Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Leipzig, 1914-01-02

GA 266c/1914-01-02/p006 ·1914-01-02 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern und Meditationstexte nach Niederschriften Rudolf Steiners» (Participants' records written from memory, and meditation texts from Rudolf Steiner's own manuscripts). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

Aufzeichnung C Vieles wird anders durch unser meditatives Leben, und wir müssen subtil auf alles achten, um uns dieses Anderswerdens bewußt zu werden. Im gewöhnlichen Leben sind wir uns gewöhnlich von etwas nicht bewußt als Außenwelt, was doch zur Außenwelt gehört, nämlich von unserem physischen Leib. I. Durch konzentriertes Denken, durch unsere Konzentrationsübungen werden wir uns allmählich von unserem physischen Leib als von etwas Äußerem bewußt, wir fühlen es als etwas, was da ist und was gewissermaßen zu uns gehört. IL Durch die Initiative des Handelns (Herrschaft über die Willensimpulse) werden wir uns unseres ätherischen Leibes bewußt. Solange wir einfach etwas wollen oder begehren durch die auf uns eindringenden Stimuli der Außenwelt, fühlen wir nicht die Strömungen im Ätherleib, die in Bewegung kommen, wenn wir handeln. Wir müssen Raum um uns her schaffen, wenn wir etwas von uns selbst aus tun wollen, ebenso wie jemand, der tanzen will, Tische und Stühle zuerst hinwegräumen muß. Sobald wir von uns aus, nicht durch etwas Äußeres veranlaßt, etwas tun, machen wir uns von innen heraus stark, schicken unseren Willen von innen nach außen und fühlen dann die Strömungen und Bewegungen, die zu jeder Tat im Ätherleib vorgehen müssen. Jede Bewegung ist ein Angriff auf die Außenwelt; wir werden uns mehr und mehr bewußt, daß jeder Raum erfüllt ist von einer Menge von Elementarwesen; wenn wir handeln von innen heraus, stoßen wir auf diese Elementarwesen und werden uns dadurch unseres Ätherleibes bewußt. III. Um uns unseres Astralleibes bewußt zu werden, müssen wir gerade das Umgekehrte tun. Wir müssen die im Astralleibe wogenden Begierden zurückhalten, müssen, statt alles von uns ausgehen zu lassen, Gelassenheit und Gleichgewicht entwickeln. Dann, ruhig in uns selbst seiend, fühlen wir die äußere astralische Welt an uns stoßen. So, wie wir auf die ätherische Welt stoßen, indem wir von uns aus in sie eingreifen (Handeln vom Willenszentrum), fühlen wir die astralische Welt an uns stoßen, indem wir ruhig in uns selbst bleiben und alles Begehren und Wünschen und Aufwogen von Lust und Leid zur Ruhe bringen. Bevor der Mensch sich dazu erzogen hat, betäubt er sich über die in ihm waltenden Begierden durch Schreien, er läßt sie in Tönen ausgehen. Aber weil unser astralischer Leib durch die Götter abgeschwächt ist, wird dies später zur artikulierten Sprache und Gesang. IV. Unseres Ichs werden wir uns bewußt, indem wir Positivität in uns entwickeln, Urteile von uns selbst aus entwickeln, die uns imstande machen, in allem, selbst im Häßlichsten, auch das Schöne zu sehen. V. Und durch Unbefangenheit oder Vertrauen, durch das Vonuns-selbst-aus-in-andere-Gehen, um unbefangen sie in uns aufzunehmen, lernen wir das Geistselbst kennen und fühlen usw. Unter dem Einfluß dieser Übungen ändert sich unser Seelenleben. Unsere Erinnerung wird nicht mehr etwas, was auch im physischen Leib eingeschrieben ist, sondern muß durch die innere Gewöhnung, alles selbständig nachzudenken, ersetzt werden. Dazu müssen wir aber alle Faulheit überwinden. (Geduld muß man haben. Ein bedeutsamer Impuls, eine bedeutsame Idee braucht neunzehn Jahre, um innerlich gut ergriffen und verstanden zu werden.) Und unsere Wahrhaftigkeit muß auch innere Gewöhnung werden, die uns dann den Sinn für das Richtige und Wahre gibt. So sehen wir wieder, wie schon alles für das esoterische Leben auch in unserer Literatur gegeben ist. Der Esoteriker muß nur aufmerksam sein, auch auf das Kleinste, er muß alles gewissenhaft beobachten und sich immer wieder anfeuern zu neuem Streben und zu erneuter Beobachtung und Geduld. E.D.N. - I.C.M. - P.S.S.R.

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