{"corpus":"steiner","locus":"GA 266b/1912-11-28/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"ein Gefühl der Frömmigkeit auftauchen, und dieses Gefühl müssen wir jedesmal damit verbinden, wenn wir die Worte sagen \noder denken. Es wäre falsch, wenn einer, um die Worte nicht in \nunrichtiger Seelenstimmung auszusprechen, sie überhaupt nicht \nsagen würde; sondern es muß eben geübt werden, dieses Gefühl \nder Frömmigkeit immer damit zu verbinden. Wir bekommen \ndann das Gefühl, daß das, was in uns denkt, unserem Ich verwandt ist, daß die hohen Wesenheiten, die es uns gaben, in uns \ndenken. Den Exoterikern soll dies klargemacht werden in den \nWorten des Mysterienspiels: «In deinem Denken leben Weltgedanken.» (Für die Esoteriker drückt man es in dem Mantram \naus: Es denkt mich.) \nEin zweites Wort, das mantrisch ist und das uns helfen kann \nbei richtiger Anwendung, ist: Es wirkt mich. Wir wissen, daß in \nuns und durch uns alle Hierarchien wirken, daß wir ohne sie \nnichts wären, und deshalb ist es gut, uns immer mehr und mehr \nklar zu werden, daß wir ganz ihr Werk sind. Und das liegt in \nden mantrischen Worten: Es wirkt mich. Diese sollen wir mit \ndem Gefühl heiliger Andacht und scheuer Ehrfurcht denken und \naussprechen. - In der Bhagavad Gita, diesem heiligen Buche, \nhaben wir eine anschauliche Schilderung in dem Gespräche zwischen Krishna und Arjuna, daß wir unsere vorgeschriebenen \nPflichten erfüllen sollen und doch in unserer Seele das Gefühl \nwach erhalten sollen für das Wirken der Gottheit in uns. In keinem anderen heiligen Buche, auch keinem christlichen, ist in der \nWeise darauf aufmerksam gemacht wie in diesem Hohenlied. \nKrishna sagt da: «Du sollst Krieger sein oder Priester oder \nKaufmann und so weiter, je nachdem, zu welcher Kaste du gehörst, und deine Arbeit gewissenhaft vollführen, denn dein \nSchicksal hat dich in deine Tätigkeit versetzt. Doch sollst du mit \ndeinem Ich über deiner Arbeit stehen und mit dem Göttlichen \ndich verbunden fühlen.» -\nEin drittes Wort ergibt sich aus dem Gefühl heraus, das wir \nuns aneignen müssen, wenn wir uns klarmachen, daß aus dem \nganzen Weltenraum heraus Kräfte in uns einströmen, daß wir","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — München, 1912-11-28","site_heading":null,"date":"1912-11-28","location":null,"word_count":331,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-11-28/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266b/1912-11-28/p003"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/266b/1912-11-28/p003"}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern","evidence_translation":"Participants' records written from memory","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}