{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1910-11-05/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Erlebnisse. Das ist wie die zweite Taube, die aufgelassen wurde \nund die zurückkehrte mit dem Ölzweig, dem Symbol des \nFriedens. \nAber die Seele ist nicht ganz allein auf sich angewiesen auf \ndiesem schweren Weg des Esoterikers; es gibt etwas, woran sie \nsich halten kann. Etwas derartiges ist das Rosenkreuz. Wir sollen es auf uns wirken lassen; wir sollen uns klar sein, daß das \nSchwarz des Holzes darstellt unsere Leiblichkeit, die verhärtet \nund verdorrt ist, daß wir unser niederes Ich, das sich identifiziert mit der Leiblichkeit, ebenso dunkel und tot werden lassen \nmüssen, wie das Holz des Kreuzes tot ist. Dann wird das höhere, geistige Ich so in uns wirken, wie sich das Schwarz des \nKreuzes zu hellen, strahlenden Lichtlinien umwandelt. In der \ngleichen Weise wird das Rot der Rosen sich aus der Farbe der \ninnerlich wirkenden Liebe zum Grün umwandeln, der Farbe des \nnach außen wirkenden Lebens. \nWenn wir Symbole erleben, so sind nicht die echt und aus \nder geistigen Welt stammend, die uns freudig machen, die wir \nfreudig erleben, sondern nur die, bei denen wir Leid empfinden. \nUnd mit uns herumtragen müssen wir sie, bis wir ihren Sinn \nerfaßt haben. Im Leiden muß das Geistige aus ihnen in uns \ngeboren werden. \nUnd noch eins müssen wir einsehen: das ist das, daß wir gar \nnicht unegoistisch sein können. Wir sind niemals unegoistisch, \nnie, nie, nie! Und wenn wir uns auch einbilden, jetzt etwas getan zu haben, was ganz selbstlos ist, so ist das doch ein Irrtum. \nWir können gar nicht selbstlos handeln. Es ist das Weltenkarma, \ndas uns egoistisch handeln läßt. Das Weltenkarma ist der Gott! \nUnd kommen wir einst so weit, daß wir gut und edel handeln, so ist es der Gott in uns, der gut ist. Wenn wir selbstloser \nwerden, so werden wir zum Beispiel eines bemerken; wir werden keine Angst und keinen Schrecken mehr empfinden. Wenn \nneben uns plötzlich ein starkes Geräusch entsteht, werden wir \nnicht mehr zusammenfahren wie früher. Der Gott, der uns gut \nund edel handeln läßt, ist unser Urbild. Unser Urbild hat uns","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1910-11-05","site_heading":null,"date":"1910-11-05","location":null,"word_count":339,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1910-11-05/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1910-11-05/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/266b/1910-11-05/p004"}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern","evidence_translation":"Participants' records written from memory","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}