{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1912-04-24/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und was waren nun diese Isiskräfte? Es waren die reinen \nMutterkräfte, die vor dem Mysterium von Golgatha dem Menschen nur in der geistigen Welt zuteil werden konnten, also \nwenn er durch die Pforte des Todes geschritten war. \nEin Wissen davon war in den ägyptischen Mysterien. Über \ndem Bilde der Isis standen die Worte: «Ich bin der ich bin, der \nich war, der ich sein werde», dasselbe «Ejeh asher ejeh», das \neinst zu Moses aus dem brennenden Busch gesprochen wurde. \nNur ahnend hinschauen konnte die ägyptische Seele auf das \nMysterium von Golgatha, durch das die reinen Mutterkräfte \nauch auf den lebenden Menschen wirksam werden sollten. Erst \nals der Christus Jesus, das vaterlose Menschenwesen, sich ganz \nmit der Erde verbunden hat, indem er durch die Pforte des \nTodes geschritten ist, erst von der Zeit an können die reinen \nMutterkräfte - die Kräfte aus dem Kosmos - im Menschen auf \nder Erde wirken. \nMögen unsere modernen Gelehrten lächeln, wenn sie aus ihren engbegrenzten Anschauungen heraus blicken auf den Tierdienst der Ägypter. Uns kann nur tiefe Ehrfurcht erfüllen, denn \nwir wissen, daß sich dahinter verbirgt die Verehrung dieser Naturkräfte, die dem Menschen verschlossen waren. Und voll tiefer \nBewunderung blicken wir hin auf den hohen Weisheitsgehalt, \nder all diesen Mysterien zugrunde liegt. \nFragen wir uns: Wie ist denn die Wirksamkeit dieser beiden \nKräfte im Menschen? Die Vaterkraft, die von der Erde durch \nden Umweg des Vaters auf das Kind geleitet wird, wirkt aufbauend und kraftbringend bis zum dreiunddreißigsten Jahre. Wenn \nauch die abwärtsstrebende Kraft, die Mutterkraft, schon im \nMenschen wirkt, so sind doch die Vaterkräfte bis zu diesem \nZeitpunkt die stärkeren. Würden den Menschen nur die abwärtsstrebenden Kräfte - die Christus-Kräfte - beherrschen, so \nwürde er sich nicht auf der Erde verkörpern. Würden ihn dagegen nur die aufstrebenden Kräfte, die planetarischen, beherrschen, so würde er immer auf der Erde leben; es gäbe dann \nkeinen Tod.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1912-04-24","site_heading":null,"date":"1912-04-24","location":null,"word_count":310,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-04-24/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-04-24/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/266b/1912-04-24/p004"}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern","evidence_translation":"Participants' records written from memory","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}