Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Berlin, 1914-03-27
Wie erlebt dich leuchtend Ich Irrtumswehen, bös erdachtes Zeige dich der Leuchte-Seele Dass ich wehend in mir sei. Bei dieser Strophe sollen wir uns in uns selbst versenken, in die Einsamkeit der Seele. Das Ich zieht sich aufs engste zusammen; es erkennt, was es an guten und edlen, an bösen und törichten Gedanken in seiner Seele trägt; aber es empfindet: Böses und Gutes, beides ist notwendig; das Böse ist die künftige Nahrung für das Gute, denn das Gute wird sich ernähren wie ein sprossender Keim, der das Böse, das Lasterhafte verzehrt und selbst ewig bleibt. Beides wird vom Christus aufgenommen und in die Zukunft hineingetragen. Soll das Gute, das wir erzeugt haben, da Früchte bringen, so müssen wir es in den Christus hineintragen - In — morimurl III. Leuchtend Ich und Leuchte-Seele Schwebet über wahrem Werdewesen Das Erdachte, das Erkannte Wird jetzt dichtes Geistessein. Und wie leichte Daseinsperlen Lebt im Meer des Göttlich-Wahren Was den Sinnen Dasein täuscht. Man könnte es für einen Fehler halten, daß hier zwei Subjekte sind und trotzdem das Verb im Singular steht. Ich muß gestehen, daß mir das zuerst nicht auffiel, als die Mantrams mir aus der geistigen Welt gegeben wurden. Man nimmt das so hin und wird sich erst später klar darüber. In der geistigen Welt gibt es so wenig Theoretisches, alles ist erlebt gefunden. Ebensowenig liegt auch Absicht dabei vor, daß jede der drei Strophen aus sieben Zeilen besteht.
Cite:
GA 266c/1914-03-27/p016 · edition original