Esoterische Stunde

GA 266b/1912-02-23/p005 ·1912-02-23 · original (original)

Der Mensch ist durch alle Phasen seines Erdenseins hineingestellt in sein Karma, dem er unmöglich entrinnen kann, denn die Folgen seines Wollens, Fühlens und Denkens und besonders seiner Taten folgen ihm unwiderruflich durch all seine Inkarnationen hindurch, sei es früher oder später. Die Schuld, die er gemacht, die muß er auf dieser Erde tilgen, je nach den Umständen, in welche er durch seine Inkarnation gebracht ist. Dafür sorgt die göttliche Führung. Ehe der Mensch selbst seine Entwicklung in die Hand nimmt, geht alles nach geregelten Gesetzen, die durch nichts verschnellt [beschleunigt][^1] werden können. Tritt er nun in eine esoterische Schulung, so geschieht etwas ganz anderes mit dem Menschen. Da macht er sich frei von der Führung, er nimmt nun seine Entwicklung selbst in die Hand, er wird qualitativ ein anderer Mensch. Wodurch? Alles was er früher als begehrenswert erachtete, verliert jetzt im großen und ganzen seinen Wert für ihn, seine Anschauungen und Gesinnungen werden andere, er sieht, daß er früher oft mitleidlos und hart gehandelt hat; sein Verantwortungsgefühl wird von jetzt an ein viel subtileres und er versucht nach jeder Richtung hin seine begangene Schuld auszugleichen, kostet es ihn selbst auch große Opfer äußerlich und innerlich.

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