{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1912-01-01/p002","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Hannover, 1. Januar 1912 \nAufzeichnung Λ \nWir waren in unserer vorhergehenden esoterischen Betrachtung \nbis zu dem Punkt gekommen, daß wir durch unsere Schulung \ndasjenige aus uns herausgesetzt haben, was wir unseren Doppelgänger nennen. Es ist wahrlich keine angenehme Empfindung, \nwenn wir all dasjenige, was wir bis dahin unbewußt in unserem \nInnern beherbergten, objektiv vor uns sehen, was sich dann auf \nSchritt und Tritt als unser Begleiter an unsere Fersen heftet. Wir \nhaben gehört, daß es Samael ist, eine der luziferischen Wesenheiten mit seinen Scharen, der den Doppelgänger aus uns herausbringt. Man sieht daraus, daß die luziferischen Wesen nicht \nimmer das Böse, sondern auch das Gute zustande bringen. \nWenn wir immer unbewußt unsere Fehler in uns tragen würden, \nso könnten wir niemals der zerstörenden, verderblichen Kräfte, \ndie sie sowohl in unserem Leibe wie in der ganzen kosmischen \nSubstanz anrichten, bewußt werden. Solange Samael unsere Fehler nicht aus unserem Innern hervorgeholt hat, solange wir sie \nnicht objektiv als unseren Doppelgänger vor uns sehen, so lange \nwird uns von der Gottheit gnädiglich verborgen gehalten die \nverderbliche, zerstörende Kraft all unserer Emotionen - wie Eifersucht, Haß, Neid -, unserer Leidenschaften überhaupt, die \nwir in unsere Umgebung ausströmen. Der Hellseher sieht, wie \ndiese Leidenschaften etwas zerstören, abbauen in unserem physischen Leib und auch in der Substanz des Kosmos, während \ndas Gute aufbauende Kräfte erregt. So ist Samael im Grunde ein \nSegen für die Entwicklung. Er zeigt uns unser inneres Wesen \num so richtiger, je ernsthafter wir unsere Schulung in die Hand \nnehmen. Wir sehen uns selber dann objektiv mit unseren Fehlern, denen wir bis jetzt keine Aufmerksamkeit geschenkt haben. \nJetzt werden sie immer mehr und mehr Abscheu bei uns erregen \nund uns anspornen, sie zu verbessern.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Hannover, 1912-01-01","site_heading":null,"date":"1912-01-01","location":null,"word_count":281,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-01-01/p002","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-01-01/p002"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/266b/1912-01-01/p002"}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern","evidence_translation":"Participants' records written from memory","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}