Aus den Inhalten der esoterischen Stunden — Stuttgart, 1923-07-13

GA 266c/1923-07-13/p008 ·1923-07-13 · original (original)

da der gewöhnliche Blick in Ost und West gewahr wird, das bemerkt der feinere geistige Blick auch in Nord und Süd und überhaupt ringsherum in der Horizontalen in allen Himmelsrichtungen. Das Element der Luft umfängt die ganze Erde. So wird der Mensch in dieser Sphäre auch ein Angehöriger der ganzen Erde. Der Spruch: <Mein Eigenwesen ist verwoben mit der Erdenschwere> verbindet einen mit dem Physischen der Welt. In der Lichtesleichtigkeit lebt die Kraft des Ätherischen. Durch den Atem verbinden wir uns mit dem Astralischen, das uns die freie Beweglichkeit der Gliedmaßen, die Willensstärke schenkt. Mit dem Einatmen ist verbunden das Geborenwerden, das Erwachen; mit dem Ausatmen das Sterben, das Einschlafen. Wir atmen lebendige Luft ein und tote Luft aus. In die ausgeatmete Luft formen wir die Sprache. Das ist ein geistiger Willensakt, durch den die tote Luft wieder belebt wird. Daher führt die Vertiefung in den Spruch: Mein Eigenwesen ist verwoben mit der Atemstärke zu dem Erleben des: Per Spiritum Sanctum reviviscimus Das Ich des Menschen ist von drei Hüllen umgeben. Dieses Ich selber ist nicht egoistisch. Egoistisch sind nur die Hüllen. Ist das Ich einmal von seinen Hüllen befreit, so will es sich alsbald in den ganzen Kosmos ausdehnen. Aber es ist eingeschlossen in seine drei Hüllen. Für dieses Eingeschlossensein hat der Orientale das Bild der Lotosblume. Auch in dieser ist der innerste Kern von drei Kreisen von Blütenblättern umgeben. (Indem Rudolf Steiner dies sprach, formte er, die Ellbogen auf den Tisch stützend, mit seinen beiden Händen vor sich die Gestalt einer Blutenknospe. Geste und Stimme waren jetzt von besonderer Zartheit und Hingegebenheit [Vorlage G: Zartheit und Innigkeit]. Dann sagte er:) Dies drückte der Inder mit den Worten aus: Aoum mani padme aourn Mein Ich ist beschlossen in der Lotusblüte

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