{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1910-11-05/p002","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Berlin, 5. November 1910 \nAufzeichnung Α \nDie Arche Noah \nWie immer wollen wir auch heute den Tagesgeist um Hilfe für \nunsere Arbeit bitten. - Sonnabend-Spruch. \nWir haben gestern davon gesprochen, daß der Schüler den \ngeistigen Ton hört, den Ton aus Osten. Wollte der Schüler nun \nsagen, jetzt wüßte er, wie das Geistige tönt, jetzt hätte er den \nersten geistigen Laut vernommen, dann würde er sich in einem \ngroßen, verhängnisvollen Irrtum befinden. Es ist dieser Ton, den \nder Schüler da hört, vielmehr das letzte Wort gleichsam aus dem \nPhysischen. Alles, was noch irgendwie lautmäßig ertönt, jeder \nTon, der irgendwie aus einem im Fleisch inkarnierten Kehlkopf \nkommen kann, ist nicht aus dem Geistigen. \nDie geistige Welt ist vorerst vollständig farblos, lichtlos, tonlos und so weiter. Alles, was wir an Farben etwa sehen, ist \nnichts Geistiges, sondern sie kommen aus unserem eigenen Innern, und zwar geben sie solche Eigenschaften an, die wir noch \nnicht haben, die wir noch erringen müssen. Wenn wir zum Beispiel eine rote Farbe sehen, so bedeutet das, daß wir Liebe noch \nnicht in uns haben, daß wir sie in uns entwickeln müssen. Sehen \nwir Violett, so will das sagen, daß wir hingebende Frömmigkeit \nuns aneignen müssen. \nWenn wir lautmäßige Töne hören, so ist das nichts Geistiges, \nsondern etwas, was aus uns selbst stammt. Hat jemand auf eine \nbestimmte Speise eine Eßgier, fängt jemand zum Beispiel an, vegetarisch zu essen, hat er aber innerlich, leiblich innerlich noch \ndas Verlangen nach Fleisch, auch wenn er sich dessen nicht bewußt wird, so tönt diese Gier in Tönen, in gleisnerischen Tönen \nheraus. Alle diese Töne und Laute sind nur okkultes Rabengekrächze!","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1910-11-05","site_heading":null,"date":"1910-11-05","location":null,"word_count":268,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1910-11-05/p002","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1910-11-05/p002"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/266b/1910-11-05/p002"}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern","evidence_translation":"Participants' records written from memory","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}