{"corpus":"steiner","locus":"GA 266c/1913-05-18/p003-p004","extent":"range","passage_number":3,"through":4,"paragraph_count":2,"first_locus":"GA 266c/1913-05-18/p003","last_locus":"GA 266c/1913-05-18/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Stuttgart, 1913-05-18","date":"1913-05-18","location":null,"alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern und Meditationstexte nach Niederschriften Rudolf Steiners","evidence_translation":"Participants' records written from memory, and meditation texts from Rudolf Steiner's own manuscripts","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."},"site_heading":null,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1913-05-18/p003-p004","json_url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1913-05-18/p003-p004.json","lecture_url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1913-05-18#p003","word_count":1265,"quote_safe":true,"passages":[{"passage_number":3,"locus":"GA 266c/1913-05-18/p003","text":"Ursache und Wirkung nachzuweisen. Für den Esoteriker soll \ndas anders werden. Wenn er zum Beispiel die Geschichte betrachtet, so soll sie sich ihm nicht so darstellen, daß die Tatsachen und Vorgänge als die Wirkung des einen vom andern \nauftreten, sondern diese physischen Vorgänge sind ihm nur Zeichen für geistiges Geschehen. Er muß lernen, diese Zeichen miteinander zu verbinden und durch dieses Verbinden sie richtig zu \nlesen. So wie ein Mensch nicht richtig lesen kann, wenn er nur \ndie einzelnen Buchstaben kennt, aber ein Mensch, der richtig \nlesen kann, wenn er das Wort «aber» vor sich hat, nicht danach \nfragt, ob der Buchstabe b die Folge vom Buchstaben a ist, sondern die beiden sinnvoll verbindet, so müssen die einzelnen Zeichen der äußeren Geschichte, der äußeren Geschehnisse in richtiger Weise gelesen werden. Darin besteht das wahre Wesen des \nEsoterikers, daß er dies immer mehr lernt. Wir wollen dies an \neinem bestimmten Beispiel betrachten, und zwar an dem für den \nMenschen so schwer zu verstehenden Leben selbst. \nWir wissen, daß im Leben des Menschen zwischen Geburt \nund Tod das Wesentliche das Bewußtsein ist, welches die einzelnen Erlebnisse verbindet. Wir haben ein Bewußtsein von dem \nVergangenen in unserem Leben bis zurück zu jenem Zeitpunkt \nin unserer Kindheit, zu dem die Erinnerung reicht. Dieses Bewußtsein ist das Wichtige in unserem Leben. In gewissen anormalen Fällen verlieren die Menschen dieses Bewußtsein. Es ist \nzum Beispiel vorgekommen, daß ein Mensch, sagen wir in einer \nStadt Mitteleuropas, auf den Bahnhof gegangen ist; hier hat er \nsich nach einer andern Stadt ein Billett genommen; hier angekommen, löst er sich wieder ein Billett für eine nächste Stadt, \nund so weiter; ja auch zu Schiff ist er gefahren. Nach einiger \nZeit findet er sich in Nordafrika wieder. Alles, was zwischen \ndem Abfahrtsort und jetzt liegt, hat er vergessen, ja sogar sein \nganzes Leben von der Geburt an - dabei hat er aber vollständig \nverständig und klug gehandelt beim Lösen der Billette, beim \nWeiterfahren von einem Platz zum andern, bis nach Marokko -\nvielleicht verständiger als andere Menschen. Das zeigt zugleich,","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":339,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1913-05-18/p003"},{"passage_number":4,"locus":"GA 266c/1913-05-18/p004","text":"daß Verstand und Bewußtsein nicht eins sind. Es kann zum \nBeispiel ein Schüler in der Schule vieles lernen und mit dem \nVerstand erfassen, aber sein Bewußtsein ist nicht dabei. Er kann \ndann das Gelernte nicht benutzen, es ist, wie wenn jemand ein \nWerkzeug hat, das irgendwo unbenutzt liegt. - Wie verhält es \nsich nun bei solchen Menschen wie dem oben geschilderten, wo \nin anormalen Zuständen das zusammenhängende Bewußtsein \nverlorengeht? \nWenn solche Fälle untersucht werden, so zeigt es sich, daß \nein solcher Mensch schon vorher im Leben die Eigenschaft gehabt hat, die äußeren Dinge nicht genau zu beobachten. Für den \nheutigen Menschen liegt es ja sehr nahe, die Dinge daraufhin \nanzusehen, wie sie in seiner Seele Sympathie oder Antipathie \nhervorrufen. Manche Menschen - wie der oben Beschriebene -\nwaren schon vorher so, daß sie zum Beispiel weite Reisen durch \nviele Länder machen konnten und überall nur das ihnen Sympathische oder Antipathische bemerkten. Das ist aber ein großer \nMangel, denn wir sollen unser Ich-Bewußtsein gerade dadurch \nhaben und stärken, daß wir alle Dinge und Vorgänge genau, teilnahmsvoll beobachten. Es ist sehr notwendig, dies ganz besonders auch Theosophen vorzuhalten, denn gerade sie sind leicht \ndazu geneigt, durch ihre theosophischen Interessen einseitig zu \nwerden und das Interesse an vielen physischen Dingen zu verlieren; sie sollen aber alle Vorgänge und Dinge mit Interesse, Liebe \nund Teilnahme beobachten. Denn das Geistig-Seelische in uns, \nwelches beim Aufwachen aus der geistigen Welt in den Körper \neingeatmet wird, gelangt dadurch zum vollen Selbstbewußtsein, \ndaß es die äußeren Vorgänge und Wesen mit Interesse und Liebe beobachtet. Dessen soll sich der Esoteriker immer mehr bewußt werden. Er soll sich klar werden darüber, daß dies die eine \nwichtige Seite des Lebens ist, dieses Geistig-Seelische, welches \naus der geistig-seelischen Welt hereintritt in die physische Welt \nund an dieser sich zum Selbstbewußtsein entzündet. Der Esoteriker lernt dann diesen Teil seines Lebens kennen wie einen \nBuchstaben im Weltgeschehen. Wie ein Zeichen oder Buchstabe \nist das Ich-Bewußtsein für den geistig-seelischen Kern des Menschen, aber dazu kommt nun etwas anderes. \nWir wissen, daß es heute eine Anzahl Menschen auf der Erde \ngibt; in einiger Zeit sind dann die Söhne und Töchter dieser \nMenschen da; vorher wieder waren andere da - die Eltern der \nheutigen. Wir wissen, daß durch diese Linie die Vererbung der \nKörper geht, die Vererbung der Kräfte und Eigenschaften. - Für \nden Esoteriker wird es immer mehr bewußte Realität, daß diese \nin der Vererbungslinie strömenden Kräfte die andere wichtige \nSeite des Lebens sind. Es verbindet sich das bei der Geburt oder \nEmpfängnis aus den geistigen Welten kommende Seelische mit \nden Kräften der physischen Vererbungslinie. Es bilden also diese \nKräfte den zweiten Buchstaben, und der Esoteriker wird immer \nmehr fähig, diese beiden Buchstaben seines Wesens nicht nur \neinzeln zu sehen, sondern richtig zu lesen. \nDer Okkultismus gibt auch ein äußerlich aufzuzeichnendes \nSymbol für die Verbindung von zwei Buchstaben oder Zeichen. \nWenn wir mit diesem [Symbol] das aus der geistigen Welt her \neintretende Ich bezeichnen, so ist es also das Bewußtsein, welches sich bildet dadurch, daß es in der physischen Welt magnetisch die Kräfte der Vererbung angezogen, sich mit ihnen umgeben hat. Dies wird dargestellt durch den Kreis, der den Punkt \nzum Zentrum hat. \nNun ist dieses Zeichen aber auch wirklich schon in der Welt \nvorhanden. Die Götter haben es hingezeichnet, und wir finden \nes am Himmel. Wenn wir die Erde als den oben gezeichneten · \n[Punkt] ansehen, so ist der Ο [Kreis] die Bahn des Mondes, und \nwir müssen also sehen in dieser Himmelskonstellation ein von \nden Göttern geschriebenes Zeichen dafür, daß die Erde der Platz \ndes sich entwickelnden Ich-Bewußtseins ist, während die Mondbahn mit dem physischen Mond, der der Erde seine wechselnden Zustände von Neumond, erstem Viertel, Halbmond und \nVollmond zuwendet, das äußere Zeichen ist für die Kräfte, die \nin der Vererbungslinie wirken. Dadurch, daß die physische Sonne ihr Licht auf die Erde wirft und dieses Licht von den Gegenständen zurückstrahlt, kann sich im Seelischen des Menschen \ndas Selbstbewußtsein entzünden. Würde die Sonne aufhören zu \nscheinen, auch nur einen Augenblick, so würde die Möglichkeit \nfür ein selbstbewußtes Leben des Menschen aufhören. Und ohne \ndie Kräfte des Mondes könnte die physische Vererbung nicht \nweitergehen. Wenn der Mond nur ein wenig aus seiner Bahn \nherausgeschoben würde, so würden die Kräfte, welche nötig \nsind für die physische Vererbung des Menschen, aufhören zu \nwirken. Die Menschen würden noch eine Weile mit den ihnen \ninnewohnenden Kräften weiterleben - dann würde die physische \nFortpflanzung aufhören. Und in der Tat wird ein Zeitpunkt in \nder Zukunft kommen, wo die Kräfte der Erde so stark geworden sind, daß die Erde den Mond wieder in ihren Körper aufnimmt. Dann können die Kräfte, die jetzt vom Monde auf die \nErde wirken und die die Vererbung hervorbringen, nicht mehr \nsein. Der Mensch wird aufhören, ein Erzeuger [von Nachkommen] zu sein, und das physische Menschengeschlecht wird aufhören. \nAlles das muß dem Esoteriker immer mehr zur Realität werden. Er muß diesen · [Punkt] mit dem Ο [Kreis] richtig verstehen lernen in der beschriebenen Art. \nSo wie ein Mensch, der lesen kann, wenn er das Wort «ab» \nschreibt, nicht das b und das a in irgendeiner Weise nebeneinander stellt, sondern zuerst das a und dann das b schreibt, so ist es \nauch mit diesen beiden Zeichen des Punktes und Kreises, die der \nOkkultist richtig zusammenstellt und die der Esoteriker dann \nlesen kann als das Zeichen für sein Wesen, in welchem das Geistig-Seelische zum Bewußtsein kommt durch die Verbindung \nmit den Kräften der Vererbung. \nAber es sind noch andere Kräfte tätig, um das Leben des \nMenschen, so wie es ist, zustande zu bringen. Gehen wir zurück","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":926,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1913-05-18/p004"}],"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":18,"passage_count":18,"word_count":6982},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":76,"passage_count":76,"word_count":7226,"completeness":{"ratio":1.03,"band":"comparable","note":null}}],"aligned_witness":{"status":"not_aligned","lang":"en","note":"No paragraph alignment is recorded for this unit, so the counterpart of this span in the other language is not established. The paragraph of the same number there is not necessarily the same text: fetch that unit and read it."}}