{"corpus":"steiner","locus":"GA 266c/1914-01-02/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"in der Außenwelt vorgeht, beeindruckt wird, oft dem Menschen \nganz unbewußt. \nDen Ätherleib lernt man erfühlen durch richtiges Betreiben \nder zweiten Nebenübung, der Übung des Willens. Gewöhnlich \nwird ja der Mensch durch äußere Eindrücke zu seinen Handlungen getrieben. Er sieht die Blume auf der Wiese, und da sie ihm \ngefällt, streckt er die Hand nach ihr aus, um sie zu pflücken. \nNun, als Esoteriker, müssen wir dahin gelangen, ohne Anregung \nvon außen, nur aus dem inneren Impulse heraus, den wir uns \nbewußt geben, dies oder jenes zu tun. Dann kommt man dazu \n[zu erkennen], es ist der Ätherleib, der die Hand zu der Bewegung veranlaßt. So fühlt man seinen Ätherleib erwachen. \nDurch diesen erwachenden Ätherleib lernt man nach und \nnach, sich zu erleben in einer ätherischen Welt. In Wirklichkeit \ngeschieht bei jeder Bewegung, die wir machen, ζ. Β. wenn ich \neinen Gegenstand angreife, mich daran stoße, ein Angriff auf die \nAußenwelt. Der Nicht-Esoteriker ahnt nichts davon, er ist behütet durch den Hüter der Schwelle vor diesem Wissen, aber der \nEsoteriker verselbständigt nach und nach seinen Ätherleib, der \nin der ätherischen Welt sich erlebt. Seine Organe werden feiner, \ner eignet sich immer mehr eine Empfindung an dafür, daß ein \njeder Raum erfüllt ist nicht nur von physischen Gegenständen, \nsondern von einer zahllosen Menge von Elementarwesen, die \nsich durch Stechen, Stoßen, Brennen bemerkbar machen. Man \nmuß sich in dieser elementarischen Ätherwelt überall Raum \nschaffen durch Willensimpulse wie Ausstrecken, Zurückziehen, \nStoßen, Vorwärtsschreiten etc., und solche Bewegungen müssen \nmit dem vollen Bewußtsein, daß man es aus seinem eigensten \nWesen heraus will, geschehen. Das ist das zweite: Initiative der \nHandlungen. Wer sich in der Ätherwelt ohne seinen InitiativWillen keinen Raum schaffen kann, der kann in dieser Welt \nebensowenig etwas ausrichten, wie jemand, der in der physischen Welt tanzen wollte auf einem Podium, das voller Stühle \nsteht. Erst müssen die Stühle fortgeschafft werden. Das lernt \nman im Geistigen durch die zweite Übung. \nUm unseres Astralleibes bewußt zu werden, müssen wir genau das Umgekehrte tun. Wir müssen da die im Astralleib wogenden Begierden zurückhalten, da müssen wir diesen gegenüber \nGelassenheit und Gleichmut entwickeln. Wir müssen absolute \nWindstille, absolute Ruhe in uns herstellen. Dann erst fühlen \nwir die äußere astrale Welt an unsere innere astrale Welt stoßen. \nWie wir an die ätherische Welt stoßen dadurch, daß wir von uns \naus in sie eingreifen in unserem Wollen, so fühlen wir die äußere \nastrale Welt dadurch, daß wir ruhig in uns selber bleiben, daß \nwir alle Begierden, Wünsche zur Ruhe bringen. \nBevor der Astralleib soweit ist, betäubt er sich durch den \nSchrei. Wir wissen ja, daß ein Schmerz entsteht, wenn der physische Leib und der ätherische Leib nicht in richtigem Kontakt \nsind. Das empfindet der Astralleib als Schmerz. Das kleine Kind, \nwenn es Schmerz empfindet, schreit. Es sucht den Schmerz zu \nübertönen im Schreien. Der Erwachsene ruft vielleicht: au! Wenn \nes dem Menschen gelänge, seinen Schmerz völlig in den Vibrationen des Tons hinströmen zu lassen, so würden durch dessen \nSchwingungen in der Formation des Ätherleibes solche Veränderungen entstehen, daß er nicht den Schmerz empfände, sondern \ndaß er hinuntersänke ins Unterbewußtsein. \nAber die guten Götter haben den Menschen schwächer veranlagt, und es ist gut so, denn sonst gäbe es kein Leid und auch \nkeine artikulierte Sprache. Der Esoteriker muß dahin gelangen, \nalle Schmerzen, überhaupt alles, was durch das Äußere in ihm \nangeregt wird, in ihm vorgeht, ruhig, gelassen, gleichmütig zu \nertragen. Dann wird er nicht Angriffe machen (durch seinen \nAstralleib) auf die Außenwelt, sondern die Angriffe wenden sich \nvon außen an ihn. Aber da er völlige Gelassenheit entwickelt \nhat, so berühren sie nur seinen physischen und ätherischen Leib. \nDer Astralleib bleibt unberührt. Er wird sozusagen frei, und \nman kann ihn beobachten. Also durch die Übung in der Gelassenheit gelange ich dazu, meinen Astralleib kennenzulernen. \nSchließlich muß ich auch noch dazu kommen, mein Ich kennenzulernen. Ich kann mein Ich nicht erfühlen, weil ich in ihm","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Leipzig, 1914-01-02","site_heading":null,"date":"1914-01-02","location":null,"word_count":643,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-01-02/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-01-02/p003"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/266c/1914-01-02/p003"}],"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). 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