{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1911-03-15/p002-p007","extent":"range","passage_number":2,"through":7,"paragraph_count":6,"first_locus":"GA 266b/1911-03-15/p002","last_locus":"GA 266b/1911-03-15/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1911-03-15","date":"1911-03-15","location":null,"alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. 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Januar 1911] \nausgeführt wurde, in dem Zeichen stehen: «Stetiger Tropfen \nhöhlt den Stein». Als wirksame Vorbereitung für die Übungen \nhaben wir das Studium der theosophischen Werke. Es ist besser, \nein Werk fünfundzwanzigmal gelesen zu haben, als fünf Bücher \njedes fünfmal; und wer ein Buch zwei- oder dreimal gelesen hat, \ndarf sich gar nicht einbilden, es überhaupt gelesen zu haben. \nWenn wir an einem bestimmten Tag des Jahres dieses oder jenes \nbei unserer Meditation erlebt haben, dann werden wir, wenn wir \ninzwischen wirklich studiert haben, an demselben Tag nach einem Jahr viel mehr erleben können. Es ist gut, dieselbe Übung \ndurch lange Zeiten hindurch zu behalten, das ist viel besser als \ndas fortwährende Abwechseln. \nNicht nur unsere Gedanken sollen wir durch das Studium bereichern, sondern auch bestimmte Gefühle entwickeln. In einfachen \nEmpfindungen kann man die Anknüpfungspunkte für etwas viel \nTieferes finden. Zum Beispiel sollen wir einmal aufmerksam werden auf die Empfindung des Anfassens, zum Beispiel eines Gegenstandes, oder des Angefaßtwerdens, zum Beispiel bei der Hand \ngefaßt zu werden. Da können wir einen deutlichen Unterschied \nfühlen, wenn wir zum Beispiel uns vorstellen die Empfindung, die \nin uns erregt wird, wenn wir eine Schnecke anfassen oder wenn \neine Schnecke uns, ohne daß wir es wissen, über die Hand kriecht. \nWenn wir diese verschiedenen Gefühle gut ausbilden, dann können wir uns einen Begriff bilden von dem Unterschied zwischen \nder untersinnlichen und der übersinnlichen Welt. \nDie ganze physische Welt mit all unseren diesbezüglichen \nEmpfindungen ist eine Maja oder Illusion. Wir können sie uns \nvorstellen unter dem Bilde eines Feldes oder einer Ebene; über \nihr ist die übersinnliche, unter ihr die untersinnliche Welt. Die","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":282,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1911-03-15/p002"},{"passage_number":3,"locus":"GA 266b/1911-03-15/p003","text":"übersinnliche Welt ist nun eine solche, daß sie in Zusammenhang gebracht werden kann mit dem Gefühl des Angefaßtwerdens, die untersinnliche dagegen mit dem Gefühl des Anfassens. \nIn der Rosenkreuzerlehre wurde die untersinnliche Welt immer die elementarische Welt genannt, die Welt der Elemente des \nFeuers, der Luft, des Wassers, der Erde. \nZu dem Element der Erde dringt man durch, wenn man über \nDreiecke, Vierecke, Fünfecke, geometrische Figuren überhaupt \nmeditiert. Man soll das dann so machen, daß man sich diese Figuren mit dem Finger der einen Hand in das Innere der andern \nHand schreibt, daß man dann jeden Gedanken an die Hand und \ndas Schreiben fallenläßt und nur die Empfindung des Hineinschreibens in die Handfläche wie frei schwebend im Raum sich \ndenkt und sich in diese Empfindung vertieft. So ergreift man \nallmählich das Element der Erde.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":134,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1911-03-15/p003"},{"passage_number":4,"locus":"GA 266b/1911-03-15/p004","text":"Das Element des Wassers wird dadurch ergriffen, daß man \nsich einen fixen, materiellen Punkt denkt und einen andern, beweglichen Punkt, der sich in einem Kreise um den ersteren herumbewegt. Dann soll man sich das ebenso wieder in die Hand \nschreiben und so damit verfahren wie mit der ersten Figur. Den \nzweiten Punkt soll man als fortgesetzt weiter drehend denken. \nBei dem Elemente Luft denke man sich zwei fixe Punkte, die \nvoneinander wegfliehen wollen, aber vorher eine Art Halbkreis \numeinander beschreiben und dann ins Unendliche auseinanderstreben. Wenn wir mit dieser Figur genau so vorgehen wie mit \nder vorangegangenen, dann ergreifen wir das Element Luft, fühlen nicht bloß die Luft an uns vorbeistreichen, sondern ergreifen \nsie wirklich. \nDiese Übungen soll man unausgesetzt und längere Zeit nacheinander fortsetzen. Sie sind nicht leicht; man muß sich erst eine \ngewisse Praxis aneignen erstens in dem Fühlen der Empfindungen im Raum, ohne die Hand in Anspruch zu nehmen, und \nzweitens in dem Festhalten der Figur. Dann aber führt diese \nÜbung zum Erfassen der elementaren Welt; man lernt diese \nergreifen. \nEs ist aber eine Regel ohne Ausnahme, daß diese Übungen \nzugleich egoistisch machen. Deshalb sollte man sie niemals ausführen, ohne nicht zu gleicher Zeit allumfassendes Mitgefühl für \nalles, was Menschen freut und schmerzt, in der Seele zu entwickeln. \nBeim Aufsteigen in die übersinnliche Welt werden wir tatsächlich von höheren Wesen ergriffen, die sich unser als ihrer \nWerkzeuge bedienen, so wie wir uns unseres Auges, Ohres etc. \nbedienen. Die Gefahr bei diesem Erlebnis ist, daß man dabei, im \nschlechten Sinne des Wortes, immer selbstverlorener wird. DaBei dem Elemente Feuer denke man sich eine geschlossene \nFigur wie eine Schleife oder Achterfigur. Man soll besonders \nempfinden, daß in der Mitte ein Schnittpunkt sich befindet, wo \ndie Kurve sich selbst berührt. \nher ist es nötig, zu gleicher Zeit Mut und Furchtlosigkeit auszubilden. Dann können wir uns ruhig in der geistigen Welt von \ngeistigen Wesen ergreifen lassen, so daß wir fühlen: jetzt inspiriert uns ein Engelwesen, jetzt ein Erzengelwesen und so weiter. \nImaginationen führen in die untersinnliche Welt, Inspirationen \nin die übersinnliche Welt. \nMan sieht, wie in dem Rosenkreuzerweg diese zwei Richtungen, nach oben und nach unten, vereinigt sind. Es ist nötig, daß \nman als Hellseher streng unterscheiden lernt zwischen elementarischer Welt und übersinnlichen Wesen; zwischen dem, was \nhier in der physischen Welt als Einheit erscheint. Wer beides \nzusammen schauen würde, in einem Bild das Wesen und dasjenige, was sein elementarischer Ausdruck ist, der würde die \ngröbsten Fehler machen und alles durcheinanderwerfen. Es ist \nim Anfang nicht leicht, die beiden Gebiete zu trennen, weil das \nastralische und auch das devachanische Schauen beide gibt, aber \nman lernt allmählich, wenn man, aufsteigend, ein Wesen schaut, \nsofort herabzusteigen, um unterhalb der physischen Welt das \nElementarische dieses Wesens zu finden, so wie man, wenn man \neinen Gegenstand schaut, sofort herabschauen kann, um seine \nWiderspiegelung im Wasser zu erblicken. \nDer Saturnzustand könnte nicht geschildert werden, wenn \nman nicht auf der einen Seite sich zu solchen Wesen erheben \nkönnte wie den Geistern des Willens oder Geistern der Persönlichkeit, und auf der anderen Seite in das Element des Feuers \ndurchdringen könnte. Ebenso muß man für den Sonnenzustand \ndie Geister der Weisheit und die Erzengel erkennen und auch \ndas Element Luft. In der Beschreibung (in der «Geheimwissenschaft») wird beides zusammen gegeben: wie die Throne die Saturnwärme ausströmen lassen und so weiter. Es ist aber notwendig, bei der Beobachtung, dies als eine Zweiheit zu empfinden. \nMan muß sich darauf vorbereiten, in der geistigen Welt Dinge \nzu sehen und zu hören, die man hier unten niemals gesehen \noder gehört hat. Wer nur erwartet, ihm schon Bekanntes da drüben zu finden, wird niemals in die geistige Welt eindringen können. Das ist es auch, was in dem zweiten Satz von unserem \nRosenkreuzerspruch ausgedrückt ist: In morimur. Nur \nwenn das Sterben in Christo bei uns stattfindet, können wir \ndurch den Heiligen Geist wiederum auferweckt werden. Das \nwiederum ist näher ausgedrückt in dem, was gewissermaßen ein \nKommentar auf unseren zweiteiligen Spruch ist, der uns von \nden Meistern gegeben ist: \nIm Geiste lag der Keim meines Leibes ... \nAufzeichnung Β \nWir haben schon das letztemal gesehen, daß wir uns nicht sehnen sollen nach neuen Übungen, sondern gerade, wenn wir täglich mit unentwegter Treue dieselben Übungen machen (Beispiel: «Steter Tropfen höhlt den Stein»), so werden sie befruchtend auf uns wirken. Es werden sich Empfindungen einstellen, \ndie uns hinaufführen in die geistige Welt. \nGanz ähnlich verhält es sich mit dem Lesen theosophischer \nBücher. Ein Theosoph glaube doch nicht, ein Buch wirklich zu \nkennen, wenn er es dreimal gelesen hat. Das ist so gut, als habe \ner es noch gar nicht gelesen. Und anstatt je fünf Bücher fünfmal \nzu lesen, soll er lieber ein Buch fünfundzwanzigmal lesen. Wir \nwerden dann die Resultate schon an uns merken, sie fließen unbewußt ein in unsere Meditationen und bilden Marksteine auf \nunserem Weg in die geistigen Höhen. \nAlle Dinge um uns, die ganze Welt der physischen sinnlichen \nWahrnehmung müssen wir uns gewissermaßen vorstellen wie ein \ngroßes weites Feld (eine Fläche). Darüber breitet sich die übersinnliche, darunter die untersinnliche Welt aus. (Die sinnliche \nWelt und die gewöhnliche, an das Gehirn gebundene Gedankenwelt [Maja] als eine Fläche, ein Feld vorstellen, darüber die \nübersinnliche Welt [Hierarchien etc.], darunter die untersinnli-","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":863,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1911-03-15/p004"},{"passage_number":5,"locus":"GA 266b/1911-03-15/p005","text":"* \n* * \nche Welt, davon die oberste Sphäre die elementare Welt.) Wie \nunterscheiden sich die beiden? \nDer untersinnlichen Welt stehen wir gegenüber, als ergreifen \nwir sie, der übersinnlichen dagegen, als werden wir ergriffen. \nDenken wir uns zum Beispiel, daß wir eine Schnecke angreifen \noder daß sie uns über die Hand kriecht, so haben wir den Unterschied. Stellen wir uns diese beiden verschiedenen Empfindungen recht oft vor, so werden wir schon den Unterschied finden zwischen der übersinnlichen und der untersinnlichen Welt. \nWollen wir nun die untersinnliche Welt oder Elementarwelt \nbegreifen lernen, so tun wir gut, uns geometrische Figuren wie \ndas (Dreieck, Viereck) vorzustellen und darüber zu meditieren. \nDann leben wir uns ein in das Erdige. Und zwar haben wir das \nfolgendermaßen zu machen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":123,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1911-03-15/p005"},{"passage_number":6,"locus":"GA 266b/1911-03-15/p006","text":"Wir zeichnen zuerst das Dreieck mit der einen Hand in die \nandere, dann übertragen wir die Bewegung in den frei schwebenden Raum, als ob sie uns nichts mehr anginge, aber indem \nwir doch dieselben Empfindungen in uns hervorrufen wie vorher, als wir die Figur in die Hand zeichneten. \nWill man das Wäßrige in der Elementarwelt begreifen, so \ndenkt man sich einen Punkt, um den ein anderer fortwährend \nim Kreise rotiert. Wieder zeichnet man ihn zuerst in die Hand, \nüberträgt ihn dann in die freie Luft, aber so, daß man sich dabei \nsowohl die Bewegung vorstellt als auch die Empfindung, die \ndabei ausgelöst wurde. \nWill man sich in das Luftförmige der Elementarwelt hineinleben, so muß man sich zwei Punkte vorstellen, die zuerst in \neinem Halbkreise umeinander herumgehen, sich dann aber fliehen und verlieren im Raume. \nAuch diese beiden letzten Symbole müssen erst in die Hand gezeichnet, dann in den frei schwebenden Raum übertragen werden. \nWenn wir über diese Symbole in der angegebenen Weise meditieren, so werden wir schon merken, wie wir uns einleben in \ndie Elemente, wie wir erkennen werden, welche Wesenheiten in \nihnen leben. Zugleich aber werden wir empfinden, daß wir immer egoistischer werden. Es können diese Übungen nur dann \nzum Heile gereichen, wenn wir zugleich als Gegengewicht in \nuns das allgemeine Mitleid, das universelle Mitgefühl entwickeln, \ndas uns jeden Schrei oder Ton der Klage, jeden Laut des \nSchmerzes in unserer Umgebung so empfinden laßt, als entspringe er unserer eigenen gequälten Brust. \nUnd wie die Gefahr des Egoismus groß ist beim Einleben in die \nuntersinnliche Welt, so ist die Gefahr des Weltenverlorenseins \nnicht minder groß, leben wir uns hinauf in die übersinnliche Welt. \nEs ist tatsächlich so, daß wir besessen werden von höheren Wesenheiten, sie ziehen in uns ein, nehmen Besitz von uns, um durch uns","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":296,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1911-03-15/p006"},{"passage_number":7,"locus":"GA 266b/1911-03-15/p007","text":"Um sich endlich in das Feuer einzuleben, muß man sich vorstellen einen Punkt, der aber immer wieder berührt wird. \nzu wirken. Da kommt es nun darauf an, unser «Ich», unser eigenes \nSelbst zu bewahren, es sich nicht verlieren zu lassen. Dazu verhilft \nuns Mut, Starkmut, Furchtlosigkeit. Sich vorher vor irgendeinem \nuns möglicherweise treffenden Unglück fürchten ist ganz nutzlos. \nIm Gegenteil soll man sein Karma mit Mut und Furchtlosigkeit \nertragen, es hilft nichts, sich davor zu fürchten. Von vornherein \nmuß man sich vorstellen, daß man in der geistigen Welt etwas anderes vorfindet als in der physischen. Geistige Wesenheiten sind es, \ndie uns da entgegentreten. Leben wir uns nun so hinauf, daß wir \ndie geistigen Wesenheiten finden wollen in ihrem Element, so werden wir leicht irregeleitet. Wahr ist es, daß wir durch solche Übungen die früheren Planetenzustände begreifen und uns in sie hineinversetzen lernen. Aber nur solche Erlebnisse geben Förderung, bei \ndenen die Intuition die Imagination weckt. Stellen wir uns zum \nBeispiel die Throne und die Geister der Persönlichkeit vor in ihrem \nWirken auf dem alten Saturn und zugleich das Element des Feuers, \nso werden wir bei der Vorstellung des Saturn irregeführt werden. \nNur dann werden wir ihn begreifen, wenn wir uns beide - die geistigen Wesenheiten und das Element - getrennt vorzustellen vermögen. Das Feuer als etwas Getrenntes, als Spiegelbild. Ebenso \nverhält es sich bei Sonne und Mond. Von oben her wirken die geistigen Wesenheiten, seien es die Angeloi oder Archangeloi. Sie \nwollen in den Menschen einziehen, Besitz von ihm ergreifen, um \ndurch ihn auf Erden zu wirken. Wir sollen uns ihnen öffnen, aber \nohne unser Ich daranzugeben. \n(Das Hineinarbeiten in die übersinnliche Welt [ist] verbunden \nmit dem Gefühl des Ergriffenwerdens von den Hierarchien, die \ndurch uns wirken wollen, das in die untersinnliche Welt [mit] \ndem Gefühl des Ergreifens; beides auseinanderhalten. Zum Beispiel wenn beim Hineinmeditieren in den Saturnzustand einem \ndie Throne und die Geister der Persönlichkeit erscheinen im \nVerein mit dem Element des Feuers, so ist dies unrichtig und \nirreführend. Man muß deutlich beides als Getrenntes empfinden. \nHinauf zu der Hierarchie, ein Hinuntertauchen in das Elementarreich und wieder zurück hinauf.) \nESOTERISCHE STUNDE","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":352,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1911-03-15/p007"}],"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":7,"passage_count":7,"word_count":2056},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":41,"passage_count":41,"word_count":2127,"completeness":{"ratio":1.03,"band":"comparable","note":null}}],"aligned_witness":{"status":"not_aligned","lang":"en","note":"No paragraph alignment is recorded for this unit, so the counterpart of this span in the other language is not established. The paragraph of the same number there is not necessarily the same text: fetch that unit and read it."}}