Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Kopenhagen, 1913-10-15
Die Seele fühlt sich in sich selbst wie in eigner Kraft, die sie wie eine Schale umgibt. Diese Schale muß sie durchbrechen, und da sind Luzifer und Ahriman gleich zur Stelle. Aufzeichnung D Der Sündenfall kann wieder erlebt werden auf dem esoterischen Wege; da bei jedem Vordringen der Menschen sich die Versuchung in den Weg stellt. Derjenige, der ein Esoteriker wird, muß sich klar darüber sein, daß er das Leben anders nehmen muß als der Exoteriker. Körperlich kann man Schmerzen betäuben, aber seelisch kann man sich nicht mehr betäuben. Man muß wissen, daß, wenn man die Unwahrheit spricht, man einmal in einem späteren Leben dieses berichtigen wird müssen, daß man die Wahrheit wird sprechen müssen, aber dann mit Schamgefühl. Der Körper kann nur ein gewisses Maß von Schmerzen aushalten, dann fällt er in Ohnmacht, man verliert die Herrschaft seines Ichs. Schwache Seelen können auch durch Angst oder Schrecken in Ohnmacht fallen. Wenn eine unreife Seele, die psychisch veranlagt ist, durch die Übungen rasch in die geistige Welt kommt, dann verfällt sie auch dort einer Betäubung, das sind die Stimmen, die in unseren Sprachen zu uns reden, die legt Luzifer vor die geistige Welt. Man muß dann eine große Seelenstärke wachrufen, um ihnen zuzurufen: Ihr lügt. - Dann hören sie auf. In der Imagination stellt sich Ahriman uns entgegen. Mancher erblickt einen Engel; wenn er ihn scharf ins Auge faßt, geht er in Nebel auf und an der Stelle steht ein Teufel. Eine Erscheinung hat eine blaue Farbe, schaut man scharf hin, verwandelt sie sich in rot und zeigt an, daß noch eine Begierde in uns ist. Der Mensch sitzt in der Aura seiner Illusionen, auch was die physische Umwelt betrifft, wie ein Hühnchen in der Eischale. Wir müssen diese durchbrechen, um in die geistige Welt zu kommen. Die
Cite:
GA 266c/1913-10-15/p009 · edition original