{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1910-11-05/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"_____________ \nAufzeichnung C \nWir werden leicht Mißverständnissen ausgesetzt sein, wenn wir \nmeinen, daß der Ton, der aus dem geistigen Osten zu uns herunterdringt und der den Namen Gottes bedeutet, sich in Tönen \nund artikulierten Lauten kundgibt, so wie wir sie in der physischen Welt vernehmen. Es ist aber ein ganz anderer Ton, ein \nganz anderer Laut, der mit nichts in der physischen Welt auch \nnur eine geringste Ähnlichkeit hat. Der Schüler muß daher \nungeheuer vorsichtig sein in seinem Unterscheidungsvermögen, \nbesonders aber auch mit seiner Selbsterkenntnis. Es ist nämlich \nTatsache, daß, wenn jemand anfängt, Farben, Formen, Töne \noder gar selbst Worte aus der geistigen Welt zu vernehmen, diese in den wenigsten Fällen aus der geistigen Welt kommen. Sie \nkommen zumeist aus der physischen Welt, nämlich aus dem \nMenschen selber, oftmals schon allein dadurch, daß der Mensch \nvon einem brennenden Wunsch beseelt ist, selber etwas in der \ngeistigen Welt zu erleben; es treten dann auf Erscheinungen und \nLaute und so weiter aus unserer eigenen Welt. Aber in gewisser \nBeziehung beruhen diese Erscheinungen doch wieder auf Wahrheit - und das soll wohl bedacht werden -, insofern sie Anteil \nhaben an unseren Gedanken und an dem Wesen des menschlichen Charakters. Was sich so in Farben und so weiter ausdrückt, ist also in der Regel nicht aus der geistigen Welt, sondern oft werden sie durch ein körperliches Unbehagen erzeugt, \noder auch können sie durch das Folgende veranlaßt werden. \nWenn ein Mensch Vegetarier geworden ist, die Lust am Fleischessen aber noch nicht verloren hat, so wird ihn auf dem Astralplan, wo er nachts weilt, diese Begierde nach Fleisch quälen, \nund dieses Unbehagen macht sich dort kennbar durch Töne \noder Worte, die er dann glaubt aus der geistigen Welt zu ihm \ntönen zu hören. Das ist, was man im Okkultismus den «krächzenden Raben» nennt. \nOder nehmen wir an, jemand sehe eine rote Farbe - die rote \nFarbe bedeutet geistig Liebe -, sie wird ihm geistig vor Augen","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1910-11-05","site_heading":null,"date":"1910-11-05","location":null,"word_count":320,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1910-11-05/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1910-11-05/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/266b/1910-11-05/p007"}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern","evidence_translation":"Participants' records written from memory","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}