Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1912-03-22

GA 266b/1912-03-22/p006 ·1912-03-22 · original (original)

die mit uns gewachsen ist, ist Maja, unsere Hand ist Maja. Erst dann gewinnen wir den richtigen Standpunkt, wenn wir sie uns vorstellen als etwas, das uns gar nichts angeht, als ein Werkzeug wie jedes andere, ein Hammer oder dergleichen. Alles um uns her ist Maja, ist erlogen. Und doppelt erlogen ist die Vorstellung, die wir uns von uns selbst als Kind machen, bevor die Rückerinnerung einsetzt; denn erstens ist eben alles Maja, und zweitens können wir uns ja daran noch nicht erinnern. Aus dieser Erkenntnis, daß alles Maja ist, soll dann aber die Gewißheit herauswachsen, daß hinter allem das Geistige steht, daß alles, was wir bedeuten, von hohen geistigen Persönlichkeiten (Wesenheiten) in uns hineingebaut ist. Und endlich soll die vierte Gedankenempfindung die sein, daß auch alles, was wir an unseren früheren Inkarnationen gearbeitet haben, vernichtet werden muß. Wir müssen unsere eigene Persönlichkeit, unser eigenes Ich, welches vollständig zu Staub pulverisiert ist und gänzlich in Wasser aufgelöst ist, trinken. - Dann wird freilich eine Öde, eine Leere entstehen in der Seele, die sich heraussehnt aus dem Irdischen zur Ruhe, zum Nirwana. Der Buddhist bleibt hier stehen, wir aber wissen, daß die Leere ausgefüllt werden soll und kann durch den Christus-Impuls, das höhere Ich, das uns hinaufführen soll wiederum in die geistigen Welten. Diese Leere wird sich immer kennzeichnen durch das Gefühl hingebungsvollster, tiefster Frömmigkeit gegenüber den geistigen Welten. Nichts soll man für sich wollen, sich nur fühlen als ein Diener Gottes auf Erden, als Bote aus den geistigen Welten. Stellen Sie diese Geschichte vom goldenen Kalbe, ohne die - wäre sie nicht geschehen - der Christus Jesus nicht hätte aus dem hebräischen Volk hervorgehen können, häufig vor Ihre Seele. Nicht jeden Tag, aber alle drei Wochen eine Viertelstunde lang, und nicht nur zwei- oder dreimal und dann glauben, es sei genug, sondern wieder und wieder führen Sie sich diese Imagination vor. Dann werden Sie schon merken, woran es gelegen, daß Sie nicht vorwärtsgekommen sind. - Ex Deo nascimur.

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