Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1914-03-27
Wird jetzt dichtes Geistessein. Und wie leichte Daseinsperlen Lebt im Meer des Göttlich-Wahren Was den Sinnen Dasein täuscht. Aufzeichnung Β Auch wenn wir physisch nicht viel beisammen sein können, können wir doch immer das Bewußtsein haben, geistig zusammen zu sein. Wir sind nicht getrennt, denn in der Ätherwelt, in der unsere Gedanken einander berühren, besteht die Trennung nicht, die in der stofflichen Welt ist. Und mehr und mehr werden wir uns dessen bewußt werden, daß unser Ich gleichsam in unseren Gedanken sich ausdehnt und allumfassend wird. Das ist einer der Fortschritte, auf die der Esoteriker achten soll, denn das Selbständigwerden des Gedankenlebens ist ein Beweis dafür, daß wir Fortschritte machen durch unsere Übungen und Meditationen. Wir empfinden, als ob die Gedanken gleichsam selbständig in uns gedacht werden; nicht so wie früher, als ob wir selbst unsere Gedanken hervorbringen würden, sondern als ob wir das Gedankenleben in uns von einer sich immer weiter ausdehnenden geistigen Atmosphäre umgeben fühlten, als ob wir einen Teil unseres Ich gleichsam wie hinausschicken in die Gedanken und dadurch geistig vereinigt sind mit dem, wovon wir physisch getrennt sind. Wir weiten uns gleichsam in unsere ganze Umgebung aus. Und in diesem Geistig-sich-vereinigt-Fühlen mit den Dingen kann es uns auch allmählich klar werden, daß das wahre Sein der Dinge in dieser unsichtbaren, aber als real empfundenen Geistesatmosphäre liegt, während das, was die Dinge stofflich sind, uns mehr und mehr seinen Charakter der Irrealität enthüllen wird. Um dieses immer mehr innerlich zu realisieren, können wir die Formel meditieren:
Cite:
GA 266c/1914-03-27/p004 · edition original