Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1910-11-05
* lett, wo es an hingebungsvoller Frömmigkeit gebricht. Haben wir so die Auslegung richtig getroffen, so ist das wie eine Taube, die mit einem Ölzweige im Schnabel zurückkehrt - ebenso bei Formen, Symbolen und Gestalten. Vor allem gälte es, in uns die Einsicht zum Bewußtsein zu bringen, daß wir egoistisch sind und nie, nie, nie sollte das Wort aus unserem Munde kommen: Ich tue dies oder ich empfinde hierbei völlig unegoistisch - denn Egoismus gehört zum Weltenkarma und wir können uns einstweilen nicht frei machen davon. Nur die Einsicht, daß es so ist, sollen wir uns aneignen, als Waffe gegen Ahriman. Jeder Mensch ist aus einem Urbild seiner selbst heraus geschaffen und ist nur eine Spiegelung dieses Urbildes. Alles, was wir in der Welt an Gutem, Schönem und Edlem vollbringen dürften, das täten wir nicht selbst, sondern verdankten es unserem Urbild. Haben wir diese Erkenntnis in uns entwickelt, so ist das gleich einer dritten Taube, die höher steigt, aber stets zu uns zurückkehrt, und so uns verbindet mit dem Urbild, was in Christus beschlossen ist. Ist diese Erkenntnis völlig in uns zum Leben geworden, so kapitulieren wir vor Christus und ersterben in Ihm. Exoterisch sprechen wir die Worte: E.D.N. - I.C.M. - P.S.S.R. Esoterisch sind sie nicht aufzuschreiben. Aufzeichnung Ε Das Wort aus dem Osten muß in der richtigen Weise von uns aufgenommen werden. Wir müssen vor allem darauf achten, um bei der Inspiration Wahrheit von Trug zu unterscheiden, daß alles, was mit dem Charakter des Kehlkopf-Gesprochenen, also als Vokal erscheint, in dem, was wir aus der geistigen Welt hören, nicht in Wahrheit aus dieser stammt. Es darf vielmehr kein Lautcharakter vorliegen. Daher fließt das «Wort» aus der geistigen Welt nicht wie die Menschensprache. Alles Vokalartige muß
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GA 266b/1910-11-05/p010 · edition original