Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1912-11-08

GA 266b/1912-11-08/p006 ·1912-11-08 · original (original)

Unbewußt ist der Mensch, der noch nicht Hellseher, vor dem Aufwachen. Nie aber wird der Hellseher das Aufwachen vollziehen, ohne vorher das Gebet verrichtet zu haben: Dank euch, geistig-göttlichen Welten, daß ich nun wieder hineinsteigen darf in den Tempel meines physischen Leibes. Ein Wort hat die Bibel, das wird zweimal ausgesprochen. Und es ist nicht dasselbe, es kommt darauf an, was für ein Wesen es ist, das solches ausspricht. Einmal sagt Luzifer: «Ihr sollt sein wie Götter» - das ist zum Unsegen; das andere Mal sagt es der Christus: «Ihr sollt sein wie Götter». - Aufzeichnung C Wir sollen immer acht geben darauf, daß wir im Verlaufe unseres esoterischen Lebens nach der Meditation oder zwischen den täglichen Lebensverrichtungen in unsrer Seele einen Ruhezustand schaffen. Dann werden wir eines Tages erleben, wie aus der geistigen Welt etwas in unsre Seele hineinströmen kann und daß nicht wir denken, sondern: «es denkt in uns». Auch wenn wir abends bei der Rückschau einschlafen sollten, bevor sie beendet ist, werden wir finden, wenn wir nach einiger Zeit wieder aufwachen, daß wir diese Rückschau im Schlafe weitergeführt haben, daß also etwas in unsrer Seele vorgeht, woran unser Bewußtsein nicht teil hat. Wir müssen immer tiefer verstehen lernen die Stelle aus der «Prüfung der Seele»: «In deinem Denken leben Weltgedanken. In deinem Fühlen weben Weltenkräfte. In deinem Willen wirken Weltenwesen.» - Dies ist die exoterische Fassung dieser okkulten Mantrams, die ganz besonders uns auf dem esoterischen Wege weiterbringen können. Das erste ist: Es denkt mich. Doch genügt es nicht, nur diese Worte in der Seele leben zu lassen, sondern der Esoteriker muß es sich streng verbieten, diese in der Seele auftauchen zu lassen, ohne sich dabei zu durchdringen mit dem Gefühl der Frömmig-

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