben, in das \nder die Welt durchströmende Logos sich hüllen kann. Diesen \nStrömungen des Logos müssen die Worte sich anpassen. Deshalb werden sie in ganz bestimmter Weise gesetzt. Es werden \nzum Beispiel für manche Begriffe zwei Ausdrücke gewählt, weil \neiner allein den Sinn dessen, was ausgedrückt werden soll, nicht \nwiedergäbe. Wenn man zum Beispiel sagt: «Das geistig-göttliche \nLeben durchlebt die ganze Welt», so drückt man die entsprechende Tatsache nicht genügend aus. Wenn man hingegen sagt: \n«Das geistig-göttliche Leben durchlebt und durchwebt die Welt», \nso hat man zwischen diesen zwei Ausdrücken ein Bild dessen, \nwas gesagt werden soll. \nUnsere Ausdrucksweise ist vielfach ungenau und gibt das unrichtig wieder, selbst, was auf dem physischen Plane geschieht. \nWenn man zum Beispiel das Hervorsprießen der Blüten, des \nGrünen im Frühling mit einer Geburt, das Welken der Blätter \nund Blumen im Herbst mit einem Sterben vergleicht, so ist das \neine Ausdrucksweise, deren ein Esoteriker sich nicht befleißigen \nsollte, denn es gibt das nicht wieder, was in Wirklichkeit in der \nNatur vorgeht. Einen wahren Begriff davon können wir erhalten, wenn wir diesen Vorgang im Frühling vergleichen mit unserem Erwachen des Morgens. So gestärkt und erfrischt, wie wir \nda zu einem neuen Tage, zu unseren alten Freuden und Schmerzen zurückkehren aus einem dunkeln Unterbewußtsein, in das \nwir hinabgetaucht waren, so empfinden und fühlen die geistigen \nWesenheiten, die das grüne Pflanzenkleid der Erde hervorziehen \naus dem Dunkel, in welches im Herbst das Samenkorn in den \nSchoß der Erde gesunken war. Wenn wir uns im Frühling diesen \nGedankengängen hingeben, so werden wir dem Geiste der Erde \nnäher kommen und werden auf richtige Weise eindringen in die \ngeistigen Welten. Wir werden dann hinter allen Naturerscheinungen das Geistige bemerken. Wenn wir sehen, wie ein Blitzstrahl \neinen Baum spaltet, so sollen wir beim Blitze an die Erzengelwesenheit denken, beim rollenden Donner an eine geistige Wesenheit aus den Welten des tönenden Lichtes, an die Geister der \nPersönlichkeit. Nicht durch die allgemeine Redensart von der \n«Vereinigung mit dem Göttlichen in uns» erreichen wir diese, \ndenn nicht in uns werden wir das Neue, das Höhere finden: außer \nuns liegen die Welten, in die wir bewußt eindringen sollen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — München, 1909-12-05","site_heading":null,"date":"1909-12-05","location":null,"word_count":505,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1909-12-05/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266a/1909-12-05/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/266a/1909-12-05/p004"}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern sowie Notizen von Vorträgen","evidence_translation":"Participants' records written from memory, and notes of lectures","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}