Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Dornach, 1920-02-09
empfunden werden, wenn wir auf die katastrophalen Zeitereignisse blicken. Schon in den exoterischen Vorträgen ist wiederholt gesagt worden, daß unser Kopf dem Verfall, dem Tode geweiht ist und daß aus dem übrigen Menschen der lebendige Strom heraufströmt, der das Tote wieder erwecken kann. Dazu aber müssen die Menschen nicht abweisen, was aus der geistigen Welt sich heruntersenkt und was sich mit dem lebendigen Strom vereinen kann. Sonst muß dieser lebendige Strom wieder abwärts gehen, und der Kopf mit dem Gehirn bleibt ein toter Organismus. Die Menschheit als Ganzes ist etwas anderes als der individuelle Mensch. Die Menschheit gehört zum Erdenorganismus und macht das Karma der Erde mit; der einzelne Mensch hat sein eigenes Karma. Das soll man richtig unterscheiden. Die Menschheit als solche erlebt heute die Begegnung mit dem Hüter der Schwelle, und das Überschreiten der Schwelle hat schon in den letzten Jahren seinen Anfang genommen. Das ist auch der Anfang der Spaltung der Menschheit, und das bedeutet eben der kritische Zeitpunkt, an dem wir jetzt angelangt sind. Die Kräfte, die früher aus den geistigen Wesen in die Menschheit strömten, sind jetzt verbraucht; wir sind auf uns selbst gestellt und müssen diese Kräfte jetzt aus unserem Unterbewußtsein heraufholen. Das Mysterium von Golgatha wäre umsonst geschehen, wenn die Menschen diese inneren Kräfte nicht anwenden, sondern sie
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GA 266c/1920-02-09/p003 · edition original