{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1910-11-05/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"geschaffen zu dem, was wir jetzt sind. Und wir müssen selbst \nzum Abbild unseres Urbildes wieder werden. \nWenn wir dies alles richtig aufgefaßt haben, dann werden wir \nin der richtigen Weise verstehen den echten esoterischen Rosenkreuzerspruch: \nEx Deo nascimur \nIn morimur \nPer Spiritum Sanctum reviviscimus \nUnaussprechlich ist das für den Esoteriker, was hier ausgelassen worden ist. Wenn wir die eine Zeile anfangen zu sprechen, \ndann muß das Gefühl zu dem hingehen, was unaussprechlich ist. \nUnd erst, wenn das Gefühl zurückkommt, kann man weitersprechen. Wer dieses mit richtigem Gefühl innerlich erlebt, der \nwird auch den andern esoterischen Spruch richtig auffassen: \nIm Geiste lag der Keim meines Leibes ... \n* \n* * \nAufzeichnung Β \nDasjenige, was gestern gesagt worden ist über das unaussprechliche Wort, das in der Meditation gehört wird und das die Richtung nach dem Osten angibt, das sollen wir uns nicht vorstellen \nals etwas, das einen Laut darstellt, der mit menschlicher Sprache \netwas gemeinsam hätte. Das, was man als Vokale, als artikulierten Laut daran hört, ist eben dasjenige, was man von sich aus in \nihn hineingelegt hat. Nichts von alledem, was in der geistigen \nWelt gesehen oder gehört wird, kein Laut, keine Farbe hat etwas \nmit den Dingen dieser physischen Welt gemeinsam. Schauen wir \nzum Beispiel eine rote Farbe, dann ist die Farbe etwas, das zu \nuns gehört, und zwar stellt sie dasjenige dar, was wir selber \nnoch nicht sind. Rot in der geistigen Welt bedeutet Liebe. Wenn \nwir also Rot schauen, bedeutet das, daß wir die Liebe noch \nnicht in uns ausgebildet haben. \nWährend wir meditieren, erheben wir uns bewußt oder unbewußt in die geistige Welt, als ob wir auf einem hohen Berg stehen würden und die Wellen unserer Leidenschaften um uns herum und zu uns heraufschlagen, so wie die Arche Noah auf den \nFluten schwamm. Jene Leidenschaften sind es, die sich im ersten \nAnfang offenbaren als Laute, als Stimmen. \nWir sind als Esoteriker verpflichtet, im Anfang unserer Entwicklung alle Töne (Laute) abzuweisen, sie wie Rabengekrächze \nzu betrachten. \nMan muß also damit beginnen, alles, was man sieht oder hört, \nals unrichtig zu betrachten. So auch, wenn man zum Beispiel Persönlichkeiten, die man kennt, in ihren «vorigen Inkarnationen» \nschaut. Das alles soll der Schüler nicht beachten, von sich gehen \nlassen so, daß es nicht zurückkehrt. Das, was man so schaut, wird \nsich nach längerer Zeit - denn es kann lange dauern, ehe sich eine \nVeränderung zeigt - auflösen und sich in etwas anderes verwandeln. Das Neue, das sich dann bildet, das ist das Wahre! Wenn \nsich eine rote Farbe zeigt, so darf man diese nur so auffassen als \naus einem selbst hervorgehend. Nur wenn die rote Farbe wie in \neiner Wolke sich auflöst und in eine andere Farbe übergeht, ist die \nletztere Farbe als von Bedeutung anzusehen. - Das ist die Taube, \ndie mit den Ölzweig in die Arche zurückkehrt; das ist eine Offenbarung aus der geistigen Welt, die uns etwas zu sagen hat. Auch \ndieses soll aber als ein Symbolum aufgefaßt werden, das wir lernen sollen zu entziffern. Ehe man dazu imstande sein wird, kann \nwiederum längere Zeit vergehen. Auch wenn sich uns ein Symbolum zeigt, sollen wir nicht bei ihm stehen bleiben, sondern es \nvielmehr von uns weisen. \nMan soll Farben und Symbole nur dann betrachten, wenn sie \nschon eine Weile vorher uns erschienen sind, so daß es eher \nmöglich ist, daß unser persönliches Interesse daran geschwunden \nist und wir vielleicht die wahre Bedeutung finden können. Wir \nmüssen uns vertraut machen mit dem Bewußtsein, daß wir ganz","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1910-11-05","site_heading":null,"date":"1910-11-05","location":null,"word_count":579,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1910-11-05/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1910-11-05/p005"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/266b/1910-11-05/p005"}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern","evidence_translation":"Participants' records written from memory","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}