{"corpus":"steiner","locus":"GA 266c/1913-12-30/p002-p003","extent":"range","passage_number":2,"through":3,"paragraph_count":2,"first_locus":"GA 266c/1913-12-30/p002","last_locus":"GA 266c/1913-12-30/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Leipzig, 1913-12-30","date":"1913-12-30","location":null,"alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). 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Dezember 1913 \nAufzeichnung Α \nWenn die Auffassung richtig wäre, die die Seelen-Untersucher \ndes Mittelalters hatten und die auch von den modernen Psychologen geteilt wird, so gäbe es keine Esoterik. \nDamals wurde der Satz geprägt: Alles, was in der Seele vorgeht, ist intentionell, das heißt, allen Seelenvorgängen liegt eine \nbestimmte Absicht zugrunde; wenn ich denke, so hat mein \nDenken einen bestimmten Inhalt, ich muß etwas denken; wenn \nich fühle, hoffe, vorstelle, will: so muß ich «etwas» fühlen, hoffen, vorstellen, wollen. Die mittelalterlichen Seelen-Untersucher \ndrückten das klar aus, viel schärfer und klarer als die heutigen \nPsychologen; denn unsere Zeit ist die Zeit der verschwommenen \nBegriffe. Wäre diese im Mittelalter vertretene Ansicht richtig, so \nwäre ein esoterisches Denken nicht möglich, denn der Esoteriker will ja eben auch dieses «etwas» aus seiner Seele entfernen, \nsie ganz leer machen, damit dann in seine Seele einströmen kann \ndas göttliche Denken. In gewissem Sinne wird das ja auch nicht \nhervorgerufen durch unsere Übungen, denn in ihnen konzentrieren wir uns ja auf bestimmte Worte, Bilder etc., die uns vom \nokkulten Lehrer gegeben sind. Also doch auf ein «etwas» - was \naber nicht der Sinneswelt entnommen ist. Und vorbereitet wird \nunsere Seele dadurch, wenn sie herangereift ist durch diese \nÜbungen, zu empfangen das göttliche Dasein. \nWelchen Zweck hat denn das konzentrierte Denken? Uns \nabzulenken von den materiellen Gedanken, die uns umschwirren, und uns hinzulenken, in einem bestimmten Gedankeninhalt \nzu ruhen. Nach und nach müssen wir dann dahin gelangen, in \nder Meditation von einem bestimmten Gegenstand unseres Denkens abzusehen, uns ganz frei davon zu machen und uns die \nKräfte selbst zu entwickeln, die zum Denken nötig sind. \nDie mittelalterlichen Seelen-Untersucher wußten das auch","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":275,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1913-12-30/p002"},{"passage_number":3,"locus":"GA 266c/1913-12-30/p003","text":"sehr wohl, aber sie befolgten eine Regel, die noch heute von vielen befolgt wird, ja, die ein Grundsatz aller Erkenntnistheorie \ngeworden ist. Sie sagten: Das Denken, Fühlen, Wollen ohne \nIntentionen zu erreichen, ist sehr schwierig; was schwierig ist, \nist für den Menschen unmöglich. So kamen alle jene Ideen über \ndas Begrenztsein des Erkenntnisvermögens in die Philosophie. \nNatürlich ist es für den Esoteriker nicht leicht, bei der Meditation jeden Denk-, Gefühls-, Willensinhalt aus seiner Seele zu \nentfernen und nur die Kräfte selbst zu entwickeln. Nur durch \nstetige, angestrengte Meditation wird er dahin gelangen. Im \nGrunde befindet sich der Meditant ja in derselben Lage wie der \nschlafende Mensch, nur daß er sein Bewußtsein aufrecht erhält. \nWas geschieht denn im Schlaf? Astralleib und Ich verlassen \nden Körper, und auf der Ruhestätte liegen bleiben der physische \nund ätherische Leib, das heißt, wie ich schon öfters erwähnt \nhabe, es ist das nur bis zu einem gewissen Grade richtig. Wie \ndie Sonne nur für einen Teil des Erdballs untergeht, um für die \nandere Hälfte neu zu erstehen, so ruht auch nur der eine Teil \ndes physischen Leibes. In dem anderen Teile beginnt die Sonne \ndes Astralleibes und des Ich ihre Tätigkeit zu entfalten. \nDenn aus dem Nerven- und Blutsystem sind während des \nSchlafes Astralleib und Ich zwar herausgezogen, aber in das übrige physische System - Sinnes- und Drüsenorgane - beginnen \nsie mit ihren Kräften während des Schlafes hineinzuarbeiten. An \neinem Vergleich werden Sie das ersehen. Wer wäre nicht schon \neingeschlafen in einem nicht genügend geheizten Zimmer und \nmangelhaft vorbereitet für den Schlaf und hätte dann beim Aufwachen das unangenehme Gefühl gehabt, daß sein Körper abgekühlt sei. Der Grund dafür ist, daß während des Schlafes Astralleib und Ich nicht in ihm sind, wenigstens nicht im Blut- und \nNervensystem. Dagegen durchziehen sie auch im Schlafe die \nDrüsen- und die Sinnesorgane. Denken wir zum Beispiel an ein \nLeckermaul. Bei ihm sind die Drüsenorgane natürlich anders \nausgebildet, weil er die Gier nach guten Speisen noch nicht \nüberwunden hat. Wir müssen bedenken, daß dadurch, daß bei","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":335,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1913-12-30/p003"}],"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":11,"passage_count":11,"word_count":4512},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":50,"passage_count":50,"word_count":4619,"completeness":{"ratio":1.02,"band":"comparable","note":null}}],"aligned_witness":{"status":"not_aligned","lang":"en","note":"No paragraph alignment is recorded for this unit, so the counterpart of this span in the other language is not established. The paragraph of the same number there is not necessarily the same text: fetch that unit and read it."}}