Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Karlsruhe, 1911-10-14

GA 266b/1911-10-14/p006 ·1911-10-14 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern» (Participants' records written from memory). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

* Aufzeichnung Ε Das letzte Mal ist uns eine gewaltige Imagination vor die Seele gestellt worden. - Wenn diese richtig wirkt, dann so, daß wir uns sagen, wir sollen eine solche okkulte Tatsache mit dem Gefühl, der Empfindung aufnehmen, nicht mit dem Verstand - das führt nur zur Spiegelung in die Unendlichkeit und bringt die Seele, den Geist in Verwirrung. - Doch nicht nur die Imagination, daß vorne hinten, oben unten, Licht Dunkelheit ist, süß bitter, bitter süß und so weiter, sondern den Menschen, der uns gegenüber steht, auch so imaginieren, daß die Gesichtsteile, die vorspringen, zurückgehen und die Farbe in ihrer Gegenfarbe erscheint; zum Beispiel das Rot grün. So zum Geistigen des Menschen vordringen: Hellgrün - noch an der Leiblichkeit haftend; wo das Grün dunkel wird bis ins Blaue, da mehr tangierend nach dem Geistigen. So langsam zum Schauen des Ätherleibes vordringen. Das, was zwischen Ätherleib und dem vorgestellten Gegenbild ist: die Schönheit als Häßlichkeit, die Häßlichkeit als Schönheit - wie manche Maler das Geistige als Verzerrung dargestellt haben bei Jesus am Kreuz. Bei dem Esoteriker wird die äußere Hülle sich nicht gleich in die Veränderung finden, die mit dem inneren Menschen vorgeht; Beschwerden, diese aber nicht beachten, dagegen kämpfen, dadurch Stärkung der Seele; Platzkrankheit, Schwindel haben ihre Ursache darin, daß der Mensch nicht genügend berechtigte Ein- samkeit hat. Einsamkeit ist notwendig für den Esoteriker; gemeinsame Meditation, Gebete, bilden Gruppenseelenhaftigkeit aus. Die Seele soll in sich stark werden; auf dem Weg der Esoterik auch Einsamkeitsgefühl, Gefühl des Nicht-vorhanden-Seins [für andere]. Dies kann entweder Schmerz oder Freude verursachen. Wenn der Mensch in sich das ganze theosophische Wissen hat, dann arbeiten in ihm die Gedanken der Götter. Wie der viergliedrige Mensch geworden oder die Planetenentwicklung, das hat in den Gedanken der Götter bestanden, ehe der Mensch da war. Diese Gedanken [waren] zur Zeit Lemuriens im Menschen lebend mit dem Feuer der Götter, aber immer kälter werdend bis zum Ereignis von Golgatha, dann kam Christus, und nun sollen die Gedanken der Götter wieder durch das göttliche Feuer beseelt werden. Wie die drei Reiche der Natur vor uns, so hinter uns die drei Hierarchien Engel, Erzengel, Archai. Wie ein Mensch mit einem kranken Innenleben Angst hat, die Blume könnte ihn verschlingen, so gibt es bei der esoterischen Entwicklung den Moment der Angst, man würde von den Hierarchien wie nach hinten hinaufgehoben, wie aufgesogen. Hingegen sich bei jedem Schmerz, jeder Freude sagen: der Heilige Geist bewirkt alles in dir, dadurch Festigkeit, Selbsterhaltung beim Aufsteigen in die höheren Welten. Aus dem Reich der Geister der Gedanken, der Götter des Vaters, durch das Feuer Christi, des Sohnes, in das Reich des Heiligen Geistes.

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