{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1912-01-07/p002","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Berlin, 7. Januar 1912 \nAufzeichnung Α \nAnrufen des Tagesgeistes (Sonntag). \nWir haben das letzte Mal besprochen, wie der Mensch ein Wesen mit sich trägt, den Doppelgänger, wie er in Verbindung mit \nihm steht und wie der luziferische Geist Samael in ihm diese \nSpaltung bewirkt und uns dies zum Bewußtsein bringt. Es \nkommt vor, daß dieser Doppelgänger uns veranlassen will, \ndurch seine ihm anhaftenden Begierden und Leidenschaften, denen wir früher gefrönt haben, mit uns durchzugehen, so daß wir \naußer uns geraten, sei es durch Zorn oder anderes. Beim Durchschnittsmenschen macht dies in der Regel nicht viel aus, bei dem \nEsoteriker sollte aber so etwas nicht geschehen; er muß viel \nmehr auf sich achten; das Gefühls- und Triebleben des Esoterikers wird ein ganz anderes. \nMan soll nicht glauben, daß der Mensch lieblos und gleichgültig wird. Gerade die Liebe wird viel mehr vertieft und auf eine \nhöhere Stufe gehoben; sie wird opferwilliger und selbstloser. \nEine esoterische Schulung, die das Ertöten der Liebe und des \nMitgefühls lehrt, ist ganz auf dem Irrweg. Gerade dadurch, daß \nwir unser Gefühlsleben ändern, bekommen wir ein höheres \nGefühl für die Schönheit der Welt und auch für die Kunst. \nAuch sollen wir nicht lamentieren über seelische Verluste, \noder auch nicht sagen: Ich kann nicht gegen mich selbst an, -\nsondern sich in solchen verzweifelten Momenten sagen und immer wieder sagen: Geduld - sei stark! \nDasselbe gilt auch, wenn man glaubt, nicht vorangekommen \nzu sein, weil man keine Erlebnisse in den höheren Welten hat. \nWas erzielt werden soll bei der esoterischen Schulung, ist die \nEinsamkeit der Seele. Die muß die Grundstimmung der Seele \nbleiben und auch durch nichts erschüttert werden, selbst wenn","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1912-01-07","site_heading":null,"date":"1912-01-07","location":null,"word_count":272,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-01-07/p002","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-01-07/p002"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/266b/1912-01-07/p002"}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern","evidence_translation":"Participants' records written from memory","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}