{"corpus":"steiner","locus":"GA 266c/1914-03-27/p004-p007","extent":"range","passage_number":4,"through":7,"paragraph_count":4,"first_locus":"GA 266c/1914-03-27/p004","last_locus":"GA 266c/1914-03-27/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"title":"Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1914-03-27","date":"1914-03-27","location":null,"alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). 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Und mehr und mehr werden wir uns dessen bewußt werden, daß unser Ich gleichsam in \nunseren Gedanken sich ausdehnt und allumfassend wird. Das ist \neiner der Fortschritte, auf die der Esoteriker achten soll, denn \ndas Selbständigwerden des Gedankenlebens ist ein Beweis dafür, \ndaß wir Fortschritte machen durch unsere Übungen und Meditationen. Wir empfinden, als ob die Gedanken gleichsam selbständig in uns gedacht werden; nicht so wie früher, als ob wir \nselbst unsere Gedanken hervorbringen würden, sondern als ob \nwir das Gedankenleben in uns von einer sich immer weiter ausdehnenden geistigen Atmosphäre umgeben fühlten, als ob wir \neinen Teil unseres Ich gleichsam wie hinausschicken in die Gedanken und dadurch geistig vereinigt sind mit dem, wovon wir \nphysisch getrennt sind. Wir weiten uns gleichsam in unsere ganze Umgebung aus. Und in diesem Geistig-sich-vereinigt-Fühlen \nmit den Dingen kann es uns auch allmählich klar werden, daß \ndas wahre Sein der Dinge in dieser unsichtbaren, aber als real \nempfundenen Geistesatmosphäre liegt, während das, was die \nDinge stofflich sind, uns mehr und mehr seinen Charakter der \nIrrealität enthüllen wird. \nUm dieses immer mehr innerlich zu realisieren, können wir \ndie Formel meditieren:","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":249,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-03-27/p004"},{"passage_number":5,"locus":"GA 266c/1914-03-27/p005","text":"Zu den Dingen wend ich mich \nWend ich mich mit meinen Sinnen; -\nSinnensein, du täuschest mich! -\nWas als nichts das Dasein flieht: \nDir ist's Sein und Wesenheit; \nWas dir nichtig scheinen muß, \nOffenbare meinem Innern sich. -\nAber dann gibt es auch Zeiten, in denen wir das gewissermaßen Entgegengesetzte machen müssen. Wir müssen uns dann \nganz in uns selbst fühlen, fühlen, wie wenn das zweite Selbst aus \nuns erstände, welches unser wahres Ich ist und welches mehr \nund mehr Kraft erhalten muß. (Diese zwei Zustände müssen \n[miteinander abwechseln.) - Und dann, so in Einsamkeit uns \nselbst durchfühlend und Stärke in uns selbst gewinnend, werden \nwir allmählich fühlen, mächtiger als je zuvor, das Gute in uns \nselbst und auch das Böse in uns selbst. Das Gute in uns wird \nsich uns so offenbaren, daß wir es wie wachsend empfinden, \nwachsend in eine ferne Zukunft hinein, wo es Frucht tragen \nwird; und wir empfinden, wie das Böse, was noch in uns ist, \nwas wir uns auch in Ideen klar vor den Geist stellen können, \nNahrung werden muß für das wachsende Gute. Wir fühlen, wie \ndas Böse etwas Absterbendes ist, während das Gute gerade etwas Wachsendes ist, jedoch wir empfinden auch, daß das kräftige Wachstum des Guten abhängt von der Nahrung, die es erhalten kann durch das absterbende Böse. Beides müssen wir gleichzeitig in uns fühlen können, das Gute und das Böse, und zu \ngleicher Zeit wissen, daß das Böse, was wir uns der Idee nach \nvorstellen können, niemals zur Handlung werden darf; daß wir \nwissen, aber nie tun sollen. \nDaraus sehen wir wiederum, wie ernsthaft die esoterische \nSchulung ist. Denn wenn wir uns die Möglichkeiten des Bösen \nin uns deutlich bewußt machen, wird gleichzeitig die Versuchung an uns herankommen, es auch zu tun. Und wir sollen \nwissen, daß ebenso gewiß, wie wir die Möglichkeiten des Bösen","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":306,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-03-27/p005"},{"passage_number":6,"locus":"GA 266c/1914-03-27/p006","text":"in uns erkennen und zur Idee werden lassen müssen zum kräftigeren Wachstum des Guten, wir wissen müssen, daß wir niemals \nauch nur im geringsten das Böse zur Tat werden lassen dürfen. \nWas wir um uns herum sehen in den Naturreichen und was \nuns Menschen zur Nahrung dient, ist da, weil die Götter auf \ndem alten Mond das Böse wie auch das Gute gedacht haben, so \nwie wir es nun auch tun müssen. So wie der mineralische Boden \ndie Nahrungsstoffe liefert für die Pflanzenwelt, so werden unsere Vorstellungen vom Bösen in uns der Boden, woraus das Gute \nsich nährt. Das Mineralreich der Erde ist entstanden dadurch, \ndaß die Elohim auf dem Mond das Böse, den Irrtum gedacht \nhaben; daraus ist der Stoff, das Mineralreich der Erde entstanden, und aus diesem Stoff hat Jahve den Menschen machen können, ihm seine stoffliche Umhüllung gegeben. -\nDaß wir aber in unserer Erdentwicklung auch das Böse in \ndieser Gestalt haben, als böse Handlungen und alles, was \nschlecht ist, das kommt durch die luziferischen Götter, die nicht \nauf dem Mond das Böse dachten (wo es an seinem Platz gewesen sein würde, zu Nahrung geworden wäre), sondern auf der \nErde. Und so ist das «Das-Böse-Denken» der luziferischen \nGeister auf der Erde der Anlaß für die bösen Handlungen und \nIrrungen der Menschen. \nDieses starke Sich-in-sich-selbst-Bewußtwerden dieses lebendigen Ichs, das anfängt, sich webend, leuchtend, lebendig in sich \nselbst zu fühlen, mit deutlicher Einsicht in alles, was es als Zukunftsblüte des Guten in sich trägt, das aber auch in klaren \nIdeen seine Möglichkeiten des Bösen erfaßt, die niemals in Taten \nübergehen sollen, dieses Bewußtwerden wird ausgedrückt in der \nzweiten Formel: \nGeisteslicht erwarme mich \nLass in dir mich wollend fühlen. \nGutgedachtes, Wahr Erkanntes \nWie erlebt dich leuchtend Ich \nIrrtumsweben, bös erdachtes","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":290,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-03-27/p006"},{"passage_number":7,"locus":"GA 266c/1914-03-27/p007","text":"Zeige dich der Leuchte-Seele \nDass ich wehend in mir sei. \nUnd dann kann das sich seiner selbst bewußt gewordene Ich \nsich wieder nach außen wenden. Dann ist es jedoch wiedererstanden aus sich selbst und erkennt die Dinge in ihrer geistigen \nBedeutung. Es vergegenwärtigt sich, daß da, wo die Sinne Gegenstände sehen, eigentlich nichts ist, daß da Öffnungen sind in \neinem viel realeren und dichteren Sein rings umher. Wie runde \nLöcher, wie «Daseinsperlen» erlebt es nun die Sinneswelt; sich \nselbst fühlt es lebend und webend in der dichten Geisteswelt, \ndie reales Leben geworden ist da, wo die Sinnesorgane nichts \nwahrnehmen. So kann man dann mit der dritten Formel, die \nman hierfür meditiert, sich selbst auf die Probe stellen. Wenn \ndie beiden anderen Formeln beispielsweise morgens und abends \njeden Tag meditiert werden, die erste Strophe morgens und die \nzweite Strophe abends, dann kann man sonntags außer diesen \nbeiden in einer Zeit dazwischen die dritte Strophe nehmen, wie \num zu probieren, inwieweit dies alles Wirklichkeit geworden ist. \nDies ist dann wiederum eine Bekräftigung einer anderen Formel, \ndie eigentlich in diesen drei enthalten ist: E.D.N. - I.C.M. -\nP.S.S.R. In der ersten Formel können wir fühlen das, was als \nwahre schöpferische Mächte dem Sinnensein zugrundeliegt: \nE.D.N. - In der zweiten gehen wir in die Einsamkeit, als stürben wir ab, um in uns zu finden dasjenige, was sich mit dem \nChristus vereinigt weiß: I.C.M. - Und in der dritten auferstehen \nwir aus uns selbst, werden wiedergeboren in den Geist und erkennen das Geistessein: P.S.S.R. - Wir müssen uns als Ichwesen \nzu einem Organ der geistigen Welt entwickeln. \nLeuchtend Ich und Leuchte-Seele \nSchwebet über wahrem Werdewesen \nDas Erdachtey das Erkannte \nWird jetzt dichtes Geistessein. \nUnd wie leichte Daseinsperlen \nLebt im Meer des Göttlich-Wahren \nWas den Sinnen Dasein täuscht. \nDiese Formeln müssen jedoch meditiert werden, dann bringen sie sehr voran. Es ist nicht genug, den Inhalt davon zu wissen: Selbst der weitest fortgeschrittene Esoteriker, der das alles \nschon lange weiß, muß sie immer wieder wechselnd meditieren. \nAufzeichnung C* \nMeine lieben Schwestern und Brüder. \nEinem jeden von uns liegt am Herzen der Fortschritt in der esoterischen Entwicklung und mancher Schüler fragt sich: Komme \nich auch wirklich voran in meiner Entwicklung zum Geistigen? \nJa, ein jeder Schüler, der wirklich gewissenhaft die Übungen, die \ner vom Lehrer empfangen hat, anwendet, schreitet vorwärts; und \nmancher, der seine Übungen pünktlich und gewissenhaft macht, \nkommt vielleicht mehr voran, als er glaubt. Er darf nur nicht \nglauben, daß irgend etwas Tumultuarisches auftreten würde innerhalb seiner Übungen, oder als Resultat derselben, denn leise \nund intim tritt die geistige Welt an uns heran. \nFreilich, eines ist gewiß: daß ein jeder, der den Weg in die \ngeistige Welt finden will, umdenken muß, sein ganzes Wahrnehmungs- und Empfindungsleben muß ein ganz andres werden. \nNur wird aber das «Anders-werden» so oft falsch verstanden. \nDie Menschen denken so gern, daß sie das, was sie sich an \nKenntnissen angeeignet haben auf dem physischen Plan, auch \nübertragen können auf die geistigen Welten; mit denselben Mitteln, mit denen er sich innerhalb der physischen Welt zu einem \ngescheiten Menschen gemacht hat, glaubt der Mensch auch wissend in der geistigen Welt werden zu können. Der Esoteriker \n* Diese Aufzeichnung hat die Orts- und Datumsangabe «Berlin und Wien, \n27. März und 14. April 1914».","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"word_count":538,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/266c/1914-03-27/p007"}],"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":17,"passage_count":17,"word_count":5592},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":70,"passage_count":70,"word_count":5943,"completeness":{"ratio":1.06,"band":"comparable","note":null}}],"aligned_witness":{"status":"not_aligned","lang":"en","note":"No paragraph alignment is recorded for this unit, so the counterpart of this span in the other language is not established. The paragraph of the same number there is not necessarily the same text: fetch that unit and read it."}}