{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1912-04-24/p003-p004","extent":"range","passage_number":3,"through":4,"paragraph_count":2,"first_locus":"GA 266b/1912-04-24/p003","last_locus":"GA 266b/1912-04-24/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1912-04-24","date":"1912-04-24","location":null,"alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. 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Sie \nwirken in allem, was auf Erden ist, also auch im Menschen. \nDenn nicht nur die Kräfte der Mutter wirken nach der Empfängnis auf das Kind, auch die Vaterkräfte; sie gehen von der \nErde geleitet durch den Vater auf das Kind über und bilden hier \ndie aufbauenden Kräfte, die bis zum dreiunddreißigsten Lebensjahre in ihrer stärksten Wirksamkeit sind. \nMachen wir uns einmal klar: Was geht denn vor bei der Geburt eines neuen Menschenwesens? Die Mutter trägt den einen \nTeil in sich, aber der andere ist übersinnlich-unsichtbar und \nsteht in Verbindung mit dem Vater. Versetzen Sie sich meditativ \nhinein in diesen Gedanken vom mutterlosen Menschenwesen, \nsuchen Sie ihn rein geistig zu erfassen und stellen Sie daneben \nein zweites Bild: das des vaterlosen Christus. \nSind die planetarischen Kräfte, vom Vater kommend, vorwiegend [wirksam] bis zum Mysterium von Golgatha, so kommen \nvon dieser Zeit an durch den Christus Jesus die Kräfte des Kosmos, die Mutterkräfte dazu. Wir wissen, daß dieses wichtigste \naller Erdenereignisse in den vierten Kulturzeitraum der nachatlantischen Zeit fällt. Vorangegangen war die ägyptische Kulturepoche, in der in den ägyptischen Mysterien der Isis-Kult in \nseiner höchsten Vollendung gepflegt wurde. In der Gestalt der \nIsis verehrte der Ägypter die Naturkräfte, die in allen Mineralien, Pflanzen und Tieren zum Ausdruck kommen. Aber voll \nTrauer, voll tiefer Wehmut blickte die ägyptische Seele hin auf \nden Menschen und sagte sich, daß er sich dieser Naturkräfte \nnicht bewußt wäre; daher stellte er die Isis verschleiert dar, und \nes hieß, kein Sterblicher dürfe je den Schleier lüften, um zu ihr \nzu dringen! - Was heißt das? Nichts anderes, als daß die Göttin \neben nicht im Physischen, sondern im Astralen wohnt und daß \nnur der sie erkennen kann, der durch die Pforte des Todes geschritten ist;* kein Lebender konnte ihren Schleier heben. Das \nheißt, lebend war ihnen die Wirkung der Isiskräfte versagt. \n_____________ \n* Ergänzung in einer sonst gleichlautenden Vorlage: «oder initiiert ist.»","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":332,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-04-24/p003"},{"passage_number":4,"locus":"GA 266b/1912-04-24/p004","text":"Und was waren nun diese Isiskräfte? Es waren die reinen \nMutterkräfte, die vor dem Mysterium von Golgatha dem Menschen nur in der geistigen Welt zuteil werden konnten, also \nwenn er durch die Pforte des Todes geschritten war. \nEin Wissen davon war in den ägyptischen Mysterien. Über \ndem Bilde der Isis standen die Worte: «Ich bin der ich bin, der \nich war, der ich sein werde», dasselbe «Ejeh asher ejeh», das \neinst zu Moses aus dem brennenden Busch gesprochen wurde. \nNur ahnend hinschauen konnte die ägyptische Seele auf das \nMysterium von Golgatha, durch das die reinen Mutterkräfte \nauch auf den lebenden Menschen wirksam werden sollten. Erst \nals der Christus Jesus, das vaterlose Menschenwesen, sich ganz \nmit der Erde verbunden hat, indem er durch die Pforte des \nTodes geschritten ist, erst von der Zeit an können die reinen \nMutterkräfte - die Kräfte aus dem Kosmos - im Menschen auf \nder Erde wirken. \nMögen unsere modernen Gelehrten lächeln, wenn sie aus ihren engbegrenzten Anschauungen heraus blicken auf den Tierdienst der Ägypter. Uns kann nur tiefe Ehrfurcht erfüllen, denn \nwir wissen, daß sich dahinter verbirgt die Verehrung dieser Naturkräfte, die dem Menschen verschlossen waren. Und voll tiefer \nBewunderung blicken wir hin auf den hohen Weisheitsgehalt, \nder all diesen Mysterien zugrunde liegt. \nFragen wir uns: Wie ist denn die Wirksamkeit dieser beiden \nKräfte im Menschen? Die Vaterkraft, die von der Erde durch \nden Umweg des Vaters auf das Kind geleitet wird, wirkt aufbauend und kraftbringend bis zum dreiunddreißigsten Jahre. Wenn \nauch die abwärtsstrebende Kraft, die Mutterkraft, schon im \nMenschen wirkt, so sind doch die Vaterkräfte bis zu diesem \nZeitpunkt die stärkeren. Würden den Menschen nur die abwärtsstrebenden Kräfte - die Christus-Kräfte - beherrschen, so \nwürde er sich nicht auf der Erde verkörpern. Würden ihn dagegen nur die aufstrebenden Kräfte, die planetarischen, beherrschen, so würde er immer auf der Erde leben; es gäbe dann \nkeinen Tod.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":310,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-04-24/p004"}],"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":10,"passage_count":10,"word_count":2409},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":33,"passage_count":33,"word_count":2482,"completeness":{"ratio":1.03,"band":"comparable","note":null}}],"aligned_witness":{"status":"not_aligned","lang":"en","note":"No paragraph alignment is recorded for this unit, so the counterpart of this span in the other language is not established. The paragraph of the same number there is not necessarily the same text: fetch that unit and read it."}}