{"corpus":"steiner","locus":"GA 266c/1914-01-02","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-01-02","ga":"266c","lecture":"1914-01-02","lecture_number":null,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Leipzig, 1914-01-02","site_heading":null,"date":"1914-01-02","location":null,"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"passage_count":8,"word_count":3176,"translation_credit":null,"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":8,"passage_count":8,"word_count":3176},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":48,"passage_count":48,"word_count":3256,"completeness":{"ratio":1.03,"band":"comparable","note":null}}],"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage.","evidence":"Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern und Meditationstexte nach Niederschriften Rudolf Steiners","evidence_translation":"Participants' records written from memory, and meditation texts from Rudolf Steiner's own manuscripts","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."},"passages":[{"locus":"GA 266c/1914-01-02/p001","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-01-02/p001","passage_number":1,"word_count":6,"text":"## GA 266/3 — 1914-01-02, Leipzig"},{"locus":"GA 266c/1914-01-02/p002","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-01-02/p002","passage_number":2,"word_count":264,"text":"Leipzig, 2. Januar 1914 \nAufzeichnung Α \nDas, was jedem Esoteriker am Herzen liegt, ist der Erfolg bei \nseinen meditativen Anstrengungen. Erfolg hat ein jeder, auch \nwenn er ihn nicht merkt. Der angehende Esoteriker beklagt sich \noft über Schmerzen. Diese Schmerzen sind Unordnungen, die \nim Körper dadurch entstehen, daß der physische und ätherische \nKörper nicht in richtigem Kontakt miteinander sind. Diese \nSchmerzen waren auch schon früher da, nur hat sie der Mensch \nnicht empfunden, da er gröber, robuster war. Jetzt als Esoteriker, da er feiner, sensibler wird, empfindet er sie. Der Esoteriker \nmuß solche Schmerzen ertragen lernen. Da muß man natürlich \nunterscheiden lernen, ob es sich um einen Krankheitsprozeß \nhandelt, bei dem man eingreifen muß. \nWoher kommt es denn, daß man seinen physischen Körper \nso wenig kennt? Weil man in ihm lebt und ihn nur empfindungsgemäß wahrnimmt. Man sieht mit dem Auge, daher kann \nman es nicht beobachten. Der Esoteriker muß dazu gelangen, \nsich mit seinem Geistig-Seelischen zurückzuziehen, frei zu machen vom Physischen. Dann wird es ihm gelingen, seinen physischen Körper zu beobachten. Es verhilft uns dazu, wenn wir \nunsere Gedanken möglichst auf einen Punkt zusammenziehen, \nkonzentrieren und in diesen Punkt dann untertauchen, für eine \nZeitlang darin leben. Durch solche Konzentration tritt eine Verstärkung der Denkkraft ein und durch sie kann man allmählich \ndahin gelangen, seinen physischen Körper zu beobachten. \nFerner müssen wir dahin gelangen, unseren Ätherkörper kennenzulernen. Das ist noch schwieriger, denn der ätherische Körper ist nicht von der Haut eingeschlossen wie der physische \nLeib, sondern er ist ein feines Gewebe, das seine Strömungen \nüberall hinaussendet in die Außenwelt und auch von allem, was"},{"locus":"GA 266c/1914-01-02/p003","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-01-02/p003","passage_number":3,"word_count":643,"text":"in der Außenwelt vorgeht, beeindruckt wird, oft dem Menschen \nganz unbewußt. \nDen Ätherleib lernt man erfühlen durch richtiges Betreiben \nder zweiten Nebenübung, der Übung des Willens. Gewöhnlich \nwird ja der Mensch durch äußere Eindrücke zu seinen Handlungen getrieben. Er sieht die Blume auf der Wiese, und da sie ihm \ngefällt, streckt er die Hand nach ihr aus, um sie zu pflücken. \nNun, als Esoteriker, müssen wir dahin gelangen, ohne Anregung \nvon außen, nur aus dem inneren Impulse heraus, den wir uns \nbewußt geben, dies oder jenes zu tun. Dann kommt man dazu \n[zu erkennen], es ist der Ätherleib, der die Hand zu der Bewegung veranlaßt. So fühlt man seinen Ätherleib erwachen. \nDurch diesen erwachenden Ätherleib lernt man nach und \nnach, sich zu erleben in einer ätherischen Welt. In Wirklichkeit \ngeschieht bei jeder Bewegung, die wir machen, ζ. Β. wenn ich \neinen Gegenstand angreife, mich daran stoße, ein Angriff auf die \nAußenwelt. Der Nicht-Esoteriker ahnt nichts davon, er ist behütet durch den Hüter der Schwelle vor diesem Wissen, aber der \nEsoteriker verselbständigt nach und nach seinen Ätherleib, der \nin der ätherischen Welt sich erlebt. Seine Organe werden feiner, \ner eignet sich immer mehr eine Empfindung an dafür, daß ein \njeder Raum erfüllt ist nicht nur von physischen Gegenständen, \nsondern von einer zahllosen Menge von Elementarwesen, die \nsich durch Stechen, Stoßen, Brennen bemerkbar machen. Man \nmuß sich in dieser elementarischen Ätherwelt überall Raum \nschaffen durch Willensimpulse wie Ausstrecken, Zurückziehen, \nStoßen, Vorwärtsschreiten etc., und solche Bewegungen müssen \nmit dem vollen Bewußtsein, daß man es aus seinem eigensten \nWesen heraus will, geschehen. Das ist das zweite: Initiative der \nHandlungen. Wer sich in der Ätherwelt ohne seinen InitiativWillen keinen Raum schaffen kann, der kann in dieser Welt \nebensowenig etwas ausrichten, wie jemand, der in der physischen Welt tanzen wollte auf einem Podium, das voller Stühle \nsteht. Erst müssen die Stühle fortgeschafft werden. Das lernt \nman im Geistigen durch die zweite Übung. \nUm unseres Astralleibes bewußt zu werden, müssen wir genau das Umgekehrte tun. Wir müssen da die im Astralleib wogenden Begierden zurückhalten, da müssen wir diesen gegenüber \nGelassenheit und Gleichmut entwickeln. Wir müssen absolute \nWindstille, absolute Ruhe in uns herstellen. Dann erst fühlen \nwir die äußere astrale Welt an unsere innere astrale Welt stoßen. \nWie wir an die ätherische Welt stoßen dadurch, daß wir von uns \naus in sie eingreifen in unserem Wollen, so fühlen wir die äußere \nastrale Welt dadurch, daß wir ruhig in uns selber bleiben, daß \nwir alle Begierden, Wünsche zur Ruhe bringen. \nBevor der Astralleib soweit ist, betäubt er sich durch den \nSchrei. Wir wissen ja, daß ein Schmerz entsteht, wenn der physische Leib und der ätherische Leib nicht in richtigem Kontakt \nsind. Das empfindet der Astralleib als Schmerz. Das kleine Kind, \nwenn es Schmerz empfindet, schreit. Es sucht den Schmerz zu \nübertönen im Schreien. Der Erwachsene ruft vielleicht: au! Wenn \nes dem Menschen gelänge, seinen Schmerz völlig in den Vibrationen des Tons hinströmen zu lassen, so würden durch dessen \nSchwingungen in der Formation des Ätherleibes solche Veränderungen entstehen, daß er nicht den Schmerz empfände, sondern \ndaß er hinuntersänke ins Unterbewußtsein. \nAber die guten Götter haben den Menschen schwächer veranlagt, und es ist gut so, denn sonst gäbe es kein Leid und auch \nkeine artikulierte Sprache. Der Esoteriker muß dahin gelangen, \nalle Schmerzen, überhaupt alles, was durch das Äußere in ihm \nangeregt wird, in ihm vorgeht, ruhig, gelassen, gleichmütig zu \nertragen. Dann wird er nicht Angriffe machen (durch seinen \nAstralleib) auf die Außenwelt, sondern die Angriffe wenden sich \nvon außen an ihn. Aber da er völlige Gelassenheit entwickelt \nhat, so berühren sie nur seinen physischen und ätherischen Leib. \nDer Astralleib bleibt unberührt. Er wird sozusagen frei, und \nman kann ihn beobachten. Also durch die Übung in der Gelassenheit gelange ich dazu, meinen Astralleib kennenzulernen. \nSchließlich muß ich auch noch dazu kommen, mein Ich kennenzulernen. Ich kann mein Ich nicht erfühlen, weil ich in ihm"},{"locus":"GA 266c/1914-01-02/p004","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-01-02/p004","passage_number":4,"word_count":1263,"text":"lebe. Daher müssen wir es in die Welt ausgießen. Mein Ich lerne \nich kennen durch das, was wir bezeichnen als Positivität \n(Gleichnis vom Hunde). \nWenn wir es machen wie der Christus-Jesus, so sehen wir \nnicht das Häßliche, sondern tauchen soweit hinein in alles, daß \nwir an das Gute kommen. Auf diese Weise kommen wir los von \nunserm Ich und können es beobachten. Ich ist Liebe und Wille. \nDurch den entwickelten Willen lernen wir erkennen die Substanz aller Dinge, die im Göttlichen urständet. Durch die Liebe \nlernen wir das Wesen der Dinge miterleben. So dringen wir \ndurch Wille und Liebe vor zum Erkennen, das frei ist vom persönlichen Ich. Als geistiges Ich lernen wir untertauchen in \nWesen und Substanz aller Dinge, die ja aus dem geistigen Vatergrund stammen, wie auch unser eigenes Ich. Unser Ich schaut \nuns aus allem Geschaffenen an («Schwan»). Der Schüler erreicht \ndie Stufe des «Schwan», wenn er das erleben kann. \nAuf der fünften Stufe entwickeln wir Manas oder Geistselbst. \nDa dürfen wir uns nicht festlegen auf dasjenige, was wir bisher \ngesehen, gelernt, gehört haben. Wir müssen lernen, von alle dem \nabzusehen, uns allem, was uns entgegentritt, ganz wie ausgeleert \nvon dem Bisherigen zu erhalten. Manas kann nur entwickelt \nwerden, wenn man lernt, alles, was wir uns durch Eigendenken \nerworben haben, doch nur zu empfinden als etwas Minderwertiges gegenüber dem, was wir uns erwerben können, indem wir \nuns den Gedanken öffnen, die aus dem gottgewobenen Kosmos \neinströmen. Aus diesen göttlichen Gedanken ist alles, was uns \numgibt, entstanden. Wir haben sie nicht durch unser bisheriges \nDenken finden können. Da verbergen es uns die Dinge. Jetzt \nlernen wir hinter allem wie ein verborgenes Rätsel dies Göttliche \nzu erahnen. Immer mehr lernen wir in Bescheidenheit einsehen, \nwie wenig wir bisher von diesen Rätseln ergründet haben. Und \nwir lernen, daß wir eigentlich alles aus unserer Seele entfernen \nmüssen, was wir bisher gelernt haben, daß wir ganz unbefangen, \nwie ein Kind, allem entgegentreten müssen — daß sich nur der \nUnbefangenheit der Seele darbieten die göttlichen Rätsel, die uns \numgeben. Kindlich muß die Seele werden, um in die Reiche der \nHimmel eindringen zu können. Der kindlichen Seele strömt \ndann entgegen die verborgene Weisheit - Manas - wie ein Geschenk der Gnade aus der geistigen Welt. \nWeiter zu gehen ist für den Menschen nicht nötig, da er \ndurch diese fünf Stufen den Kontakt mit der geistigen Welt herstellt. Es muß nun noch durch stete Wiederholung dieser fünf \nÜbungen zwischen den verschiedenen Fähigkeiten, die durch sie \nerlangt werden sollen, die Harmonie des Zusammenwirkens \nhergestellt werden. Das bewirkt die sechste Übung. \nDiese Übungen sind von allergrößter Wichtigkeit. Durch sie \nkann die Seele den Weg finden in die geistigen Welten. Überall, \nin allen Schriften, Zyklen, Vorträgen finden Sie Hinweise auf \ndiese fünf Übungen. Und es brauchte keine esoterische Stunde \nstattzufinden, wenn jeder sie aufmerksam läse und die Kräfte \ndieser Übungen in seiner Seele zum Leben erweckte. Sie dienen \nden speziell gegebenen Übungen zur Unterstützung. \nDer Esoteriker muß nur aufmerksam sein, auch auf das \nKleinste. Er muß alles gewissenhaft beobachten, noch in ganz \nanderer Weise, als es im Physischen geschieht, sobald er sich den \ngeistigen Welten nähert. Denn die Dinge im Geistigen sind ja \nsoviel subtiler, feiner als im Physischen. Darum muß der Esoteriker diese Übungen beständig machen und sich immer wieder \nanfachen zu neuem Streben, zu neuen Beobachtungen, da es ihm \nsonst nicht möglich ist, Einblicke in die geistige Welt zu bekommen. Und vor allem muß der Esoteriker Geduld üben. Die meisten denken, nachdem sie kurze Zeit geübt haben, sie könnten \nnun in die geistige Welt gelangen, alle Pforten zur geistigen Welt \nständen ihnen offen. \nBedenken Sie doch, daß ein bedeutsamer Impuls, eine bedeutende Idee neunzehn Jahre braucht, um innerlich gut ergriffen \nund verstanden zu werden. Wenn der Esoteriker glaubt, nach \neinigem Üben nun ohne weiteres reif zu sein zum Eintritt in die \ngeistigen Welten, so ist das gerade so, als wenn ein Kind, das \neben sprechen gelernt hat, nun sagen wollte: Das dauert mir zu \nlange, Jahre hindurch zu warten, bis ich ein Mann bin. Ich will \ngleich Mann sein. \nEin Zweites, das man im esoterischen Leben lernen muß, ist \ndie Wahrhaftigkeit. Wer sie im physischen Leben nicht schon \ngelernt hat, wird große Mühe haben bei seinem Aufstieg in die \ngeistige Welt, da er ja auch sein logisches Denken und alles, was \nan den Verstand gebunden ist, zurücklassen muß und in der geistigen Welt nicht korrigiert wird durch die Tatsachen wie hier in \nder physischen Welt. Die guten Götter haben gerade dadurch \nden Menschen erziehen wollen zur Wahrhaftigkeit, daß sie ihn \nversetzt haben in die physische Welt, wo eine jede Unwahrheit -\nd. h. alles, was nicht den Tatsachen entspricht - korrigiert wird \ndurch die Tatsachen. Die Neigung zur Wahrhaftigkeit kann \nnur in der physischen Welt erworben werden, nicht erst in der \ngeistigen Welt. \nEndlich muß der Esoteriker bestrebt sein, sich gewohnheitsmäßig ein gutes Gedächtnis anzuerziehen. Der Bewahrer des Gedächtnisses ist der Ätherleib, aber ohne den physischen Leib würde er schlecht bewahren können. Die Nerven werden beeindruckt, und es muß hineingeschrieben werden in den physischen \nLeib. Der ist sozusagen der Aufschreibeapparat für das, was der \nMensch behalten will. Und wenn der Mensch sich erinnern will \nan etwas, so durchdringt er mit dem Ätherleib den physischen \nLeib bis zu der Stelle, wo das, was erinnert werden soll, eingeschrieben steht, und dann wird das Erinnerungsbild lebendig, und \nder Mensch liest es dann ab vom physischen Leib. Schüler machen \nes ja so, wenn sie etwas auswendig zu lernen haben, daß sie es sich \nsolange wiederholen, bis es sich eingeschrieben hat. Aber da kann \nes vorkommen, daß, wenn sie ζ. Β. lernen: «Es stand vor alten \nZeiten ...», sie es sich gewaltsam einpressen in den physischen \nLeib dadurch, daß sie den Laut zu Hilfe nehmen. \nGewohnheitsmäßig muß ein solches Einschreiben und Ablesen werden dadurch, daß es uns zur inneren Gewohnheit wird, \nalle Verrichtungen mit Aufmerksamkeit und Nachdenken zu \ndurchdringen. \nFür geistige Erlebnisse kann man den physischen Leib nicht \nbrauchen als Erinnerungsorgan, an die Stelle muß das Gewohnheitsmäßige treten. Wir müssen uns die dazu gehörende Empfindungsnuance vor die Seele rufen. \nDer Inhalt dessen, was dem Meditanten zufließt, wenn er sich \nnach der Meditation leer macht - auch von dem Einwirken der \nMeditation - ist ja in gewissem Sinne Verdienst. Niemals wird \neine Meditation einmal ebenso sein wie ein anderes Mal. Das, \nwas uns zufließt, hängt ab von unserer Moralität, von unserer \nWahrheitsliebe, davon, wie wir seit der letzten Meditation gelebt \nhaben. Sind wir in irgendeiner Weise nicht ganz bei der Wahrheit geblieben, oder haben wir Zorn, Ärger in uns aufkommen \nlassen, so kann nichts aus der geistigen Welt in uns einströmen. \nEs ist damit schon so, wie wir es verdienen. Bei aufmerksamem \nNachspüren werden wir schon immer den Grund dafür, daß wir \nnicht mit dem Geistigen begnadet wurden, in irgendeiner Unwahrheit, in irgendeiner Aufwallung von Zorn oder dergleichen \nfinden. \nAufzeichnung Β (Auszug) \n[...] Ein Zweites, das man im esoterischen Leben üben muß, ist \ndie Wahrhaftigkeit. Wer im physischen Leben nicht die Wahrhaftigkeit geübt hat, wird große Mühe haben bei seinem Aufstieg in die geistigen Welten, da er ja auch sein logisches Denken \nund alles, was an den Verstand gebunden ist, zurücklassen muß \nund nicht korrigiert wird durch die physische Welt. Die guten \nGötter haben gerade den Menschen erziehen wollen zur Wahrhaftigkeit dadurch, daß sie ihn in die physische Welt versetzt \nhaben. Die Neigung zur Wahrhaftigkeit kann nur in der physischen Welt erworben werden, nicht erst in der geistigen Welt. \nEndlich muß der Esoteriker bestrebt sein, sich gewohnheitsmäßig ein gutes Gedächtnis anzuerziehen (indem man alles mit \nstarkem Bewußtsein tut, immer ganz bewußt bei allem ist). Wir"},{"locus":"GA 266c/1914-01-02/p005","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-01-02/p005","passage_number":5,"word_count":289,"text":"kennen alle die Geschichte von jenem Manne, der wenig Sinn \nhatte für Raumverhältnisse und nie wußte, wo er etwas hingelegt hatte. Um dem abzuhelfen, stellte er verschiedene Tische in \nseinem Zimmer auf und legte alles darauf. - Es gibt Gelehrte, \ndie nur arbeiten können, wenn sie zwölf Tische um sich herum \nhaben, auf denen die Nachschlagewerke aufgeschlagen da liegen, \num die Zitate leicht bei der Hand zu haben, und die von einem \nTisch zum andern gehn müssen. \nMan lächelt darüber, aber in Wirklichkeit ist es im Unterbewußtsein bei uns allen ebenso. Der Bewahrer des Gedächtnisses \nist der Ätherleib, aber ohne den physischen Leib würde er \nschlecht bewahren können. Die Nerven werden beeindruckt, \nund es muß hineingeschrieben werden in den physischen Leib; \nder ist sozusagen der Aufschreibe-Apparat für das, was ich behalten will. Und wenn der Mensch sich erinnern will, so durchdringt er mit dem Ätherleib den physischen Leib bis zu der \nStelle, wo er eingeschrieben hat, und dann wird das Erinnerungsbild lebendig, und er liest es dann vom physischen Leib ab. \nSchüler machen es ja so, wenn sie etwas auswendig zu lernen \nhaben, daß sie es sich so lange laut wiederholen, bis es sich eingeschrieben hat. Aber da kann es dann kommen, daß, wenn sie \nzum Beispiel lernen: «Es stand in alten Zeiten ein Schloß, so \nhoch und hehr ...», sie dadurch, daß sie den Laut zu Hilfe \nnehmen, es gewaltsam einpressen in den physischen Leib. \nGewohnheitsmäßig muß ein solches Einschreiben und Ablesen werden dadurch, daß es uns zur inneren Gewohnheit wird, \nalle Verrichtungen mit Aufmerksamkeit und Nachdenken zu \ndurchdringen. \nFür geistige Erlebnisse kann man den physischen Leib nicht \ngebrauchen als Erinnerungsorgan; an die Stelle muß das Gewohnheitsmäßige treten. Wir müssen uns die dazugehörige \nEmpfindungsnuance vor die Seele rufen."},{"locus":"GA 266c/1914-01-02/p006","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-01-02/p006","passage_number":6,"word_count":564,"text":"Aufzeichnung C \nVieles wird anders durch unser meditatives Leben, und wir \nmüssen subtil auf alles achten, um uns dieses Anderswerdens \nbewußt zu werden. Im gewöhnlichen Leben sind wir uns gewöhnlich von etwas nicht bewußt als Außenwelt, was doch zur \nAußenwelt gehört, nämlich von unserem physischen Leib. \nI. Durch konzentriertes Denken, durch unsere Konzentrationsübungen werden wir uns allmählich von unserem physischen Leib als von etwas Äußerem bewußt, wir fühlen es als \netwas, was da ist und was gewissermaßen zu uns gehört. \nIL Durch die Initiative des Handelns (Herrschaft über die \nWillensimpulse) werden wir uns unseres ätherischen Leibes bewußt. Solange wir einfach etwas wollen oder begehren durch die \nauf uns eindringenden Stimuli der Außenwelt, fühlen wir nicht \ndie Strömungen im Ätherleib, die in Bewegung kommen, wenn \nwir handeln. Wir müssen Raum um uns her schaffen, wenn wir \netwas von uns selbst aus tun wollen, ebenso wie jemand, der \ntanzen will, Tische und Stühle zuerst hinwegräumen muß. \nSobald wir von uns aus, nicht durch etwas Äußeres veranlaßt, \netwas tun, machen wir uns von innen heraus stark, schicken \nunseren Willen von innen nach außen und fühlen dann die Strömungen und Bewegungen, die zu jeder Tat im Ätherleib vorgehen müssen. Jede Bewegung ist ein Angriff auf die Außenwelt; \nwir werden uns mehr und mehr bewußt, daß jeder Raum erfüllt \nist von einer Menge von Elementarwesen; wenn wir handeln von \ninnen heraus, stoßen wir auf diese Elementarwesen und werden \nuns dadurch unseres Ätherleibes bewußt. \nIII. Um uns unseres Astralleibes bewußt zu werden, müssen \nwir gerade das Umgekehrte tun. Wir müssen die im Astralleibe \nwogenden Begierden zurückhalten, müssen, statt alles von uns \nausgehen zu lassen, Gelassenheit und Gleichgewicht entwickeln. \nDann, ruhig in uns selbst seiend, fühlen wir die äußere astralische Welt an uns stoßen. So, wie wir auf die ätherische Welt \nstoßen, indem wir von uns aus in sie eingreifen (Handeln vom \nWillenszentrum), fühlen wir die astralische Welt an uns stoßen, \nindem wir ruhig in uns selbst bleiben und alles Begehren und \nWünschen und Aufwogen von Lust und Leid zur Ruhe bringen. \nBevor der Mensch sich dazu erzogen hat, betäubt er sich über \ndie in ihm waltenden Begierden durch Schreien, er läßt sie in \nTönen ausgehen. Aber weil unser astralischer Leib durch die \nGötter abgeschwächt ist, wird dies später zur artikulierten Sprache und Gesang. \nIV. Unseres Ichs werden wir uns bewußt, indem wir Positivität in uns entwickeln, Urteile von uns selbst aus entwickeln, die \nuns imstande machen, in allem, selbst im Häßlichsten, auch das \nSchöne zu sehen. \nV. Und durch Unbefangenheit oder Vertrauen, durch das Vonuns-selbst-aus-in-andere-Gehen, um unbefangen sie in uns aufzunehmen, lernen wir das Geistselbst kennen und fühlen usw. \nUnter dem Einfluß dieser Übungen ändert sich unser Seelenleben. Unsere Erinnerung wird nicht mehr etwas, was auch im \nphysischen Leib eingeschrieben ist, sondern muß durch die innere Gewöhnung, alles selbständig nachzudenken, ersetzt werden. Dazu müssen wir aber alle Faulheit überwinden. (Geduld \nmuß man haben. Ein bedeutsamer Impuls, eine bedeutsame Idee \nbraucht neunzehn Jahre, um innerlich gut ergriffen und verstanden zu werden.) \nUnd unsere Wahrhaftigkeit muß auch innere Gewöhnung \nwerden, die uns dann den Sinn für das Richtige und Wahre gibt. \nSo sehen wir wieder, wie schon alles für das esoterische Leben auch in unserer Literatur gegeben ist. Der Esoteriker muß \nnur aufmerksam sein, auch auf das Kleinste, er muß alles gewissenhaft beobachten und sich immer wieder anfeuern zu neuem \nStreben und zu erneuter Beobachtung und Geduld. \nE.D.N. - I.C.M. - P.S.S.R."},{"locus":"GA 266c/1914-01-02/p007","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-01-02/p007","passage_number":7,"word_count":145,"text":"Aufzeichnung D \nSchmerzgefühle treten häufig beim Esoteriker auf, die er früher \nnicht kannte. Sie waren früher auch schon da, aber sie machten \nsich nicht störend bemerkbar. Jetzt merkt man sie, und da gilt \nes, nicht wehleidig zu sein, wenn man auch im Gesundheitlichen \nnichts versäumen darf. \nWie kommt man zu einem Gefühl des physischen Leibes? \nWir fühlen nicht den physischen Leib, wenn alles in ihm in \nOrdnung ist, das heißt, wenn auch die Ätherteile ihm im richtigen Maße entsprechen. Entsprechen sich die beiden aber nicht, \nso entsteht Schmerz. \nDurch Konzentration des Denkens müssen wir dahin kommen, auf den physischen Körper Einwirkungen auszuüben oder \nein wacheres Bewußtsein seiner zu entwickeln. \n«Au»-Rufen bei Schmerzempfinden als Betäubungsmittel. \nDurch Initiativ-Handlung Ätherkörper \ndurch Gleichgewichtsübung Astralleib \ndurch Positivität Ich \ndurch Unbefangenheit, Vorurteilslosigkeit Geistselbst \nDas ist die höchste Stufe, zu der wir uns zunächst erheben. \nAndere Übungen reichen dann noch weiter hinauf."},{"locus":"GA 266c/1914-01-02/p008","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-01-02/p008","passage_number":8,"word_count":2,"text":"ESOTERISCHE STUNDE"}]}