Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Stuttgart, 1911-01-02
Stuttgart, 2. Januar 1911 Wir müssen das esoterische Leben ernst nehmen; eine esoterische Stunde muß uns daher immer etwas Heiliges sein. Niemals sollen wir sie als etwas Gewohntes hinnehmen. Wir waren uns wohl noch nicht alle bewußt des nötigen Ernstes, als wir um Aufnahme in den esoterischen Kreis baten. Jetzt aber sollen wir uns dies immer mehr vor die Seele führen und die Verbindung mit den geistigen Welten anstreben, um nicht wieder in das alltägliche Leben zurückzufallen. Die Übungen, die uns gegeben sind, sind immer als von den Meistern ausgehend zu betrachten. Der Esoteriker soll auf sich selber und seine Gefühle achtgeben, besonders das ins Auge fassen, was seine Selbsterkenntnis betrifft. Die allermeisten - und wir gehören wohl auch dazu - geben sich großen Täuschungen hin, was sie selber angeht. Besonders haben wir auf den Egoismus zu achten. Oft reden wir uns selber vor, etwas selbstlos zu tun, oder auch, wir empfinden gegen jemand Neid und Haß, der uns noch nicht zum Bewußtsein gekommen ist. Wir meinen dann, ihm als Esoteriker die «Wahrheit» sagen zu müssen und dies oder jenes nicht von ihm leiden zu dürfen. Sobald derartige Gefühle in uns auftreten, soll man sich vorstellen, daß man sich schweren Täuschungen hingibt, deren tiefere Ursache immer dem Egoismus entspringt. Derartige Gefühle äußern sich stets mit einem Wärmegefühl, das den ätherischen Leib - und zwar jenen Teil, den wir den Wärmeäther nennen - durchzieht und durch das Blut bis auf den physischen Leib einwirkt. Derartige Gefühle wirken immer schädigend auf den Menschen und die Weltentwicklung ein. Die Hierarchien, welche die karmischen Zusammenhänge zu leiten beauftragt sind, wirken dann in der Weise, daß sie besondere Wesenheiten anstellen, die in uns bestimmte aufbauende Wirkungen zerstören und somit auch auf die Seele und indirekt auf den Leib zerstörend wirken. Das sind die zu diesem Zwecke
Cite:
GA 266b/1911-01-02/p002 · edition original