9. Das Reich Der Mütter. Die Mater Gloriosa
Nun habe ich Ihnen vielleicht - ich sagte es gleich: es hat etwas für das Menschengemüt schwer Verständliches — nach der einen oder andern Richtung hin das Herz schwergemacht, indem ich wiederum einmal auf charakteristische Punkte hingewiesen habe, wo Ahriman und Luzifer so in der Welt wirken, daß wir ihnen schon nicht entkommen können. Denn, wir mögen es anstellen, wie wir wollen, wenn wir uns zu einer Inkarnation anschicken - in eine männliche oder in eine weibliche Inkarnation müssen wir ja hinein -: ist in ihr nicht Luzifer, so ist Ahriman in ihr. Also es geht wirklich nicht, die Sache so weit zu treiben, daß man sagt: Man muß beiden entfliehen. — Nicht wahr, ich habe Ihnen gewissermaßen auch noch dadurch ein schweres Herz gemacht, daß ich Ihnen gezeigt habe, daß es eine gewisse Gefahr bedeutet, die eigene Aura zu beobachten, gleichsam in diese eigene Aura hineinzuschauen. Aber darin besteht gerade die unendliche Weisheit der Welt, daß das Leben nicht so ist, daß es ein ruhendes Pendel ist, sondern daß es ausschlägt. Und wie das Pendel nach rechts und nach links ausschlägt, so schlägt das Leben nicht nur der Menschheit, sondern der ganzen Welt nach ahrimanischer und luziferischer Seite aus. Und nur dadurch, daß das Leben zwischen ahrimanischen und luziferischen Einflüssen hin und her pendelt und dazwischen das Gleichgewicht hält und die Kraft dieses Gleichgewichtes hat, ist dieses Leben möglich. Daher wird auch diesem, was ich jetzt als Gefährliches geschildert habe, etwas entgegengesetzt. Ist es ein Luziferisches: das Ahrimanische. Ist es ein Ahrimanisches: das Luziferische.
Cite:
GA 272/1915-08-16/p033 · edition original