Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Stuttgart, 1912-02-22
Den höheren Teil unseres Selbstes lernen wir dann als den geistigsten Teil betrachten, der aus sich heraus die Seelenkräfte schöpft, um sich mit göttlichem Licht zu füllen. In alten atlantischen Zeiten war die Atmosphäre in solcher Art von Nebel erfüllt, daß die Sonne nicht durch den Nebel hindurchscheinen konnte, und auch der Mensch hatte noch keine Augen so wie jetzt, um die Gegenstände zu unterscheiden. Erst allmählich drang durch diesen Nebel eine riesengroße, helle, von Farben durchzogene Scheibe, die den ganzen Dunstkreis füllte, und je nachdem die Scheibe mehr Licht ausstrahlte, wurden die Augen nach dem Lichte gebildet. So soll der geistige Teil unseres Wesens wie eine Sonne leuchtend werden und die spirituelle Umgebung mit Licht erfüllen, in welchem dann die Wesen sichtbar werden, die wir als die geistigen Hierarchien bezeichnen. Das ist, was die Ägypter nannten: das Schauen der Sonne um Mitternacht, das bei ihnen noch eine besondere Tat erforderte, weil sie es nicht in der oben gesagten Weise hervorrufen konnten, sondern dazu gebracht werden mußten, um in der Finsternis der Nacht durch die Erde hindurch die Sonne auf der anderen Seite zu schauen. Aber wir erfüllen uns selber mit der geistigen Sonne und strahlen sie dann wieder aus mit den Organen, die wir als die geistigen Augen bezeichnen könnten. Die Wesen, die wir dann schauen, sind die oberen Götter, und das ist, was genannt wird das Schauen der oberen und unteren Götter. Man kann den physischen Augen Schaden zufügen, wenn man sie zu sehr dazu abrichten will, Übersinnliches zu schauen. Alle die Methoden, die jetzt hauptsächlich aus England kommen, die dazu führen, daß man die Auren der Menschen in gewisser künstlicher Art schauen kann, sind schädlich für das physische Auge, weil sie in der Augenpartie den Ätherleib heraustreiben. Man kann sogar blind dadurch werden.
Cite:
GA 266b/1912-02-22/p006 · edition original