{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1912-11-19","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-11-19","ga":"266b","lecture":"1912-11-19","lecture_number":null,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Hannover, 1912-11-19","site_heading":null,"date":"1912-11-19","location":null,"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"passage_count":4,"word_count":1218,"translation_credit":null,"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":4,"passage_count":4,"word_count":1218},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":22,"passage_count":22,"word_count":1237,"completeness":{"ratio":1.02,"band":"comparable","note":null}}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. 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November 1912 \nWer in eine esoterische Schulung eintritt, strebt selbstverständlich danach, in die höheren Welten zu gelangen, nur denken sich \ndie meisten die Ereignisse, die dann eintreten, anders, als sie sich \nöfters zeigen. Es ist das visionäre Leben, was vielen als das \nWünschenswerteste erscheint und was ja auch eintreten muß; \naber es kommt nicht hauptsächlich darauf an, das zu erleben, es \nkommt auf eine gewisse Seelenverfassung an. Sobald eine esoterische Schulung begonnen hat, verändert sich die Seele unter \ndem Einfluß der Übungen, die dem Esoteriker je nach seiner \nIndividualität gegeben sind. Und nun ist es als Hauptsache zu \nbetrachten, daß auf eine solche Seelenverfassung in der feinsten \nund subtilsten Weise geachtet wird. \nEs ist schon öfters in esoterischen Betrachtungen gesagt worden, wie der Meditant nach der Meditation vollständige Ruhe in \nseiner Seele eintreten lassen muß. Zuerst spielt noch in die Seele \nhinein die Meditation wie ein Ton, der langsam verklingt. Dann \nmuß auch dieser aus der Seele verschwinden. Leer, ganz leer \nmuß die Seele werden zur Aufnahme der geistigen Welten. In \nGeduld und Ausdauer muß man dies üben. Man muß ruhig \nbleiben, auch wenn man lange Zeit nichts erlebt. Man muß sich \nfreuen, daß einem überhaupt diese Ruhe gelingt. \nOhne daß man es vorerst weiß, kann man in solchen Augenblicken, die am fruchtbarsten für die Entwicklung sind, etwas \nerleben. Man kann das Gefühl haben: jetzt habe ich etwas erlebt. \nWie ein Traum nur kann es erscheinen. Aber noch in anderer \nWeise können Erlebnisse an den Esoteriker herankommen. \nWenn wir uns am Morgen erhoben haben und an unsere alltäglichen Beschäftigungen gehen, dann kommt es vor, daß wir \nplötzlich die Empfindung haben: jetzt habe ich etwas erlebt. Auf \ndiese Augenblicke sollen wir die größte Aufmerksamkeit verwenden, denn nach einiger Zeit wird ein anderes Gefühl hinzukommen; wir empfinden: diesen Gedanken hast du nicht selbst \ngedacht. Es war wie vorbeihuschend, wurde gleich wieder vergessen, aber es war da, wir haben ihn erlebt. Und ein solches \nErlebnis ist sehr wichtig. Wir sollen unsere ganze Aufmerksamkeit immer mehr und mehr darauf richten. Denn in diesem \nAugenblick haben wir nicht selbst gedacht, nicht unser gewöhnliches Ich hat gedacht, sondern das hat gedacht, was als das göttliche Denken durch alle Zeiten und Ewigkeiten hindurchgeht. \nEs denkt mich - das große Weltendenken denkt mich. Esoterisch ist das ausgedrückt in dem «Hüter der Schwelle»: «In deinem Denken leben Weltgedanken.» Esoterisch sagt man: Es \ndenkt mich. Wenn Ihr daher diesen mantrischen Spruch öfters \ndurch Eure Seele ziehen laßt - es kann gleich nach der Meditation geschehen oder auch im Verlauf des Tages, in jeder Mußestunde, wo Ihr geht und steht -, so wirkt das unendlich stärkend, kraftbringend für die Seele. Aber nicht als einfachen Satz \nmuß man diese Worte durch die Seele ziehen lassen, sondern \nman muß die Seele ganz damit erfüllen und dabei empfinden ein \nGefühl der tiefsten Frömmigkeit. Zur Pflicht sollte es sich der \nEsoteriker machen, dieses: Es denkt mich niemals als bloßen \n«Satz» zu sagen. \nNun gibt es noch einen zweiten Satz, den wir in derselben \nWeise anwenden können. Da müssen wir zunächst einmal auf uns \nselbst zurückblicken. Die meisten Menschen denken bei allen \nSchicksalsschlägen, die sie im Leben treffen, wie es komme, daß \ngerade ihnen dies widerfahre. Der Esoteriker soll immer den Gedanken an Karma gegenwärtig haben. Wir sind tatsächlich an allem Schuld, was uns trifft. Wenn wir diesen Gedanken in uns leben lassen, gelangen wir nach und nach dazu, Karma zu erfassen, \nuns der Zusammenhänge bewußt zu werden, die zwischen der \ngöttlich-geistigen Welt und uns bestehen, wie aus diesen Untergründen heraus gewirkt wird unser Schicksal, unser Karma. \nHierfür ist der zweite mantrische Satz, der in derselben Weise \nin unserer Seele leben soll wie der erste: Es wirkt mich; exoterisch ausgedrückt: «In deinem Willen wirken Weltenwesen.»"},{"locus":"GA 266b/1912-11-19/p003","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-11-19/p003","passage_number":3,"word_count":521,"text":"Wenn wir uns die Worte dieses zweiten Satzes durch die \nSeele ziehen lassen, sollen wir dabei empfinden die heiligste \nScheu und Ehrfurcht, die tiefste Andacht. \nNoch einen dritten Satz gibt es. Wenn wir auch diesen auf uns \nwirken lassen, können wir allmählich dahin gelangen, zu empfinden das Weben der göttlichen Hierarchien der höheren Welten an \nunserem Seelenleib. («Prüfung der Seele», 1. Bild; Capesius.) Es \nweht mich. Dieses ist der Inhalt des dritten mantrischen Satzes, \nden wir in der gleichen Weise wie die beiden ersten auf unsere \nSeele wirken lassen sollen. Bei diesem Satz sollen wir empfinden \ndas Gefühl der größten Dankbarkeit gegenüber den hohen, großen geistigen Mächten. Exoterisch wird dieser Satz ausgedrückt: \n«In deinem Fühlen weben Weltenkräfte.» \nBei der Übung zum Beispiel: Ich ruhe in der Gottheit der \nWelt ... sollen wir nicht das persönliche Ich empfinden, sondern \ndas göttliche Ich. Wir können natürlich den Wortlaut, das Wort \n«Ich» nicht ausschalten, aber es soll das höhere, erweiterte Ich \ndabei empfunden werden. Das persönliche Ich, mit dem wir im \nphysischen Leib leben, muß bei dem Tode aufhören und in das \nhöhere Ich übergehen. Es stirbt in das Welten-Ich hinein - I.C.M. \nNoch ein anderes Gefühl müssen wir empfinden, das Gefühl \nder Ohnmacht, der Ohnmacht den göttlich-geistigen Welten gegenüber. Wir selbst können unseren physischen Leib über Nacht, \nwährend des Schlafes nicht erhalten, nicht vor dem Zerfall bewahren. Göttlich-geistige Wesenheiten tun dies für uns. Wir kommen \naus den geistigen Welten, aus denen wir entstanden sind, in den \nphysischen Leib wieder hinein beim Erwachen; die geistigen \nKräfte erhalten und bilden uns: E.D.N. (Vaterprinzip). \nIn der richtigen Weise E.D.N. zu erleben, müssen wir uns \nerfüllen mit dem Gedanken, daß alles, was wir sind, im Denken, \nFühlen, Wollen uns gegeben ist von der Gottheit: sie denkt uns, \nsie webt uns, sie wirkt uns - aus ihr sind wir geboren: E.D.N. \nWir haben dann während unseres Lebens durch die Inkarnationen hindurch dieses göttliche Seelenwesen in uns verdunkelt \nund verfinstert. Wir haben uns umgeben mit einer Welt von Visionen, die aus unserem Wesen, nicht von göttlichen Urwesen \nherrühren. Durch die Esoterik müssen wir durchdringen dazu, \ndahin, daß wir unseren eigenen göttlichen Seelenkern, wenn wir \nhinübergehen, wenn wir durch die Todespforte in die geistige \nWelt hineingelangen, uns befreit haben von dieser Verfinsterung, \ndie als visionäre Wolke unser ganzes Wesen eingehüllt hat. \nWenn uns das gelungen ist, dann finden wir nach dem Tode \ndie Vereinigung mit der unseren Kosmos durchflutenden Geistigkeit, dem Christus. Wir sterben hinein in den Christus: \nI.C.M. - und dadurch wird uns die Möglichkeit gegeben, die \nreinen kosmischen Kräfte aufzusaugen zum Aufbau einer reineren Leiblichkeit für die nächste Inkarnation. \nUnser Leib ist uns aus den Naturkräften gegeben; diese Vaterkräfte saugen wir in unser Wesen hinein; durch den Christus \nsind wir zum Vater gekommen: «Ich und der Vater sind eins». \n«Niemand kommt zum Vater denn durch mich.» \nDaß wir diesen Weg durchgehen können, dazu verhilft uns \ndie Verbindung mit den geistigen Welten, die wir schon im physischen Leben durch Esoterik finden können und so aufnehmen \nin unseren Intellekt und unsere Moralität den spirituellen Strom, \nder uns aus den geistigen Welten zufließt - und das ist der Heilige Geist. P.S.S.R."},{"locus":"GA 266b/1912-11-19/p004","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-11-19/p004","passage_number":4,"word_count":70,"text":"Es denkt mich: das Herunterkommen des geistigen Urbildes aus \nden Vaterkräften, die hinter dem Tierkreis sich \nbefinden. \nEs wirkt mich: in den Ätherleib des Christus, der den Tierkreis \numfaßt, hineinsterben und in dem \nEs weht mich das Neue empfangen, was uns durch Christus \naus den Vaterkräften zuteil wird. \nDasselbe wie in der Übung: Ich bin - es denkt - sie fühlt - er will. \nErklärung der verschiedenen Meditations-Übungen. \nESOTERISCHE STUNDE"}]}