{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1910-11-05/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"* \n* * \nvielmehr verschwinden. Sobald ein Lautcharakter vorliegt, muß \nman sich sagen: Das ist eine Versuchung, andere Stimmen als die \naus der geistigen Welt anzuerkennen und ihnen zu folgen! Der \nGeist aber spricht niemals im Lautcharakter zu mir. \nWir werden mit der Zeit erfahren, daß die Seele sich durch \ndie Meditationen verändert, und das, was wir durch diese Veränderungen erfahren, kann sich uns in einem gewissen Tönen zeigen. Auch das aber dürfen wir nicht für eine wahre Inspiration \nhalten, es ist in Wirklichkeit weiter nichts als das okkulte Rabengekrächze unserer Wünsche und Begierden, - Widerspiegelungen unseres Leibesinnern. Dies okkulte Rabengekrächze wird \nüberwunden, wenn ich den Raben fortschicke. \nDaher müssen wir bei den ersten Mitteilungen, die wir erhalten, immer uns sagen: Das ist nur unser eigenes Innere, das sich \nso spiegelt. Diese Trugbilder sind in der Tat eine Gefahr, doch \nsollen wir uns deshalb nicht entmutigen lassen, indem wir sagen: \nNun bin ich schon fünf Jahre oder länger an der Arbeit und \nhabe noch immer nichts Positives erlebt! Vielmehr müssen wir \nunsere Versuche immer wieder und wieder fortsetzen, bis wir zu \neinem positiven Ergebnis kommen. \nDer Mensch kleidet seine Erlebnisse in der physischen Welt \nin Formen, Farben, Töne ein. Die geistige Welt äußert sich jedoch nicht in Farben, Formen und Tönen im physischen Sinne. \nDer Mensch muß daher eine Umkehrung seines Selbstes durchmachen, um sehend in der höheren Welt zu werden, und dazu \nbraucht er innere Kraft. Ja, wir müssen erkennen lernen, daß wir \nselbst es zunächst sind, die die Farben und Gestalten (imaginative Bilder) herbeiführen. Kühn, mutig müssen wir uns das \nbekennen. Die vermeintlichen Stimmen sind da meist nur der \nAusdruck unbehaglicher Stimmungen des Leibes; bei den \nFleischessern ist das in noch erhöhtem Maße der Fall. \nEs muß aber das feste Vertrauen in mir bestehen bleiben, daß \nfrüher oder später auch solche Farben und Töne erscheinen werden, die nicht nur der Ausdruck des unbehaglichen Leibesinnern \nsind, sondern wirklich aus der geistigen Welt stammen. Die \nTaube des eigenen Geistes darf uns nicht mehr leer zurückkommen, wenn sie einmal fortgeflogen ist! \nWir müssen es lernen, die symbolische Sprache, die uns aus \nden geistigen Sphären entgegentönt, zu deuten. Dann kommt die \nTaube unseres Geistes nicht mehr leer zurück, sondern mit dem \nÖlzweige. Wir müssen die geistigen Erlebnisse in der Bildersprache zu verstehen suchen. Die ersten Symbole, welche uns \nerscheinen, sollen eine Aufforderung sein, um diese Eigenschaft \nuns anzueignen. Erscheint uns zum Beispiel die Farbe Rot, die \nFarbe der Liebe, so sage ich mir bescheiden: Du hast sie nicht! -\nViolett ist die Farbe der hingebungsvollen Frömmigkeit; sie sagt \nuns, wir sollen Geduld haben, wir sollen warten können. Wenn \naber eines Tages diese Farben in ihre Komplementärfarben sich \nverwandeln, so können wir uns sagen, daß wir einen Schritt vorwärts getan haben und uns von Egoismus gesäubert haben. \nDie Schulung leitet den Schüler und sagt ihm, worauf es ankommt, im Rosenkreuz symbolisch den Ausdruck für die ersten \nEindrücke aus geistigen Welten zu erkennen. Nur dann, wenn \nwir alles im Namen Gottes tun, empfinden wir richtig: So muß \nsich der Mensch als Bild, als Urbild Gottes betrachten lernen. \nDas sagt uns der dreifache Rosenkreuzerspruch.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1910-11-05","site_heading":null,"date":"1910-11-05","location":null,"word_count":519,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1910-11-05/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1910-11-05/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/266b/1910-11-05/p011"}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern","evidence_translation":"Participants' records written from memory","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}