Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Stuttgart, 1914-03-05

GA 266c/1914-03-05/p004 ·1914-03-05 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern und Meditationstexte nach Niederschriften Rudolf Steiners» (Participants' records written from memory, and meditation texts from Rudolf Steiner's own manuscripts). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

hineinstellen können, müssen wir schon in der physischen Welt unser ganzes Denken durch die esoterische Entwicklung umwandeln, damit wir die Dinge und Tatsachen der geistigen Welt richtig durchschauen und beurteilen können; denn es ist für uns eine ganz neue Welt, aber eine Welt von einer größeren Realität als diejenige, die wir bis jetzt gekannt haben. Wir betreten da eine Welt von wirklichen Dingen und Wesenheiten, und wir verbinden uns damit, wir wachsen hinein in diese Welt. Sie durchdringt uns, wir verlieren unsere irdischen Gedanken an diese Welt; man könnte sagen: Wir verlieren unsern Kopf an jene Welt, indem die Wesen und Dinge jener Welt in uns hineinziehen, wie wenn wir unsern Kopf in einen Ameisenhaufen gesteckt hätten. Dann geht uns das Bewußtsein für die elementarische Welt auf. Wenn unser Seelenleben immer mehr erstarkt durch die Konzentration unserer Gedanken, so daß unser inneres Selbst sich immer mehr von dem physischen Leibe abtrennen kann, dann werden die Dinge jener Welt in immer deutlicher werdenden Imaginationen und Visionen uns vor das Seelenauge treten; wir werden einsehen, daß alles, was wir auf Erden an Gedanken des Guten, Wohlwollenden, Edlen gehabt haben, sich umgewandelt hat in unvergängliche Imaginationen, die im Weiterleben dem Weltall seinen Wert verleihen, und daß alles Schlechte, Böse, ja alle niederen egoistischen Gedanken als Abfallprodukte zurückbleiben. Das wird zu demjenigen, was an sich unfruchtbar ist, was aber zur Nahrung wird für dasjenige, was sich aus dem Keim des Guten heraus entwickeln soll. So wie hier auf dem physischen Plan der mineralische Boden die Nährstoffe liefert für die Pflanzenwelt, so wird alles, was schlecht gedacht ist, der Bodensatz für die in der elementarischen Welt erkeimenden Gedanken des Guten, Wahren, Schönen. Deshalb kann ja der Okkultist sich das Schlechte, Falsche so schnell ausdenken und es sich in Gedanken vorstellen. Aber er läßt es nicht weiterkommen; er weiß, daß er nur [bis] zu dem Punkte gehen darf, wo es Gedanke bleibt; er läßt es nicht in die Tat, in die Wirklichkeit übergehen. Er läßt es nur den Boden zubereiten, aus dem der Keim des Guten wachsen kann.

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