Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1914-03-27

GA 266c/1914-03-27/p014 ·1914-03-27 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Gedächtnisaufzeichnungen von Teilnehmern und Meditationstexte nach Niederschriften Rudolf Steiners» (Participants' records written from memory, and meditation texts from Rudolf Steiner's own manuscripts). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

ganz mit Realitäten, mit geistigen Wesenheiten angefüllt ist. In Wahrheit sehen wir nicht die Gegenstände im Raum, sondern die Umrisse der geistigen Welt. Zu solcher Erkenntnis muß sich der Esoteriker durchringen. Hinter allem muß er den Geist sehen. Steht er einer Herbstlandschaft gegenüber, so muß er in dem Vergehenden, Absterbenden schon die neuen lebendigen Keime erahnen, sie sich losringen sehen, die im Frühling sich opfern, indem sie sich mit Materie umkleiden werden. Ein ganz einfaches Beispiel kann uns übrigens zeigen, daß da, wo im Physischen sinnlich wahrnehmbare Gegenstände, im Geistigen lauter Nichtse sind - man nehme eine Flasche Selterswasser: Wie man das Wasser, obgleich es doch dichter ist, nicht sieht vor den leuchtenden Kugeln der perlenden Kohlensäure, die doch nur Luft, ein «Nichts» sind -, so sieht man auch das Geistige nicht vor den schillernden Dingen der sinnlichen Wahrnehmungswelt. Hat sich der Esoteriker in diese Wahrheit, daß er im Physisch-Sinnlichen von lauter Nichtsen umgeben ist, eingelebt, so wird ihm auch bald eine zweite Wahrheit aufgehen, die des Es denkt mich, nicht ich denke, nämlich daß alle unsere Gedanken nur schattenhaft sind. Wir sind gewohnt zu glauben, daß das Denken im physischen Leibe verläuft; dem ist aber nicht so. In Wahrheit ist der Ätherleib der Urheber unserer Gedanken. Der physische Leib hat nur insofern damit zu tun, als er der Spiegel ist, der die im Ätherleib erzeugten Gedanken zurückwirft. Wenn der Mensch in einen Spiegel schaut, so hat er vor sich sein Spiegelbild: Der Spiegel gibt ihm den äußeren Eindruck seiner physischen Gestalt wieder; ohne ihn, seine Person, könnte auch kein Spiegelbild da sein; dieses ist also nur ein Schattenbild seiner äußeren Gestalt. - Ebenso sind die Gedanken, die im Ätherleib ihren lebendigen Sitz haben, wenn wir sie denken in unserem physischen Gehirn, nur Spiegelbilder-Schatten. Wir sollen durch Meditation, Konzentration dahin gelangen, uns von diesen Schattengedanken loszulösen durch das Konzentrieren

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