Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — München, 1913-09-03
* Aufzeichnung D Das esoterische Leben ist das Verinnerlichen der exoterischen Erkenntnisse, die wir uns über die Weltentwicklung aneignen. In diesem Vortragszyklus ist sozusagen hinter den Zeilen viel Esoterisches eingeflossen, und es wird unsre Aufgabe sein, für die nächste Zeit dieses herauszulösen und zu finden. Es ist viel gesprochen worden von der Schwelle zur übersinnlichen Welt, die wir alle im Laufe der Zeit überschreiten müssen. An dieser Schwelle sind es die luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten, die einem gefährlich werden können. Es kann nicht oft genug betont werden, daß wir die Begriffe, die mit Recht für die sinnliche Welt Gültigkeit haben, nicht mit hinübernehmen in die geistige Welt, dort könnten sie uns gefährlich werden. Solche Begriffe sind die Vielheit und die Einheit. Die Philosophen, die auch esoterisch intellektuell sind, aber naive, kindliche Seelen haben, bilden sich Systeme, um die Welterscheinungen zu erklären. Sie führen dieselben zurück auf Vielheiten, Monadologie, Atomismus - Haeckelismus: hierin wirken ahrimanische Impulse - oder auf eine Einheit, Monismus, Spinozismus, Hegelismus, in diesem sind luziferische Impulse. Diese Begriffe sind in der sinnlichen Welt töricht, in der übersinnlichen Welt gefährlich. Sie würden dort, wo wir außerhalb unsres Leibes sind, uns dazu führen, hunderttausend Narren zu sehen. Die Vielheit der übersinnlichen Welt müssen wir erkennen lernen als die Einheit unseres nun außerhalb unser seienden Leibes; wir müssen erkennen, daß ungezählte elementarische Geister daran arbeiten, und die Sehnsucht haben, den Menschen zu schaffen. Wir müssen diesen Wesen die Maske der Lüge abreißen und sie erkennen als untergeordnete Helfer der höheren Hierarchien. Es ist oft das Verlangen ausgesprochen worden nach einer leichteren populären Fassung der Theosophie als das Buch [«Theosophie»] ist. Die theosophischen Begriffe müssen erarbeitet werden. Wollte man durch anderes als Lehrender wirken als nur durch den Inhalt der Lehre, zum Beispiel durch schöne Redegewandtheit, würde man luziferische Impulse einfließen lassen in die Theosophie. In der Theosophie reden von «Vibrationen», wie vielfach getan wird, ist ahrimanischen Impulsen das Tor öffnen. Wir müssen aus dem esoterischen Leben in die Welt treten, wie Erwachsene sich an Kinderspielen beteiligen; kehrt man zurück in seine alten Streitereien, Affekte und Leidenschaften, benimmt man sich ebenso wie der Erwachsene, der gleich dem Kinde den Ball schlägt, der ihn ins Auge getroffen hat.
Cite:
GA 266c/1913-09-03/p005 · edition original