{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1912-02-22/p003-p004","extent":"range","passage_number":3,"through":4,"paragraph_count":2,"first_locus":"GA 266b/1912-02-22/p003","last_locus":"GA 266b/1912-02-22/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Stuttgart, 1912-02-22","date":"1912-02-22","location":null,"alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. 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Er sagt, daß christliche Missionare nach China kamen, um in eine alte, hohe Kultur hinein ihr Christentum zu \nbringen. Ist es ihnen gelungen? Nein. Etwas anderes ist dafür \neingetreten. Die Missionare haben die chinesische Kultur nach \nEuropa zurückgebracht, und seit der Französischen Revolution \nungefähr sei Europa viel mehr verchinest, als es überhaupt ahnt. \nDieser Chinese weiß genau, daß sein Volk das Gedächtnis der \nMenschheit verwaltet und daß diese Tatsache einen tiefen Eindruck auf den Europäer macht. Das Gedächtnis aber ist, wie \ngesagt, Luzifers Gabe. Wir sind durch ihn in unseren physischen \nLeib herabgestiegen, aus dem Paradiese der geistigen Welten \nvertrieben. Wir müssen nun diese Tat Luzifers wieder rückgängig machen, dürfen aber deshalb nicht denken, daß sie nicht notwendig gewesen wäre. \nMan könnte ja fragen, warum wir denn hinuntersteigen mußten. Das wäre aber geradeso, wie wenn jemand, dem man vorschlüge, er solle sich an einen Ort begeben, um da etwas zu erfahren, antwortete, daß das ja nicht notwendig wäre, er bliebe lieber \nda, wo er ist. Dann macht er aber die Erfahrung nicht. Und wir \nhätten nie in der Art die Verfestigung unseres Ich erlangt, wenn \nwir nicht so in den physischen Leib gestiegen wären. \nNun sollen wir aber diesen immer mehr nur als Instrument \nansehen. Wenn wir durch Meditation und Konzentration dahin \ngelangen, ihn zu verlassen und ihn so vor uns liegen sehen, so \nsind allerdings die Organe nicht in Tätigkeit. Die Augen sehen \nnicht, die Ohren hören nicht. Der Leib hat den Wert einer \nPflanze, aber einer sehr hoch entwickelten, und so wie er da vor \nuns liegt, müssen wir uns sagen, daß wir uns vollständig abzugewöhnen haben, über den «niederen» physischen und den «niederen» ätherischen Leib zu sprechen; denn diese zwei sind in ihrer \nOrganisation ein Wunderbau. Der physische Leib ist ein Tempel, den die unteren Götter uns bauten, und was Fehlerhaftes \nund Schlechtes daran ist, das haben ganz allein wir getan. Und \nwenn wir dann uns, die Bewohner dieses Tempels, anschauen, \nso werden wir gewahr, daß wir, das heißt unser geistiges Teil, \ndie Gestalt eines Drachen, eines Wurmes hat. Wie manchen, der \nsich einbildet, er lebe selbstlos, nur seinen Mitmenschen, sieht \nder Hellseher mit den weit vorgeschobenen Kiefern und der zurückliegenden Stirne des Wurmes an als Zeichen seines Egoismus. Diese Wurmgestalt hat unsere Seele noch, und damit wir \nsie nicht immer sehen, haben gute Götter den Hüter der Schwelle davorgesetzt. Nun sollen wir uns aber vornehmen, daß wir \ndiesen Drachen verwandelt den oberen Göttern entgegen- und \nhinaufbringen. Das soll unsere unausgesetzte Arbeit sein. Wenn \nder alte Ägypter bei seiner Einweihung durch den Tempel \nschritt, durch die Reihen der Sphinxe, so sagte er sich, daß dieser Tempel das physische Abbild der vollkommenen Wohnung \ndes Gottes sei und daß er diese Göttlichkeit zu erreichen habe, \num würdig im Tempel seines Leibes zu wohnen. \nBeim Heraustreten aus dem Körper verlieren also die Augen \ndie Fähigkeit des Sehens. Sie sehen nicht mehr die physische \nSonne, nicht das, was diese beleuchtet. Dafür beleuchtet der \nMensch sich selbst seine Umgebung, nimmt Farben und Töne \nder geistigen Welt wahr. Sein geistiges Teil nimmt zu an Fähigkeiten. Wenn man das Hinaustreten übertreibt, so können allerdings die physischen Augen darunter leiden. Sie sehen dann \nnicht mehr klar, sondern alles wie mit einer Aura umgeben. In \nEngland gibt es jetzt sogar gewisse Instrumente, um durch sie \ndie Auren der Dinge zu sehen. Doch ist dies direkt schädlich für","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":585,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-02-22/p003"},{"passage_number":4,"locus":"GA 266b/1912-02-22/p004","text":"die Augen, und ein gesundes Austreten aus dem Körper hat solche Praktiken nicht nötig. \nDer alte Atlantier hatte auch noch nicht das klare Schauen \nder Dinge. Er hatte es nicht nötig, denn die Sonne war noch \ndurch dichte Nebelmassen verschleiert und war gegen Ende der \nAtlantis wie ein riesiger farbiger Kreis am ganzen Himmel zu \nsehen mit einem blassen, verschleierten Mittelpunkt. \nIm alten Ägypten erreichte man bei der Einweihung durch \nphysische Mittel, daß der Schüler durch die Erde hindurch die \nSonne auf der anderen Seite sah. Jetzt aber soll man nur durch \ngeistige Übungen erreichen, die geistige Sonne zu sehen. \nAufzeichnung Β \nEs ist schon öfter ausgesprochen worden, daß unsere Gegenwart \neine sehr wichtige, aber zugleich sehr kritische Zeit ist, in der \ngroße geistige Strömungen in unsere physische Welt hinunterströmen. Sie müssen dazu dienen, dem Menschen gleichsam \neinen neuen Keim zu bringen, wodurch seine Entwicklung weiter vorwärts gehen kann. Und zu gleicher Zeit strömen Einflüsse herab, die aus der Vergangenheit stammen, solche, die die \nfrühere Entwicklung zu einer fruchtbaren gemacht haben. Unsere Aufgabe jetzt als Esoteriker soll sein, uns wie in einem Mittelpunkt, wie in dem neuen Keim feststehend zu fühlen und \ndurch keine einzige Nebenströmung uns mitreißen oder verwirren zu lassen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":202,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-02-22/p004"}],"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":6,"passage_count":6,"word_count":2638},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":22,"passage_count":22,"word_count":2678,"completeness":{"ratio":1.02,"band":"comparable","note":null}}],"aligned_witness":{"status":"not_aligned","lang":"en","note":"No paragraph alignment is recorded for this unit, so the counterpart of this span in the other language is not established. 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