Esoterische Stunde

GA 266b/1912-02-23/p009 ·1912-02-23 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern» (Participants' records written from memory). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Wir haben in der vorigen Stunde besprochen, weshalb wir Esoteriker werden sollen; heute möchte ich Ihnen noch die wahre Bedeutung der täglichen Meditation sagen. Die Meditationen sind geprüft und uns gegeben von den Meistern der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen für die Esoterik. Ihre Kraft ist unumstößlich, wenn sie im wahren Sinne mit heiligster Hingabe ausgeführt werden. Man sollte die Meditation in Anwendung bringen kurz vor dem Einschlafen, nachdem man alle Gedanken, die uns noch an das Tagesleben mit seinen Freuden und Genüssen, mit seinen Sorgen und Mühen verknüpfen, aus unserer Seele verbannt haben. Die Meditation muß unser letzter Gedanke sein, den wir mit hinübernehmen in die andere Welt, damit die geistigen Wesenheiten sich mit ihnen verbinden können. Wir tauchen unter in ihre Ätherkörper, sie durchdringen uns mit ihren Kräften, damit wir neue Kräfte und frische Gesundheit für den kommenden Tag von ihnen empfangen können. Wie oft gehen leider viele Menschen hinüber in ihr Schlafleben mit Gedanken an allerlei Genüsse des alltäglichen materiellen Lebens. Diese Gedankenausstömungen erzeugen Schwingungen, welche abstoßend auf die geistigen Wesenheiten wirken, und der Mensch wirkt dadurch in hohem Maße seiner geistigen sowohl wie seiner gesundheitlichen Entwicklung entgegen. So wie wir nun des Abends untertauchen in die geistige Atmosphäre, so sollen wir auch wiederum des Morgens beim Erwachen nicht gleich Beschlag nehmen von alledem, was unser Leben am vorigen Tage von Mühen und Lasten, Sorgen, Begierden und Leidenschaften erfüllt hat. Drängen wir dies alles noch eine Zeitlang hinweg, lassen wir unsere Gedanken noch ein wenig verweilen in den Gebieten, aus denen wir eben entstiegen sind; und wir werden auch hier nach längerer oder kürzerer Übung empfinden, wie auch dieses unsere Entwicklung fördert und nicht allein für unser inneres Wesen, denn auch aus unseren Augen, aus unseren Händen wird ihre strahlende Kraft, die in uns eingeflossen ist, übergehen in unsere Taten zum Heile der Menschheit.

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