Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1913-01-06

GA 266c/1913-01-06/p004 ·1913-01-06 · original (original)

bestimmt war es, daß der Essäer die Sonne wiedersehen würde, als es bestimmt ist, daß der heutige Mensch wieder in seinen physischen Körper zurückkehrt. - Der Materialist weiß darüber nichts; aber wir haben darüber gehört, wie unser physischer Leib durch die Saturn-, Sonnen-, Mondenentwicklung hindurch von allen über dem Menschen stehenden Wesenheiten unter Heranziehung der Weltenkräfte aller Zeiten und Räume so kunstvoll hergerichtet worden ist. Von Göttern ist dieser Tempel für die Seele gebildet, aus Geistigem entstanden: Ex Deo nascimur. Dann ist noch ein zweites Gefühl, das wir entwickeln müssen, dieses: Es bestand früher ein uraltes Erbstück, ein Rest des Urgöttlichen, in das sich der Mensch ergoß nach dem Tode. Dadurch erhielt er sein Bewußtsein aufrecht. Diese göttliche Substanz ist immer weniger geworden. Es war damit verschieden in den verschiedenen Epochen, bei den einzelnen Völkern; aber in der vierten Epoche der nachatlantischen Zeit war es fast verlorengegangen. Nicht das Ich, aber die Seelen waren [dadurch] tot. Der Grieche hatte wohl ein Bewußtsein davon; darum sagte er: Lieber ein Bettler auf der Oberwelt, als ein König im Reiche der Schatten. - Aber diese Substanz hat sich neu gebildet durch das Mysterium von Golgatha. In die Christus-Substanz treten wir jetzt nach dem Tode ein und erhalten dort unser Bewußtsein wieder. Wie Adam unser leiblicher Stammvater ist, so ist Christus der Stammvater unserer Seelen: In Christo morimur. Oder, weil der Name für uns etwas so Heiliges bedeutet, daß wir ihn in Lauten nicht wiederzugeben wagen, so sprechen wir nur: In — morimur. Aber wenn wir in der Christus-Kraft nach dem Tode zum Bewußtsein gelangen, so haben wir darum noch kein Selbstbewußtsein. Wir erkennen wohl die Dinge um uns her, aber uns selbst können wir nicht schauen. Das können wir nur dadurch erlangen, daß wir uns auf Erden schon vorbereiten. Ebenso, wie ich hier in der physischen Welt einen Knopf wohl wiederfinde, wenn ich ihn mit Bewußtsein an einen bestimmten Ort lege, so

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