Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Norrköping, 1914-07-14

GA 266c/1914-07-14/p003 ·1914-07-14 · original (original)

Und nun frage ich Sie, (wenn wir diese Tatsache in ihrer ganzen Größe und Verantwortung auf uns wirken lassen): Brauchen wir da noch ein Gericht? Ist dies Gericht nicht viel packender, gewaltiger, als es selbst ein Michelangelo hat darstellen können in seinem «Jüngsten Gericht»? Ermessen Sie die Tragik, die darin liegt, daß der Mensch die Folgen seiner Taten, seines Fühlens und Denkens nun selber tragen muß! Aber einen Trost, eine Stütze haben wir (inmitten dieser Tragik): Der Christus ist eingetreten in die Erdenevolution; wenn wir uns ihm anvertrauen, so wird er unsere Taten, unsere Gefühle und Gedanken hinübertragen auf den Jupiter. Darum ist es ja so wichtig, daß die Geisteswissenschaft (Christuswissenschaft, die Erkenntnis von Christus) gerade in unsere Zeit (in der Zeit der Bewußtseinsseelenentwicklung) eintritt, damit das Verständnis für den wahren Christus wieder lebendig werde. Schon die Blavatsky in ihrer «Secret Doctrine» hat von Jahve als Mondgott gesprochen. Dadurch aber, daß sie ihre eigenen Gefühle hineingemischt hat, ist (manches Unrichtige darin und) vieles von dem schlimmen Karma (ist dadurch) entstanden, das auf der Theosophischen Gesellschaft lastet. Und da Jahve so wenig verstanden wurde, so war es ja kein Wunder, daß man jetzt auch die Christus-Wesenheit so wenig versteht. Um dies richtigzustellen, mußte gleich im Anfang unserer Bewegung von Luzifer und Ahriman gesprochen werden; denn nur durch (eine Erkenntnis ihres Wesens und Wirkens) kann man Jahve richtig einschätzen. Und nur dann führt man die Menschen richtig in die geistigen Welten, wenn man sie hindurchführt, durch Luzifer und Ahriman, daß sie dort zum Christus kommen. Stellt man nicht den Christus in den Mittelpunkt (jeglichen esoterischen Strebens), so führt man sie zu Luzifer. Man nennt nur nicht gern die Dinge beim richtigen Namen, man täuscht sich über ihre wahre Natur. Aber was man (in gewissen Kreisen) so wissenschaftlich nennt, ist eigentlich ahrimanischer Natur. So wurde in der führenden Zeitschrift der Theosophischen Gesellschaft gesagt, die «Geheimwissenschaft» sei psychisch-mystisch, dagegen wären die Schriften von Annie Besant und Leadbeater wissenschaftlich und okkult. Das aber ist ahrimanisch; und was man psychisch und mystisch nennt, das sollte «christlich» heißen. Denn die ganze «Geheimwissenschaft» und unsere ganze Arbeit wurde von Anfang an gegründet auf Erkenntnis des Christus; und sie ist inspiriert worden von der Christus-Wesenheit selber. Das wollen wir immer vor Augen haben, meine lieben Schwestern und Brüder. Vom Monde sind wir herübergekommen, wo wir noch waren im Schöße der Götter: Ex Deo nascimur. Mit dem Christus sollen wir uns vereinigen auf der Erde, in ihn hineinsterben: In - morimur. So wird uns der Heilige Geist hinüberleiten in die neue Erdenverkörperung, den Jupiter: Per Spiritum Sanctum reviviscimus. Aufzeichnung Β Alle, die durch Meditation und Konzentration als wirklich ernst strebende Esoteriker weiter kommen wollen, sie wollen im Grunde nichts anderes als bessere, andere Menschen werden. Im gewöhnlichen Leben denken wir durch das Instrument unseres Gehirns, also mittels unseres physischen Körpers. In der Meditation ist das anders. Gibt der Esoteriker sich voll Hingabe seiner Meditation hin, so gleicht der Zustand, in den er kommt, dem Schlaf zustand, jedoch unter Aufrechterhalten des Bewußtseins. Was an den physischen Körper gebunden ist, das schalten wir aus; nur der Atmungsprozeß, der bleibt; er ist dem Menschen als Odem von Jahve eingeblasen. In der Meditation denken wir mit unserem Ätherleib; Lunge und Herz erweitern sich und werden zum Gehirn, aber zum ätherischen Gehirn, und wie unser Kopf sich verhält zu dem übrigen physischen Leib, so verhält sich dieses ätherische Gehirn zu dem Himmelsleib. Man kann den Menschen nicht erkennen mit den Methoden der äußeren Wissenschaft, durch Physiologie, Anatomie, Chemie

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