Esoterische Stunde

GA 266c/1913-03-21/p019 ·1913-03-21 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern und Meditationstexte nach Niederschriften Rudolf Steiners» (Participants' records written from memory, and meditation texts from Rudolf Steiner's own manuscripts). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Wenn es uns gelingt, nach unserer Meditation vollkommene Seelenruhe zu haben, kann dadurch ein Gefühl über uns kommen, als ob wir nach oben zu über uns herausgehen und in Berührung kommen mit geistigen Wesenheiten um uns herum. Dieses Gefühl geht einher mit einem Sich-erweitert-Fühlen, ein Sich-Ausbreiten in einer Sphäre über uns. Aber auch nach unten können wir aus uns selbst kommen und kommen dann in Berührung mit anderen geistigen Wesenheiten. Das geht einher mit einem Gefühl des Enger-Werdens, wir steigen tief in uns selbst, wir fühlen es enger werden und kommen dann aus uns selbst auf dem Weg nach unten, wie bei dem anderen Gefühl auf dem Weg nach oben. Dieses Aus-uns-selbst-Herausgehen und das damit einhergehende Gefühl des Weiter-Werdens gibt ein Gefühl der Seligkeit, es ist, als ob wir aufsteigen zu geistigen Wesenheiten, die uns da entgegenkommen. Steigen wir nach unten, dann treffen wir geistige Wesenheiten, die uns tief das Bewußtsein unserer Mängel erkennen lassen, und wir werden eins mit diesen Wesenheiten. Aber wir merken dann auch, daß die Sphäre, worin wir uns auf diese Art befinden, sich anschließt an die Sphäre über uns, und daß jetzt, in der Erkenntnis unserer Mängel, wir die geistigen Wesenheiten fühlen, die uns dort entgegenkommen, als die Rächer der Engel, die kommen, um uns zu richten und zu strafen, die Erzengel mit dem feurigen Schwert. Dagegen fühlen wir die Wesenheiten der unteren Sphäre wie trauernd über unsere Fehler, und tief fühlen wir, daß nicht wir allein durch unsere Fehler betroffen sind, sondern daß geistige Wesenheiten, die Boten, die Engel über unsere Fehler trauern. Wir können das entweder nur innerlich erleben oder auch als Sehen einer farbigen Imagination. In diesem letzten Fall wird über uns die Sphäre sich ausbreiten in roten und rot-gelben Farben und unter uns in blauen und blau-violetten Farben, worin sich die geistigen Wesen offenbaren. Aber die beiden Sphären schließen sich aneinander, und wir fühlen uns selbst darin bewegend, zurückblickend auf unseren Körper, als auf etwas, was wir hinter uns gelassen haben. Zu diesen Erlebnissen können wir kommen, wenn wir auf die rechte Weise das Es denkt mich meditieren; und wenn wir uns des Nachts bewußt sein könnten des Wirkens der guten Götter, würden wir diese Imaginationen sehen können.

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Cite: GA 266c/1913-03-21/p019 · edition original